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Schwäbische Zeitung: Bedrohliche Zombie-Wirtschaft - Kommentar zum Niedrigzins

Ravensburg (ots) - Die Zinsen sind niedrig und Kredite billig wie nie. Das verleitet viele Menschen zum Hausbau, die sich eine Immobilie eigentlich gar nicht leisten können. Aber auch schwächelnde Unternehmen, die alles andere als kreditwürdig sind, bekommen von den Banken Darlehen geradezu aufgedrängt. Dadurch entgehen nach Berechnungen von Creditreform Tausende Firmen der Pleite, die den Untergang verdient hätten. Für das Funktionieren der Marktwirtschaft ist es unabdingbar, dass schlecht geführte oder aus der Zeit gefallene Firmen vergehen. Sie müssen scheitern, um Platz für bessere Unternehmen zu machen. Zurzeit allerdings wird der Markt durch billige Kredite verzerrt. Wenn Firmen zu billig an Geld kommen, erlahmt ihre Tatkraft. Sie sehen keine Notwendigkeit, sich zu verändern oder zu verbessern. Künstlich werden abgehalfterte Unternehmen am Leben erhalten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit längst verloren haben. Das benachteiligt deren gesunde Konkurrenten und schadet der deutschen Wirtschaft. Welche Gefahren drohen, sollte die Phase niedriger Zinsen jahrelang dauern, zeigt der Blick auf das Japan der 1990er-Jahre. Dort entwickelte sich in einer Dekade der Nullzinspolitik eine Zombie-Wirtschaft. Die überfällige Sanierung der Unternehmen wurde verschleppt, Japan verlor ein ganzes Jahrzehnt.

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