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Berliner Zeitung: Kommentar zu den Terroranschlägen in Brüssel

Berlin (ots) - Die erste Voraussetzung für einen erfolgreichen "Krieg gegen den Terror" wäre die Einsicht, dass er nicht gewonnen werden kann. So lange die Regierungen, die Sicherheitsapparate und die Medien die Doktrin vertreten, den besten Schutz vor verheerenden terroristischen Verbrechen - wie jetzt in Brüssel - böten der weitere Ausbau der Überwachungssysteme und die legislative Aufrüstung mit immer schärferen und ausgreifenderen repressiven und präventiven Gesetzen, so lange also das Versprechen immer wieder erneuert wird, der Terrorismus sei zwar eine furchtbare Krankheit, die aber mit immer wirksameren Medikamenten irgendwann besiegt werden könne, so lange wird der "Krieg gegen den Terror" ebenso blutig wie vergeblich weitergehen. Spätestens seit der Festnahme des mutmaßlichen Pariser Attentäters Salah Abdeslam - einem Franzosen marokkanischer Herkunft mit Brüsseler Wohnsitz - in der belgischen Hauptstadt erwarteten die belgischen Behörden weitere Anschläge, befand sich die Polizei in Alarmbereitschaft, wurde die Kontrolle öffentlicher Plätze extrem verschärft. Dann gingen am Dienstagmorgen, unter den Augen der Sicherheitskräfte, in der Abfertigungshalle des Brüsseler Flughafens und in einer Metro-Station mehrere Bomben hoch, die mehr als 30 Menschen töteten. Selbst die schärfste Kontrolle und die vermeintlich lückenloseste Überwachung kann kaum vor Terror schützen.

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