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Schwäbische Zeitung: Bloß kein neues Gesetz - Kommentar

Ravensburg (ots) - Wer sein Konto überzieht, muss bei vielen Banken hohe Zinsen zahlen. Noch schlimmer ergeht es Schuldnern, die ihren Dispo ausgeschöpft haben. Solch geduldete Überziehungen über den Kreditrahmen hinaus quittieren viele Geldhäuser mit einem Aufschlag.

Linke Politiker wollen den Geldhäusern am liebsten mit Paragrafen zu Leibe rücken. Der Gesetzgeber soll zu Gunsten der Schuldenmacher einschreiten, wie er die Bankberater zuvor schon mit bürokratischen Protokollen gegängelt hat. Gerade hat das EU-Parlament ein günstiges Girokonto für jedermann erzwungen. Von allen Seiten wird die Finanzwirtschaft eingeschnürt. All diese Vorschläge folgen dem Leitmotiv, dass die Bürger unmündig seien. Verbraucherschutz wird reflexhaft gleichgesetzt mit Gesetzen, Regelungen, Bestimmungen. Im Weltbild wohlmeinender Politiker erscheint der Verbraucher als wehr- und argloses Opfer statt als einflussreicher Konsument.

Doch die Welt der Girokonten bedarf keiner kleinkarierten Regulierung, weil der Wettbewerb dort funktioniert. In kaum einem anderen Land können die Menschen zwischen so vielen Banken wählen. Warum sollte der Gesetzgeber Zinsen und Gebühren festlegen, wenn die Kunden mit den Füßen abstimmen können?

An der Höhe der Zinsen lassen sich verbraucherfreundliche Banken von Abzockern unterscheiden. Eine Gleichmacherei per Gesetz würde den Unterschied zwischen fortschrittlichen und verkrusteten Geldhäusern sogar verschleiern. Daher gilt: Bloß kein neues Gesetz, Freiheit für den Dispo.

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