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Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Ägypten - 528 Todesurteile zu viel

Ravensburg (ots) - Die neuen Machthaber in Ägypten haben aus dem Sturz Husni Mubaraks nicht wirklich gelernt. Der Diktator war vor drei Jahren nicht mehr im Amt zu halten, weil er sich beständig weigerte, die Klagen des kleinen Mannes ernst zu nehmen, die Sorgen der Intellektuellen ebenso wie die Befürchtungen seiner Schutzmacht USA.

Über Jahrzehnte waren unter Mubarak und seinem Vorgänger Anwar al-Sadat islamistische Kritiker ins Gefängnis gesperrt und gefoltert worden, ein Dialog mit einem sich politisierenden Islam fand nicht statt. In dieser Unterdrückungspolitik liegt letztlich auch die wachsende Militanz der Muslimbruderschaft begründet, und sie markiert die Geburtsstunde des Terrornetzwerkes al-Kaida.

Wenn nun ein nachgeordnetes Gericht 528 Muslimbrüder zum Tode verurteilt, mag das zunächst einmal nur bizarr wirken. Es ist aber auch Ausdruck der härteren Gangart, die Ägyptens Militärherrscher propagieren. So wird wieder erzwungene Ruhe einziehen am Nil. Und durch schiere Repression eine neue Generation militanter Ägypter geformt.

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