Polizeipräsidium Frankfurt am Main

POL-F: Pressebericht 1 PP Frankfurt am Main vom 26.11.2004

    Frankfurt (ots) - 041126 ¬Ė 1230 Gemeinsame Pressemeldung

    der Staatsanwaltschaft und des Polizeipr√§sidiums Frankfurt a.M.

zum dem

Vermisstenfall bzw. Verdacht des Tötungsdelikts zum Nachteil Andreas Sascha GRIMM

    Durch die Berichterstattung in den vergangenen Wochen ist der ¬ĄVermisstenfall And-reas Sascha GRIMM¬ď den Medien hinreichend bekannt. Wegen der schwierigen Ermittlungs- und Beweisf√ľhrung konnten bis dato keine er-g√§nzenden Informationen durch die Staatsanwaltschaft und das Polizeipr√§sidium ver√∂ffentlicht werden. Zwischenzeitlich befinden sich zwei dringend Tatverd√§chtige (ein Mann und eine Frau seit 24. November bzw. 20. Oktober) wegen Mordes bzw. Beteiligung an einem Mord in Untersuchungshaft.

    Familienangeh√∂rige meldeten den in Frankfurt wohnhaften 25-j√§hrigen Andreas S. GRIMM am 18. Oktober als vermisst, nachdem sie ab dem sp√§ten Nachmittag des 15. Oktober 2004 keinen pers√∂nlichen Kontakt mehr zu ihm herstellen konnten.

    Noch in der Nacht nahm der Kriminaldauerdienst die ersten Ermittlungen auf. Es er-folgten intensive √úberpr√ľfungen im pers√∂nlichen Umfeld sowie im Freundes- und Bekanntenkreis des Vermissten. Ab dem 19. Oktober √ľbernahm das Fachkommissa-riat K 11 die weiteren Recherchen.

    In den Folgetagen wurden Personen intensiv befragt, u. a. auch ein 22-j√§hriger Mann aus dem Frankfurter Nordend. Bei seiner Anh√∂rung gab er zu, gemeinsam mit Herrn GRIMM am Freitagnachmittag in seiner Wohnung in der Sternstra√üe 9 gewesen zu sein, da er ihm angeblich Kokain verkaufen wollte.

    Der 22-J√§hrige schilderte den Beamten dann ein Szenario, wonach verschiedene Personen in seiner Wohnung erschienen seien und den Andreas S. GRIMM f√ľr ihn v√∂llig √ľberraschend in seinem Beisein erschossen h√§tten. Lediglich an der sp√§teren Beseitigung des Leichnams will er aktiv beteiligt gewesen sein. Er nannte Namen von vermeintlichen T√§tern und Beteiligten, die durch die befragenden Beamten in den Folgetagen unter schwierigsten Bedingungen identifiziert, die Alibis √ľberpr√ľft und vernommen wurden.

    Auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse, konnte am 21. Oktober ein 52- j√§hriger Li-banese aus Frankfurt a.M. und am 23. Oktober die Freundin des 22-J√§hrigen, eine 38-j√§hrige Frankfurterin wegen des dringenden Tatverdachts an der Leichenbeseiti-gung mitgewirkt zu haben vorl√§ufig festgenommen werden. Allerdings wurde der 52- J√§hrige, der der gemeinschaftlichen Beseitigung der Leiche bezichtigt war, zwi-schenzeitlich wieder aus der Haft entlassen.

    Ferner erz√§hlte der 22-J√§hrige u.a. den Ermittlern einige Tage sp√§ter, dass er den Get√∂teten in der N√§he von Montabaur im Gelbachtal, an einer genau von ihm be-zeichneten Stelle, in den dortigen kleinen Bach geworfen habe.

    Die daraufhin sofort eingeleiteten √úberpr√ľfungen und Suchma√ünahmen an und in dem durch erhebliche Regenmengen angeschwollenen schnell flie√üenden Bach in Richtung der Lahn, ergaben keine klaren Hinweise auf den Ablageort. Trotz des Ein-satzes von Sp√ľrhunden, der Absuche des gesamten Gel√§ndes durch Kr√§fte der Be-reitschaftspolizei mit Tauchern √ľber viele Kilometer, bis zur ersten Staustufe in der Lahn, auch Tage sp√§ter, blieb ohne Erfolg.

    Wichtige Beweismittel fanden die Ermittler allerdings in einer Wohnung in der Robert-Mayer-Stra√üe (Bockenheim), die einem ehemaligen Freund der 38-J√§hrigen geh√∂rt. In einer Sporttasche, die dem 22-J√§hrigen zugeordnet wurde, konnten verschiedene Tatwerkzeuge mit Blutanhaftungen sichergestellt werden.

    Ein vorl√§ufiges Blut- und DNA-Gutachten des kriminalwissenschaftlichen und krimi-naltechnischen Instituts beim Hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden, machte am 27. Oktober die Vermutung der Kriminalisten zur Gewissheit. Das Blut an den Gegenst√§nden stammt von dem vermissten Andreas Sascha GRIMM. Es muss daher auf der Basis der bis jetzt bekannten Gesamtumst√§nde und der bis-her vorliegenden Spurenlage tats√§chlich von einem Gewaltverbrechen ausgegangen werden, in dem der 22-J√§hrige eine aktive und zentrale Rolle hatte.

    Durch die Auswertung verschiedener Spuren, Beweismittel, Indizien und Bewertung der bisherigen Ermittlungsergebnisse konnte die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Erweiterung des Haftbefehls gegen den 22-J√§hrigen von Drogenhandel auf Mord entsprechend begr√ľnden, so dass der Haftbefehl dem gem√§√ü erlassen wurde.

    Weitergehende Angaben k√∂nnen in diesem Fall auch nicht durch den Pressespre-cher der Staatsanwaltschaft gemacht werden.

    (J√ľrgen Linker/ Pressestelle Polizeipr√§sidium Frankfurt a.M. 069/755- 82111).


ots-Originaltext: Pressestelle Polizei Frankfurt

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