Polizeidirektion Hannover

POL-H: Presseinformation zum Bericht Verkehrssicherheit 2011 der Polizeidirektion Hannover
Verkehrsunfallstatistik 2011: Erstmals weniger als 40 Verkehrstote

Hannover (ots) - Die Zahl der Verkehrstoten im Raum Hannover hat im Jahr 2011 einen Tiefstand erreicht. 2011 waren 39 Verkehrsopfer zu beklagen. "Damit haben wir den niedrigen Wert des Vorjahrs noch einmal unterschritten", erklärte Polizeivizepräsident Thomas Rochell. Im Vorjahr hatte die Behörde mit 43 Verkehrstoten bereits von einem deutlichen Plus an Sicherheit auf den Straßen gesprochen. Bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik 2011 ist es daher besonders erfreulich, dass die Zahl erneut gesunken ist und erstmals weniger als 40 Menschen auf den Straßen in und um Hannover ums Leben kamen. "In den letzten elf Jahren ist die Gesamtzahl der im Straßenverkehr getöteten Personen um mehr als die Hälfte zurück gegangen", erklärte Thomas Rochell und fügte hinzu: "Wir sind froh über diese Entwicklung, aber natürlich ist jeder Verkehrstote einer zuviel."

Als erfreulich bezeichnete Thomas Rochell die Entwicklung im Zusammenhang mit der Risikogruppe Kinder (bis einschließlich 14 Jahre). 2011 nahm die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder mit 434 erneut ab (2010 waren es 458). Im Stadtgebiet Hannover ist mit der Zahl 188 der tiefste Wert seit Herausgabe des letzten Kinderunfallatlas im Frühjahr 2008 durch das Bundesamt für Straßenwesen zu verzeichnen. 162 Kinder erlitten leichte und 26 schwere Verletzungen. Herauszuheben ist, dass im Jahr 2011 in der gesamten Region Hannover kein Kind bei einem Verkehrsunfall getötet wurde - 2010 waren noch drei getötete Kinder zu beklagen.

Diese rückläufigen Zahlen verunglückter Kinder der letzten Jahre, sowohl im Umland als auch in der Stadt, sind auch ein Zeichen dafür, dass polizeiliche Sicherheitsarbeit in ihren unterschiedlichsten Facetten - in deren ganz besonderem Fokus seit vielen Jahren Kinder stehen - Wirkung zeigt.

Neben den Kindern gelten Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren als weitere Risikogruppe im Straßenverkehr. Hier bewegen sich die Zahlen im Dreijahresvergleich auf unverändertem Niveau. 2011 kamen vier junge Fahrzeugführer ums Leben, im Jahr zuvor waren es fünf und im Jahr 2009 ebenfalls fünf. In allen Fällen waren die Fahrzeuglenker mit überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs gewesen.

Als dritte Risikogruppe im Straßenverkehr gelten die Senioren (ab 65 Jahre). Hier stieg die Zahl der Verkehrstoten von 13 auf 14. Darunter waren fünf Radfahrer, vier Fußgänger, drei PKW-Fahrer und zwei Motorradfahrer. Die Unfallursachen lagen insbesondere im falschen Verhalten als Radfahrer oder im unachtsamen Überqueren von Fahrbahnen.

Bei den Zahlen schwerverletzter Verkehrsteilnehmer ergibt sich für 2011 eine Erhöhung um fast zehn Prozent auf 599 (Vorjahr: 545). Ein Anstieg auf 262 (+86) ist im Stadtgebiet Hannover zu verzeichnen. Die Steigerung im Stadtgebiet Hannover ist unter anderem auf die deutliche Zunahme der schwer verletzten Radfahrer bei Unfällen zurückzuführen. 2011 waren es mit 95 fast doppelt so viele wie im Jahr davor (51). Die Zahlen für das Umland sind von 311 auf 302 (sechs Prozent) leicht zurückgegangen. Bei einem Langzeitvergleich von 1999 bis jetzt sind die Zahlen für die gesamte Region allerdings deutlich rückläufig.

