Feuerwehr Essen

FW-E: Verkehrsunfall mit Linienbus, groß angelegte Übung in Essen-Bergeborbeck

Einige Fahrzeuge waren in Brand geraten. Foto: Mike Filzen

    Essen (ots) - Bergeborbeck, Im Hesselbruch, 06.09.2008, 13.57 Uhr

    Am Samstag, 06.09.2008 um kurz vor 14.00 Uhr liefen in der Leitstelle der Feuerwehr Essen mehrere Notrufe ein. Anrufer meldeten einen Verkehrsunfall mit einem beteiligten Linienbus und einer zunächst unbekannten Zahl von PKW, die direkt in den Bus hinein gefahren oder bei Ausweichmanövern miteinander kollidiert waren. Mindestens ein Fahrzeug würde brennen, wahrscheinlich seien mehrere Menschen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Als die ersten Kräfte am Übungsgelände im Hesselbruch eintrafen, bot sich ein echtes Horrorszenario. 19 ineinander verkeilte Fahrzeuge, aus denen Kraftstoffe und Betriebsmittel austraten, mindestens zwei waren in Brand geraten. Überall lagen Verletzte, aus den Autos herausgeschleudert oder beim Versuch, sich in Sicherheit zu bringen, auf der Straße zusammengebrochen. Schreiende, stöhnende, wimmernde Menschen, die dringend Hilfe benötigten. Eingeklemmte, zum teil bewusstlose Personen mit stark blutenden Wunden. Im Linienbus ein ähnliches Bild, auch hier etliche schwer verletzte Menschen, der Fahrer des Busses über dem Lenkrad hängend, leblos. Jetzt muss alles schnell gehen. Blitzschnell, aber trotzdem strukturiert und vorausschauend, den jedem Beteiligten werden zwei Dinge sofort klar. Erstens: Das hier ist -Gott sei Dank- nur eine Übung. Zweitens: Eine solch realistische Lagedarstellung sorgt trotzdem für erhöhten Adrenalinpegel. Dafür sorgen 50 Verletzte. 50 junge Menschen mit zum Teil schrecklich aussehenden Wunden. Brandverletzungen, Säurefraß, Pfählungsverletzungen, Schnitt- und Schürfwunden und ein breites Spektrum an zunächst nicht sichtbaren, weil inneren Verletzungen. Schon bald lichtet sich die zunächst dramatische Unfallsituation. Brandbekämpfung, Befreiung der Menschen aus ihren zum Teil verzweifelten Lagen, notärztliche Versorgung. Und immer wieder Schreie, Hilferufe. Die 20 Mitglieder der extra aus Bad Honnef angereisten "Bloody Maltis" setzen den Einsatzkräften arg zu. Sie sind nämlich nicht nur perfekt geschminkt, sondern auch exzellente Schauspieler und nehmen ihre Aufgabe ernst. Die "Bloody Maltis", wie sie sich selbst nennen, sind ehrenamtliche Helfer des Malteser Hilfsdienstes und werden häufig bei Übungen angefordert, um Stress zu erzeugen. Im Hintergrund läuft derweil ein gut eingespieltes Programm ab. Dieses Programm heißt "MANV" und bedeutet im Klartext "Massenanfall von Verletzten". Zuletzt trainiert vor der Fußball-WM 2006 in drei Übungen. Seitdem nicht real eingetreten. "Um gut funktionierende Strukturen und Abläufe wieder in Erinnerung zu rufen, war es Zeit für eine neuerliche Trainingseinheit", meint der stellvertretende Amtsleiter der Essener Feuerwehr, Thomas Lembeck, unmittelbar nach Übungsende. Und seinem Gesicht können alle Mitwirkenden ansehen, dass er zufrieden ist mit dem Übungsergebnis. Zufrieden auch deshalb, weil nicht alles zu 100 Prozent richtig gelaufen ist. "Und das ist das eigentliche Ziel einer solchen Aktion", sagt Lembeck. "Fehler müssen aufgedeckt und erkannt werden, damit wir im Realfall gute Arbeit leisten können." Den Realfall allerdings wollen die etwa 140 Einsatzkräfte und Helfer aus Freiwilligen Feuerwehren und den Hilfsorganisationen ASB, DRK, MHD, JUH und THW am liebsten gar nicht erleben. (MF)


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