Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (2086) Ermittlungskommission Mühlbach nimmt überregionalen Serienbrandstifter fest

Mittelfranken/Oberfranken/Thüringen/Nordrhein-Westfalen (ots) - Eine gemeinsame Ermittlungskommission der Kriminalpolizeien Nürnberg/Mittelfranken, Coburg/Oberfranken und Altenburg/Thüringen haben einem bislang unbekannten Serienbrandstifter, der offensichtlich seit Oktober 2008 aktiv war und einen Schaden von mehreren Millionen Euro angerichtet hat, das Handwerk gelegt.

Die Beamten der EKO "Mühlbach" ermittelten seit längerer Zeit gegen einen unbekannten Serienbrandstifter. Die Brandserie begann im Jahre 2008 in Mockern/Thüringen und setzte sich über Burgkunstadt/Oberfranken bis nach Nürnberg/Mittelfranken fort. Anhand der am Tatort gesicherten Spuren konnte ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen hergestellt werden. Auch waren mehrere Drohbriefe versandt worden. Nur äußerst glücklichen Umständen war es zu verdanken, dass keine Personen zu Schaden gekommen waren.

Der letzte in Mittelfranken angezeigte Fall war in der Nacht von Samstag auf Sonntag (02./03.11.2013, siehe Meldung Nr. 1946). Dort waren auf einem Firmenparkplatz in der Mühlheimer Straße neun abgestellte Lkw derart beschädigt worden, dass sich der Sachschaden auf mehrere zehntausend Euro summierte. Zudem war das Büro der geschädigten Firma verwüstet worden. In derselben Nacht war auch eine Schmiererei an einem Wohnanwesen im Landkreis Roth angezeigt worden.

Die intensiven kriminalpolizeilichen Ermittlungen führten nach einem Hinweis schließlich zu einem 59-jährigen Mann aus dem Raum Oberfranken. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wurde über das Amtsgericht Nürnberg-Fürth ein Durchsuchungsbeschluss sowie die Entnahme einer Speichelprobe angeordnet. Der Tatverdächtige konnte am 21.11.2013 in den frühen Morgenstunden an seiner Wohnadresse angetroffen werden. Bei der anschließenden Durchsuchung des Anwesens konnten die Ermittler eine Vielzahl von Beweismitteln sicherstellen, die den Tatverdacht gegen den Mann weiter erhärteten. Wenige Stunden später erhielten sie aus der Rechtsmedizin Erlangen das Ergebnis der Speichelprobe. Die an den einzelnen Tatorten gesicherten DNA-Muster stimmten mit denen des Tatverdächtigen überein. Daraufhin wurde dem 59-Jährigen die Festnahme erklärt.

Trotz der gesicherten Beweise bestreitet der Tatverdächtige die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Nürnberg-Fürth überstellt. Dieser erließ gegen den Mann Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der Brandstiftung.

Mittlerweile verdichten sich die Spuren, dass der Tatverdächtige auch für eine Brandstiftung Mitte November 2013 im Raum Nordrhein-Westfalen mit einem Schaden in Millionenhöhe verantwortlich gemacht werden kann. Außerdem prüfen die Ermittlungsbehörden bundesweit ähnlich gelagerte Fälle.

Die Fälle in der Chronologie:

Die Brandserie begann in der Nacht vom 4. auf 5. Oktober 2008 im Bereich Mockern/Thüringen. Damals brannten nachts in einer Spedition fünf Sattelzüge aus. Einen Tag später erhielt der geschädigte Spediteur einen Drohbrief.

Nach offensichtlich mehr als drei Jahren Pause wurde auf eine Steuerkanzlei in Burgkunstadt/Oberfranken in der Nacht vom 1. auf 2. Februar 2012 ein Brandanschlag verübt. Am nächsten Tag war die Hauswand der Kanzlei mit einer Drohung beschmiert, die einen unmittelbaren Bezug zu dieser Brandstiftung aufwies.

Wenige Tage später, am 12.02.2012, nahm die Nürnberger Polizei einen Einbruch in ein Firmengebäude in der Hamburger Straße auf, bei dem kein Entwendungsschaden registriert wurde. Auch dieser Fall konnte der Serie zugeordnet werden.

Am 1. März 2012 ging ein Beschwerdebrief beim Landratsamt in Lichtenfels ein, der ebenfalls einen Bezug zu der Brandstiftungsserie erkennen ließ.

In der Nacht vom 24. auf 25.11.2012 wurde in ein Bürogebäude einer Speditionsfirma in der Kirchhoffstraße in Nürnberg eingebrochen und mit einem Brandbeschleuniger vorsätzlich Feuer gelegt (PM Nr. 2111 des PP Mittelfranken v. 25.11.2012). Dazu brachte der Brandstifter zwei Fünfliter Glyfoskanister, gefüllt mit Benzin, in das Gebäude und legte damit in einem Büro Feuer. Bei der Tatausführung verletzte sich der Brandstifter an einer Fensterscheibe.

Der jüngste Fall wurde im Nürnberger Stadtteil Hafen in der Nacht von Samstag auf Sonntag (02./03.11.2013) angezeigt. Dort waren auf einem Firmenparkplatz in der Mülheimer Straße neun abgestellte Lkw derart beschädigt worden, dass sich der Sachschaden auf mehrere zehntausend Euro summierte. Die Berufsfeuerwehr musste mehrere lecke Dieseltanks schließen. An den Lkw waren zudem Scheiben eingeschlagen und Spiegel abgerissen sowie das Büro der geschädigten Firma verwüstet worden (PM Nr. 1946 des PP Mittelfranken vom 03.11.2013).

Aufgrund der Spurenauswertung stand für die Ermittler schließlich fest, dass es in allen diesen Fällen einen Zusammenhang gibt. Auch Fallanalytiker des Polizeipräsidiums München waren zur Unterstützung hinzugezogen worden.

Peter Schnellinger/gh

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