"Insbesondere bei den Risikogruppen der Senioren und der Fahrradfahrer werden wir künftig noch deutlichere Zeichen setzen", so Rochell. Der Polizeivizepräsident wird hierzu die Zusammenarbeit mit allen Verantwortungsträgern und die gemeinsame Ausrichtung der Unfallprävention weiter intensivieren. Präventions- sowie Mobilitätstrainings für ältere Menschen stehen dabei beispielhaft auch 2012 auf dem Aktionsprogramm der Polizeidirektion Hannover. Daneben appelliert der Polizeivizepräsident an die Fahrradfahrer, einen Helm zu tragen und sagt: "Was bei Skifahrern langsam selbstverständlich wird, sollten auch Radfahrer im gesamten Jahr beherzigen."

Insgesamt registrierte die Polizeidirektion Hannover im Jahr 2011 mit 31.805 Unfällen einen Anstieg um rund 0,5 Prozent (+170) im Vergleich zum Vorjahr. Ursächlich hierfür dürfte auch der milde Witterungsverlauf in Kombination mit einem verstärkten Rad- und Fußgängerverkehr gewesen sein. Mit 12.448 Verkehrsunfällen im Umland von Hannover (Vorjahr 11.911) und 16.895 Verkehrsunfällen im Stadtgebiet (Vorjahr 16.613) war eine leichte Steigerung zu verzeichnen.

Ein Sicherheitsgewinn zeichnet sich auf den Autobahnen ab. Mit insgesamt 2.462 Verkehrsunfällen 2011 sank die Zahl von 3.111 des Vorjahres um gut 20 Prozent, die Zahl der Unfälle mit Verletzten von 356 auf 317 um knapp elf Prozent. Insgesamt wurden 504 Menschen bei Autobahnunfällen verletzt. 35 Verkehrsteilnehmer (2010: 58) verletzten sich schwer, 469 leicht (2010: 509).

Mit dem Wegfall gefährlicher Großbaustellen, Aus- und Umbaumaßnahmen an der Strecke, aber auch mit dem Erfolg der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit sanken die Unfallzahlen. Erfreulich war die landesweite, vollständige Inbetriebnahme der Verkehrsbeeinflussungsanlage. Aus polizeilicher Sicht wäre es immer noch wünschenswert, diese mit Geschwindigkeitsmessanlagen zu koppeln.

Häufigste Unfallursachen im Jahr 2011 waren die Missachtung der Vorfahrt (3.276), Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes (2.020), überhöhte/nicht angepasste Geschwindigkeit (1.734), Fehler beim Abbiegen (1.469) und schlussendlich die Alkoholbeeinflussung (516). In 761 Fällen führte das Fehlverhalten von Radfahrern zu Unfällen. Unfallbrennpunkte im Stadtgebiet sind weiterhin der Kreisel am Deisterplatz (105 Unfälle) sowie der Ricklinger Kreisel (98).

Im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit wird die Polizeidirektion Hannover die sogenannten "3x3"-Kontrollen fortführen. Dabei sind im vergangenen Jahr 5.138 Verkehrsverstöße geahndet worden. Geschwindigkeitsüberwachung, Präventionsmaßnahmen rund um den Radverkehr sowie vielfältige Aktionen für Kinder, junge Fahranfänger und Senioren werden weiter im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit 2012 der Polizeidirektion Hannover stehen und bei der landesweiten Verkehrssicherheitsinitiative 2020 mit einfließen. Polizeivizepräsident Thomas Rochell mit einem abschließenden Fazit: "Die Reduzierung der Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden bleibt eine besondere Herausforderung für die Polizeidirektion Hannover. Wir werden daher weiter konsequent im Straßenverkehr einschreiten, wo immer es erforderlich ist. Denn unser aller Ziel lautet: Sicher ankommen! Mit einer vorausschauenden und rücksichtsvollen Teilnahme am Straßenverkehr kann jeder in der Region seinen Beitrag dazu leisten, sich selbst zu schützen und uns bei unserem Vorhaben unterstützen." /st, sw

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