Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (594) Frau entführt, tatverdächtiger Erpresser in Haft-Bildveröffentlichung

Tatort

    Fürth (ots) - Telefonisch, unter einem Vorwand, wurde am Dienstag Vormittag (26.04.05) gegen 10.30 Uhr, eine 64-jährige Frau aus dem Landkreis Fürth zu einem Firmenparkplatz ins Gewerbegebiet Langenzenn gelockt. Dort öffnete plötzlich ein mit einer Motorradsturmhaube maskierter Mann die Beifahrertüre, stieg zu der Frau ins Auto, attackierte sie mit einem Elektroschocker und schlug mit einem Hammerstiel auf sie ein. Dann fuhr er mit der Frau, die sich in den Kofferraum legen musste und mit einem Klebeband gefesselt wurde, zu einem Schuppen in der Nähe von Immeldorf, Landkreis Ansbach. Dort ließ er die Frau, der er einen Sack über Kopf und Oberkörper gezogen hatte, gefesselt zurück und fuhr mit ihrem weißen Audi zum Bahnhof nach Ansbach, um mit dem Zug nach Langenzenn zurückzufahren. Die 64-Jährige konnte sich nach einiger Zeit ihrer Fesseln entledigen und in einen nahegelegenen Gewerbebetrieb flüchten. Von hier aus informierte die Überfallene die Polizei und wurde danach zur Behandlung ihrer zum Glück nur leichten Verletzungen in ärztliche Obhut übergeben. Zwischenzeitlich hatte der 57-jährige Tatverdächtige, der von der Befreiung seines Opfers nichts mitbekam, den Ehemann der Verschleppten kontaktiert und 500.000 Euro Lösegeld gefordert. Zusammen mit verschiedenen Spezialistenteams der mittelfränkischen Polizei, des Landeskriminalamtes und der Polizeihubschrauberstaffel lief nun ein Großeinsatz an. Am Mittwoch Vormittag wurde der Ehemann der 64-Jährigen erneut kontaktiert. Mit mehreren Telefonanrufen beorderte der Anrufer den Mann mit dem Lösegeld zu einem Hotel in Erlangen, wo er in ein vom Tatverdächtigen geschicktes Taxi steigen sollte, um zum geplanten Übergabeort zu fahren. Noch während des Telefonats nahmen SEK-Beamte den Tatverdächtigen, einen 57-jähriger Kleinunternehmer aus dem Landkreis Fürth, fest. Bei der Vernehmung räumte der Mann den Tatvorwurf ein. Er gab an, das erpresste Geld zur Tilgung von Schulden gebraucht zu haben. Aktuell hätte er 30.000 geliehene Euro am Dienstag zurückzahlen müssen. Die schnelle Aufklärung des Sachverhalts und die Festnahme des Tatverdächtigen sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Ein tatkräftiges Entführungsopfer, das sich selbst befreien konnte, eine schnelle Verständigung der Polizei durch die Betroffenen, das reibungslose Zusammenwirken vieler Spezialistenteams der mittelfränkischen und bayerischen Polizei und ein Unterbleiben der öffentlichen Berichterstattung, was den Tatverdächtigen bis zuletzt in dem Glauben ließ, die Entführte befände sich noch in seiner Gewalt. Der Tatverdächtige wurde dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Fürth vorgeführt, der Haftbefehl gegen den 57-Jährigen erließ. Die Familie des Opfers möchte keinen Kontakt zur Presse und bittet zu respektieren, dass man das Erlebte erst einmal verarbeiten muss.

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Mittelfranken

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