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Schwäbische Zeitung: Kommentar - Tebartz ist untragbar

Ravensburg (ots) - Dass Franz-Peter Tebartz-van Elst als Bischof von Limburg in sein Amt zurückkehrt, wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Denn mit jeder Enthüllung verliert Tebartz die letzten Reste seiner ohnehin stark infrage gestellten Glaubwürdigkeit. Im Grunde ist er schon jetzt untragbar geworden - noch vor der Veröffentlichung des Prüfberichtes. Wie will Tebartz jemals wieder über die Zehn Gebote predigen, sollte er erneut mit der Staatsanwaltschaft Probleme bekommen? Welches Selbstbild hat Tebartz, wenn er gut gemeinte und vor allem richtige Bitten seiner Mitbrüder, er möge freiwillig auf sein Amt verzichten, ablehnt? Felix Genn, der Bischof von Münster, ist nicht irgendwer in der Kirche: Genn ist Mitglied der Bischofskongregation, die von einem seiner Vertrauten, Kardinal Marc Ouellet, geleitet wird. Nein: Tebartz hat diese Bitte, mit römischer Rückendeckung vorgebracht, nicht verstehen wollen. Doch keine Krise ohne Chance. Angesichts von sieben, bald wohl acht von 27 Bischofssitzen, die in Deutschland in Kürze zu besetzen sind, kann Papst Franziskus seine eigene Personalpolitik durchsetzen. Nur selten ergibt sich diese Möglichkeit für einen Papst, auf einen Schlag derart durchgreifend Priester zu berufen, die für den Neuanfang stehen, den Franziskus seit einem Jahr fordert.

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