Polizeidirektion Flensburg

POL-FL: Struxdorf (SL-FL) - landesweit aktives rumänisches Einbrechertrio in Haft : Festnahme nach Flucht vom Tatort, Bewohnerin geschockt, Kleinwagenladung Stehlgut sichergestellt

Struxdorf (SL-FL) (ots) - Freitagmorgen, 31.01.14, gegen 10:50 Uhr, alarmierte man die Kooperative Regionalleitstelle über Notruf, weil Anwohner bei Heimkehr zu einem Einfamilienhaus in Struxdorf Einbrecher auf frischer Tat im Hause überrascht hatten, welche aber die Flucht ergriffen.

Eine Frau stellte bei Rückkehr zwei Männer im Hause fest, die ihr plötzlich entgegenkamen und verschreckt über ein gewaltsam geöffnetes Fenster flohen. Offenbar wartete vor dem Hause ein dritter Täter mit einem älteren weinroten Kleinwagen (Opel Corsa) und HEI-Kennzeichen.

Das Trio entfernte sich mit dem Fahrzeug. Die Kooperative Regionalleitstelle koordinierte mehrere Streifenwagen im Nahbereich. Im Bereich der L22 Tolk/Lobacker konnte der Kleinwagen von einer Streife des PABR Nord gestellt werden.

Die Beamten nahmen die drei aus Rumänien stammenden Insassen, einen 36-jährigen, einen 35-jährigen und einen 32-jährigen mit Unterstützung weiterer Streifenteams fest. Sie wurden auf der Wache der Kriminalpolizei übergeben.

Rettungssanitäter versorgten die schockierte Anruferin vor Ort. Der Opel wurde sichergestellt, ebenso das Stehlgut : Bargeld und Schmuck.

Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen besonders schweren Falls des Diebstahls ein.

Im Verlauf der weiteren Ermittlungen konnten den Tatverdächtigen bislang weitere vier Einbruchtaten vom Januar 2014 in Struxdorf, Lürschau, Groß Rheide und Bunsoh (bei Tellingstedt NF) nachgewiesen werden.

Man ging jeweils nach einheitlichem Muster vor : Ein Mann fungierte als Fahrer, während sich die beiden Mittäter stets auf der Gebäuderückseite der Objekte mittels vorgefundener Steine durch Einschlagen von Fensterscheiben Zutritt verschafften. Das Trio hatte es vornehmlich auf Bargeld, Schmuck und hochwertige Elektronikartikel abgesehen.

Die Täter hatten sich in Hamburg kennen gelernt und zur Begehung von Einbrüchen zusammengeschlossen. Im Dezember 2013 waren die Beschuldigten bereits in Hamburg wegen Einbruchdiebstahls polizeilich in Erscheinung getreten.

Es konnten im Tatfahrzeug u.a. sehr viel Schmuck, Laptops, Tafelsilber, hochwertige Feuerzeuge, Mobiltelefone, Taschenuhren, Armbanduhren und Bargeld in verschiedenen Währung sichergestellt werden. Nach erster Auswertung dürfte diese Tätergruppierung für etliche weitere Einbrüche in Schleswig Holstein landesweit verantwortlich sein. Die Ermittlungen dauern an.

Die drei rumänischen Staatsbürger wurden am Samstag, 01.02.2014, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Flensburg dem Haftrichter vorgeführt. Der Ermittlungsrichter erließ gegen alle Beschuldigten Haftbefehl.

Zusatz - Einbrecher landesweit im Focus (Quelle LPA) :

Die Landespolizei SH reagiert auch in der Einbruchsaison Herbst und Winter 2013 auf die hohen Fallzahlen im Bereich des Einbruchs in privaten Wohnraum mit einem direktionsübergreifenden "Landeskonzept zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls".

Neben den materiellen Schäden sind die psychischen Opferfolgen nach Wohnungseinbruchstaten häufig erheblich. Wenige Delikte greifen derartig in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger ein und beeinflussen das Sicherheitsgefühl in hohem Maße negativ.

Das Landespolizeiamt, das Landeskriminalamt und die sieben Polizeidirektionen setzen sich zum Ziel, durch intensivierte Tatortarbeit, verbesserten Informationsfluss und zentraler Auswertung Tatserien von überörtlich, überregional oder sogar international agierenden Tätergruppierungen zu erkennen, diese den Gruppierungen zuzuordnen und täterorientierte Ermittlungen gegen diese erkannten Strukturen zu führen, um den Anstieg der Einbrüche weiter zu reduzieren. Dass diese Strategie der Polizei wirkt, zeigen aktuelle Festnahmen.

Die Ergebnisse gezielter Streifen und Kontrollen, verdeckter Observationen, systematischer, auch durch länderübergreifende Auswertungen und Ermittlungen sowie einer verfeinerten Tatortarbeit werden durch das Landeskriminalamt zentral ausgewertet. Durch diese Auswertung erkennen die Ermittler der Kriminalpolizei schneller Tatzusammen-hänge und Täterstrukturen. Auf Basis der bisher gewonnen Erkenntnisse und Erfahrungen aus Ermittlungskomplexen vergangener Winter fundierte sich erhebliches Wissen über die besondere Lage in diesem Deliktsfeld, auch über Schleswig-Holstein hinaus. Durch diese und neu erlangten Erkenntnisse sind mittlerweile zahlreiche Ermittlungs- und Auswertekomplexe entstanden. 30 Festnahmen von überörtlich und überregional agierenden Tätern im Alter von Anfang 20 bis 64 Jahren verschiedener Staatsangehörigkeiten sind die bisherigen Ergebnisse des täterorientierten Konzeptes. Über 10 Beschuldigte befinden sich aktuell in Haft.

Exemplarisch für das Konzept sind Erfolge von Ermittlungsgruppen verschiedener Kriminalpolizeistellen.

Die Gesamtzahl derzeit im Fokus der Auswertung und Ermittlung stehender Tatverdächtiger beläuft sich auf 101. Aus den Ermittlungsverfahren ergeben sich für die Kriminalpolizei weitere umfangreiche Ermittlungsansätze, die möglicherweise zu weiteren Festnahmen führen.

Der Leitende Polizeidirektor Joachim Gutt würdigt die hohe Motivation der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten: "Diese große Menge der Ermittlungskomplexe ist auf die engagierte Arbeit aller Beteiligten zurückzuführen. Die gute Vernetzung zwischen den Polizeidirektionen mit den verschiedensten kräfteintensiven Maßnahmen, wie zum Beispiel groß angelegte Verkehrskontrollen, sowie die erhöhte Sensibilität aller Polizeibeamten sowohl bei der Tatortaufnahme als auch im täglichen Streifendienst ist eine hervorragende Grundlage für die weitere Ermittlungsarbeit der Dienststellen."

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