Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (1319) Zwei Laufer wollten wie Soldaten sterben - 38-Jähriger verletzt aus Pegnitz gefischt

    Schwabach (ots) - Am 01.09.2005 wurde ein 38-jähriger Laufer am 01.09.2005, kurz vor Mitternacht, in der Nähe des Parkplatzes Pegnitzwiese in Lauf aus den Fluten gefischt. Zunächst stand im Raum, dass der 38-Jährige sich eine blutende Stichverletzung in der Brust selbst beigebracht hatte, die Ermittlungen der Schwabacher Kripo ergaben jetzt jedoch einen anderen Geschehensablauf.

    Drei Männer, ein 17-jähriger Schüler, ein 22-jähriger Kfz-Mechaniker und ein 38-jähriger Bauhelfer zechten am Abend des 01.09.2005 in einem Innenstadtlokal in Lauf. Man unterhielt sich am Tresen, sprach ordentlich dem Alkohol zu, und dem 22-Jährigen quälten Selbstmordgedanken, wegen einer Erkrankung. Er wollte sich mehrfach vom Wirt ein Messer geben lassen, welches dieser aber verweigerte. Nachdem der 38-jährige Bauhelfer nach einem Toilettenbesuch wieder das Lokal betrat, er musste sich übergeben, bot dieser auf Nachfrage sein Taschenmesser, ein Klappmesser, welches festgestellt werden kann, mit einer Klingenlänge von 10 cm, an. Dieses steckte der 22-Jährige ein, kurz vor Mitternacht verließ man das Lokal. Auf dem Weg über die Pegnitzbrücke kam dann die ausgefallene Idee, dass der 22-Jährige wie ein Held, wie ein deutscher Soldat sterben wollte. Der 38-Jährige, offensichtlich auch etwas depressiv, schloss sich dem Vorhaben an. Man schwang sich über das Geländer der Pegnitzbrücke mit dem Rücken zum Fluss und bestimmte den 17-Jährigen, auf sie einzustechen. Der 38-Jährige entledigte sich bereits seines Rucksackes, zog sein Hemd aus und der 17-Jährige führte einen Stich in die Brustgegend des 38-Jährigen. Dieser stürzte ins Wasser und begann zu schwimmen und zu schreien.

    Der 22-Jährige wollte nun offenbar nicht mehr sterben, er machte den 17-Jährigen einen Vorwurf, dass dieser nicht richtig zugestochen habe. Man besann sich anders, eilte zur Pegnitz hinunter und versuchte mit vereinten Kräften, den 38-Jährigen wieder an Land zu ziehen.

    Mit viel Geschrei erweckten die drei stark Alkoholisierten Aufmerksamkeit. Ein Anwohner rief die Polizei an, eine herbeigerufene Streife konnte bei der Bergung des 38-jährigen Bauhelfers behilflich sein. Die anderen beiden waren offensichtlich mit der Rettung des großgewachsenen kräftigen Mannes überfordert.

    Die Ermittlungen der Schwabacher Kripo dauern noch an, es ist aber bereits gelungen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Der 17-Jährige muss sich auf jeden Fall wegen eines Vergehens der gefährlichen Körperverletzung verantworten.


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