Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (2619) Erfolgreiches Wochenende für das Raubkommissariat der Kripo Nürnberg

    Nürnberg (ots) - Mit insgesamt 8 Festnahmen endeten zwei spektakuläre Kriminalfälle, die seit mehreren Wochen das Raubkommissariat der Kripo Nürnberg beschäftigten. Zum einen klärten die Beamten eine Serie von Raubüberfällen auf Verbrauchermärkte, zum anderen eine Erpressung gegen einen Geschäftsmann. Alle Tatverdächtigen kamen in Haft.

    Eine 3-köpfige Familie aus Nürnberg sowie deren 52-jähriger Bekannter sind dringend tatverdächtig, in den Jahren 2006 und 2007 zwei Filialen eines Verbrauchermarktes in Nürnberg überfallen zu haben. Dabei ging das Quartett stets in wechselseitiger Tatbeteiligung vor.

    Zunächst suchten sich die Tatverdächtigen am 30.05.2006 einen Supermarkt in Nürnberg-Schniegling als Tatobjekt heraus. Nach den bisherigen Ermittlungen lauerte das 57-jährige Familienoberhaupt und sein 27-jähriger Sohn einer Angestellten beim Öffnen des Marktes gegen 6:00 Uhr auf. Sie bedrohten die Frau mit einer Schusswaffe und erpressten die Herausgabe von Bargeld in 5-stelliger-Höhe aus einem Tresor (Meldung 724 v. 30.05.2006). Die Angestellte fesselten sie mit mitgebrachtem Klebeband. Danach flüchteten Vater und Sohn in einem Pkw, den die Mutter steuerte.

    Ein knappes dreiviertel Jahr später (23.02.2007) überfiel der 57-Jährige auf die gleiche Art und Weise einen Verbrauchermarkt in Nürnberg-Reichelsdorf. Auch hier bedrohte er die Frau mit einer Schusswaffe und forderte die Herausgabe von Bargeld. Allerdings war die Angestellte nicht im Besitz des Tresorschlüssels, weshalb er nur die Geldbörse der Frau raubte (Meldung 497 v. 23.02.2007).

    Durch langwierige und umfangreiche Ermittlungsarbeit stießen nun die Beamten der Kripo Nürnberg auf die 4 Tatverdächtigen. Operative Maßnahmen in den letzten Wochen erhärteten den Tatverdacht, so dass in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg und auf deren Antrag hin Haftbefehle und richterliche Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt wurden.

    Die Familie wurde in den frühen Morgenstunden des 8. Dezember im Landkreis Nürnberger Land durch Spezialeinheiten der Nürnberger Polizei festgenommen. Offensichtlich baldowerten sie zum Zeitpunkt der Festnahme einen weiteren Supermarkt aus, den sie möglicherweise wenig später überfallen wollten. Den 52-jährigen Bekannten nahmen Spezialeinheiten wenig später in seiner Wohnung in Nürnberg fest.

    Im Rahmen seiner Vernehmung gab der Familienvater die Tatvorwürfe zu. Seinen Angaben nach will er auch noch im Jahre 2002 zwei Postfilialen in Thüringen überfallen haben. Diesbezüglich dauern die Ermittlungen noch an.

    Bei ihren Raubzügen erbeuteten die 4 Tatverdächtigen knapp 18.000,-- Euro Bargeld, das sie bereits verbraucht hatten. Alle Beschuldigten wurden in die JVA eingeliefert. Bei Wohnungsdurchsuchungen stellten die Einsatzkräfte zwei Schreckschusswaffen sowie eine Sturmhaube sicher.

    Die Festnahme von 3 Männern und einer Frau im Alter zwischen 27 und 32 Jahren beendete die Erpressung eines 28-jährigen Kaufmannes, der in den letzen Tagen um mehrere Tausend Euro "erleichtert" werden sollte. Dabei wurde der Geschädigte von den Tatverdächtigen mehrfach mit dem Tode bedroht.

    Unter dem Vorwand, er wolle mit dem Kaufmann ein Geschäft abschließen, lockte der 30-jährige Haupttatverdächtige den 28-Jährigen Anfang Dezember auf einen Parkplatz am Nürnberger Hauptbahnhof. Dort stiegen die beiden zusammen mit zwei weiteren Tatverdächtigen (27 und 32) in ein Fahrzeug und fuhren in ein Waldstück im Osten Nürnbergs. Bereits während der Fahrt bedrohten sie den Geschäftsmann mit einer Schusswaffe und verlangten Bargeld. Andernfalls würden er und seine Tochter erschossen.

    Im Wald untermauerte das Trio seine Forderung unter erneuter Bedrohung mit der Schusswaffe. Außerdem verklebten die Männer ihrem Opfer den Mund und verbanden ihm die Augen. Wenig später jedoch kehrte man in das Stadtgebiet zurück und ließ den Mann frei. Allerdings blieb ein Beschuldigter mit ihm in ständigem Telefonkontakt.

    Das Opfer wandte sich unmittelbar nach seiner Freilassung an die Kriminalpolizei Nürnberg, die sofort entsprechende Maßnahmen einleitete. So konnte sehr schnell ein Tatverdächtiger ermittelt werden, der aus Nordrhein-Westfalen Telefonkontakt mit dem 28-Jährigen unterhielt. Im Zuge der weiteren Ermittlungen stieß man dann wenig später auf die drei weiteren Beschuldigten, unter anderem die Ex-Ehefrau des Opfers.

    Am Abend des 07.12.2007 wurde das Trio in der Nürnberger Innenstadt beim Verlassen ihres Fahrzeuges durch Spezialeinheiten der Polizei widerstandslos festgenommen. Ebenfalls Spezialeinheiten des Landes Nordrhein-Westfalen nahmen den Komplizen an seinem Wohnort fest.

    Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg erließ der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Nürnberg Haftbefehl gegen das Quartett. Es wurde in eine JVA eingeliefert. Gegen die Beschuldigten wird wegen erpresserischen Menschenraubes ermittelt. Ihr Opfer überstand den Vorfall zwar unverletzt, ist aber psychisch angeschlagen.

    Bert Rauenbusch/n


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