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Schwäbische Zeitung: Zum neuen Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft: Der wahre Anführer

Ravensburg (ots) - Nach dem verlorenen WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien, als Bastian Schweinsteiger auf die Knie sank wie ein trauernder Soldat, war der Schriftsteller Martin Walser so ergriffen, dass er dem Fußballer einen öffentlichen Liebesbrief widmete. Die Auftritte des Münchners in Brasilien, gegen die USA und im Finale gegen Argentinien, waren noch bewegender: Wie der Immer-wieder-Gefoulte immer wieder aufstand, wie er den Mitreißer gab, wie er sich weigerte zu verlieren und später, als der Lebenstraum beider sich erfüllt hatte, Arm in Arm mit dem Bundestrainer weinte, das war groß, das war bewegend. Mochte Philipp Lahm auch der offizielle Nationalkapitän sein - der wahre, der für die Seele, war immer Schweinsteiger.

Insofern ist es nur logisch, dass der 30-Jährige das Amt von nun an auch real bekleidet. Schweinsteiger ist ein stiller Vertreter seiner Zunft, er redet nicht viel, er handelt lieber, egal, ob es um soziale Projekte zu Hause in seinem Glockenbachviertel geht oder um den Teamgeist der Nationalelf. Den hatte Schweinsteiger zwei Jahre zuvor zwar kritisiert, aber seine Meinung war im medialen Löw-Bashing untergegangen. In Brasilien gelang es ihm nun, die Lager der Bayern und Dortmunder zu vereinen. Wie man so etwas macht? Mit gutem Beispiel vorangehen. "Er hat sich sofort um mich gekümmert und mir von Anfang an sehr geholfen", schwärmt Kevin Großkreutz, ein Freund sei der Münchner geworden. Tatsächlich hat Bastian Schweinsteiger etwas fast Unmögliches erreicht: Die Kollegen mögen ihn nicht nur, sie schauen in Ehrfurcht zu ihm auf. Ein wahres Vorbild.

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