Polizeiinspektion Hildesheim

POL-HI: Alkoholgenuß von Kindern und Jugendlichen - Sarstedter Polizei verstärkt Kontrollen(fm)

    Hildesheim (ots) - Kontrollen auf Spielplätzen und anderen von Kindern und Jugendlichen bevorzugten Treffpunkten hat die Sarstedter Polizei verstärkt durchgeführt, zuletzt am letzten Donnerstag (24.07.2008).  Mit Unterstützung von Kräften der Bereitschaftspolizei Hannover wurden bekannte und bei dieser Zielgruppe beliebte   Anlaufpunkte überprüft. Hauptaugenmerk wurde dabei auf Alkoholkonsum gerichtet. Einerseits zeigen aktuelle Studien, dass der gelegentliche Konsum von Alkohol bei Schülerinnen und Schülern im Vergleich zu 2007 leicht zurückgeht. Der Konsum von Alkopops ist drastisch gesunken. Aber gleichzeitig sind die Konsummengen von Alkohol bei den Kindern und Jugendlichen stark angestiegen. Während die 12 - 17-Jährigen 2005 noch    34 g reinen Alkohol pro Woche zu sich nahmen, waren es 2007 schon 50 g. Auch das sog. "Binge Drinking" hat bei Jugendlichen stark zugenommen, d.h. der Konsum von fünf oder mehr alkoholhaltigen Getränken hintereinander. Während 2005 noch 20% der Jugendlichen ein Mal im letzten Monat "gebingt" hatten, "bingten" 2007 schon 26%. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von 10-20-Jährigen wegen Alkoholvergiftungen hat sich von 2000 bis 2006 mehr als verdoppelt. Nicht unproblematisch ist aus Sicht der Polizei speziell das bei Jugendlichen sehr  beliebte Vorglühen". Da bei Veranstaltungen alkoholische Getränke bedingt durch das Alter entweder nicht zu erhalten oder generell relativ teuer sind, erfolgt der Verzehr aus dem "Depot", wie beispielsweise dem Kofferraum eines Autos oder dem Rucksack in einer Grünanlage.

    Neben zahlreichen Präventionsaktivitäten hat die Sarstedter Polizei speziell in Bezug auf Alkoholkonsum von jungen Menschen die Kontrollen noch einmal deutlich intensiviert. Allein in den Monaten Mai - Juli wurden 13 gezielte Kontrollen durchgeführt. Dabei sind 12 Kinder ( nicht älter als 13 Jahre ) und 92 Jugendliche ( unter 18 Jahren ) überprüft worden.  17 Jugendliche waren alkoholisiert, leider auch 2 Kinder. 5 Jugendliche wurden den Eltern zugeführt, in 4 Fällen erfolgte eine Abholung.

    Die Sarstedter Polizei nimmt aber auch die stärker ins Visier, die Jugendlichen unerlaubt Alkohol verkaufen." Wir erstatten vermehrt Anzeige gegen Kiosk-, Tankstellen- und Gasttättenbetreiber", betont Frank Müller, Sprecher der Sarstedter Polizei. Ein Kioskbetreiber aus Sarstedt handelte sich sogar eine Strafanzeige wegen Körperverletzung ein, er hatte den üblen Zustand einer 13-jährigen mit zu verantworten, weil er dieser Wodka verkauft hatte. Das Mädchen musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden und war zeitweise nicht mehr bei Bewusstsein.

    Einzelfälle, die aber untermauern, dass Kontrollen absolut notwendig sind: Beim Sarstedter Schützenfest wurden am ersten Tag um 20.30 Uhr zwei Jugendliche im Festplatzbereich kontrolliert, deren Alkoholisierung deutlich feststellbar war und - nach freiwilligem Alkoholtest - den Wert von ein Promille deutlich überstieg. Während ein Jugendlicher von den Eltern abgeholt wurde, gab der zweite an, seine Eltern seien nicht zu Hause. Wie sich herausgestellt hat, eine Lüge, die für die überraschten Eltern teuer wird. Die Polizei fertigt in derartigen Fällen konsequent Kostenrechnungen. Mit mindestens 65.- Euro sind die Eltern dabei.

    Die Polizei bitte alle Eltern noch einmal sehr eindringlich darum, das Thema Alkoholgenuß nicht als Randthema zu betrachten, sondern sich doch sehr intensiv damit auseinander zu setzen und gerade den Kindern einen sehr verantwortungsvollen Umgang mit alkoholischen Getränken zu vermitteln. Zu einer guten, stimmungsvollen Feier muss nicht zwingend Alkoholkonsum gehören.

    Voll gewesen, toll gewesen," trifft nicht den Kern für das sehr ernst zu nehmende Thema Alkohol, so der Sprecher der Sarstedter Polizei


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