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Schwäbische Zeitung: Zum zweiten mutmaßlichen Spionagefall: Falsche Reaktion

Ravensburg (ots) - Ein Spion und noch ein Spion und vielleicht noch mehr Spione: Es ist ein Skandal, wie die USA mit ihrem Freund und Verbündeten Deutschland umgehen! Ist es wirklich ein Skandal?

Die derzeitige Diskussion läuft etwas aus dem Ruder. Da findet sich die Datensammelwut der NSA samt abgehörtem Handy der Kanzlerin im selben Rührwerk wie die Aktivitäten der Geheimdienste diesseits und jenseits des Atlantiks. Und die deutsche Politik reagiert beleidigt - also emotional, nicht rational. Das ist ein Fehler. Man könnte nämlich auch so argumentieren: Der Skandal liegt weniger darin, dass die Amerikaner Merkels Telefon abgehört haben als darin, dass ihnen das gelungen ist. Offensichtlich haben die deutschen Spezialisten ein wenig geschlafen. Im Fall der jetzt enttarnten Spione gilt dasselbe. Es war Versagen oder Künstlerpech, dass sie nicht früher aufgeflogen sind - möglicherweise steckte sogar Absicht dahinter. Und wenn demnächst in den USA oder in Frankreich ein für Deutschland tätiger Agent enttarnt würde, sollte sich niemand wundern.

Das Geschäft der Geheimdienste hatte immer schon eigene Gesetzmäßigkeiten. Freundschaft und Vertrauen waren nie die Handlungsanleitung.

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