Polizeiinspektion Cuxhaven

POL-CUX: Kinder und Jugendliche am Telefon sexuell belästigt - Haftbefehl gegen 31-Jährigen erlassen + Polizei: Verbindungsdaten ermöglichten Festnahme des vorbestraften Mannes

Cuxhaven / Wesermarsch (ots) - Kinder und Jugendliche am Telefon sexuell belästigt - Haftbefehl gegen 31-Jährigen erlassen

Polizei: Verbindungsdaten ermöglichten Festnahme des vorbestraften Mannes

Unter dem Vorwand, Frauenarzt oder Allgemeinmediziner zu sein, rief ein zunächst unbekannter Mann in mehreren Fällen Kinder und Jugendliche an und forderte diese auf, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Betroffen waren Mädchen und Jungen im Alter von 8-15 Jahren. Die überraschten Kinder kamen den Aufforderungen teilweise nach, doch ließ sich keines der Kinder auf ein Treffen mit dem vermeintlichen Arzt ein.

"Sie haben gut reagiert und sich nicht mit einem Fremden getroffen", lobt die Sprecherin der Polizeiinspektion Cuxhaven / Wesermarsch.

Die Auswertung von Telefonverbindungsdaten ermöglichte die Überführung des 31-jährigen Mannes aus Loxstedt, der wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist und unter laufender Bewährung steht.

"Gerade bei Ermittlungen von solcher Brisanz ist es für uns unerlässlich, auch über einen längeren Zeitraum auf gespeicherte Verbindungsdaten zugreifen zu können", betont Kriminaloberrat Hans-Dieter Rendelsmann, der den Zentralen Kriminaldienst in Cuxhaven leitet. Einige der Betroffenen meldeten sich vermutlich aus Scham erst später bei der Polizei. Die Ermittler gehen davon aus, dass es noch weitere Opfer geben könnte, die der Anrufer am Telefon sexuell missbraucht hat.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade erließ das Amtsgericht Haftbefehl wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie wegen Besitzes und Verbreitens von Kinderpornografie. Bei dem Tatverdächtigen wurde ein Computer mit entsprechendem Beweismaterial beschlagnahmt.

Laut Rendelsmann ist eine gesetzliche Regelung zur Vorratsdatenspeicherung dringend erforderlich, denn die Verbindungsdaten schafften Ermittlungsansätze im Internet.

"Die Vorratsdatenspeicherung würde uns bei einer Vielzahl von Verbrechen weiterhelfen", so der Kriminaloberrat.

Der Beschuldigte konnte aufgrund der Rückverfolgung der Gespräche jetzt in mindestens sieben Fällen als mutmaßlicher Anrufer ermittelt werden.

Nach Prüfung der Sachverhalte erließ das Amtsgericht Langen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade Haftbefehl. Der 31jährige Beschuldigte wurde verhaftet und einer Justizvollzugsanstalt zugeführt.

Der Beschuldigte ist weitestgehend geständig. Er erklärte vor der Polizei, dass er die Rufnummern der Kinder und Jugendlichen wahllos aus dem Telefonbuch heraus gesucht hatte. Ein vermutetes "Auflauern" kann daher ausgeschlossen werden. Die bislang bekannt gewordenen Fälle ereigneten sich allesamt im Landkreis Cuxhaven.

Aufgrund der Arbeitsweise des Anrufers schließt die Polizei Cuxhaven nicht aus, dass der Beschuldigte für weitere Fälle als Täter in Frage kommen könnte.

Weitere geschädigte Kinder und Jugendliche werden deshalb gebeten, sich an ihre Eltern zu wenden und bei der Polizei in Cuxhaven unter Tel.: 04721 / 5730 zu melden.

Präventionstipps der Polizei:

Wenn vermeintliche Ärzte oder andere Personen "Behandlungen oder Untersuchungen" am Telefon vornehmen wollen, handelt es sich grundsätzlich um nicht seriöse Personen. Die Kinder sollen sofort auflegen und ihre Eltern informieren. Die gehörten Inhalte sollen mit den Eltern und evtl. auch mit Fachleuten aufgearbeitet werden

Um dieses Verhalten der Kinder zu fördern, sind nachfolgende Präventionstipps der Polizei hilfreich:

   - Kinder lernen durch umfassende altersangemessene Sexualerziehung
     und -aufklärung, Gefahren zu erkennen und einzuschätzen. 
   - Eltern sollen sich Zeit für ihr Kind nehmen und ihm vermitteln, 
     dass es alle Ergebnisse, Sorgen und Ängste erzählen kann. 
   - Kinder sollen lernen, ihnen unangenehme Zärtlichkeiten 
     abzulehnen. Sie dürfen auch Erwachsenen gegenüber "Nein" sagen 
     und sind nicht verpflichtet, mit Fremden zu reden. 
   - am Telefon oder bei der Nutzung des Internets sollen niemals 
     intime Handlungen durchgeführt werden 
   - Beim Verdacht oder Bekanntwerden sexuellen Kindesmissbrauchs 
     soll grundsätzlich die Polizei verständigt werden. 
   - Kinder sind "NIE" für sexuelle Übergriffe verantwortlich. 

Dubiose Anrufe? Tipps von der Polizei für Eltern und Kinder

Besprechen Sie mit Ihren Kindern, dass:

... sie sich nicht mit Fremden in oder außerhalb der Wohnung treffen

... keine persönlichen Daten an unbekannte Anrufer weitergeben.

Überprüfen Sie die sozialen Netzwerke Ihrer Kinder.

Rückfragen bitte an:

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Anke Rieken
Telefon: 04721/573-404
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