Polizeipräsidium Frankfurt am Main

POL-F: 020327 - 0370 Frankfurt am Main: Zirkus verstieß gegen das Artenschutzabkommen - Fall nach zwei Jahren aufgeklärt.



        Frankfurt (ots) - Einen etwas ungewöhnlichen Fall des Verstoßes
gegen das  Artenschutzabkommen beschäftigte rund zwei Jahre das
Fachkommissariat  für Umweltkriminalität beim Polizeipräsidium in
Frankfurt a. M.  Hierbei ging es um das Einschläfern von zwei
Zirkustigern. Der  Polizei wurde bereits im März 2000 angezeigt, daß
ein  Zirkusunternehmen, welches zum damaligen Zeitpunkt in Frankfurt
am  Main ein Gastspiel gab, einen vier- und einen sechsjährigen
Tiger  töten ließ, da sie angeblich für die tägliche Show nicht mehr
einsetzbar waren. Die Ermittlungen gestalteten sich alleine schon  
deshalb schwierig, weil der Zirkus in Deutschland und dem  
europäischen Ausland ständig unterwegs war und in unterschiedlichen  
Städten gastierte. Trotzdem konnten die Kriminalisten feststellen,  
daß die Raubtiergruppe von 13 auf 11 Tiere reduziert war und für die
fehlenden zwei Tiger keine plausible Erklärung abgegeben bzw. ein  
schriftlicher Nachweis vorgelegt werden konnte. Über den Fehlbestand
hätte der Besitzer nach dem internationalen Artenschutzabkommen -  
darunter fallen zum Beispiel auch in Gefangenschaft lebende  
Raubtiere, die sogar unter den höchsten Schutzstatus fallen - eine  
entsprechende Sondererlaubnis der Naturschutzbehörde über die  
"Vermarktung von streng geschützten Tieren" vorlegen müssen. Die  
Geschichte, daß die beiden Raubkatzen bei einer Gastspielreise in
den  USA im Jahre 2000 aus Sicherheitsgründen erschossen wurden,
nachdem  sie einen Mitarbeiter des Zirkus angefallen hätten, konnte
anhand der  Dokumentationen amerikanischer Kollegen widerlegt
werden. Unter  Einschaltung weiterer ausländischer
Polizeidienststellen und  Artenschutzbehörden ergaben sich Hinweise
auf einen 51jährigen  Veterinär aus Norddeutschland. Der
Tatverdacht, daß er etwas mit der  Tötung der beiden Tiger zu tun
haben könnte, wurde so konkret, daß  ein Durchsuchungsbeschluß für
die Wohn- und Geschäftsräume des Mannes  durch das Amtsgericht
erging. Der Veterinär räumte in seiner  polizeilichen Vernehmung
ein, die beiden Tiere im Auftrag des  Tierhalters in Frankfurt am
Main eingeschläfert zu haben, da sie  angeblich an einer
gesteigerten Aggressivität litten. Als Lohn für  seine Arbeit habe
er die toten Tiere erhalten. Das eine Tigerfell war  
zwischenzeitlich zu einem Vorleger verarbeitet worden, welches in
der  Wohnung des Mannes sichergestellt wurde. Der zweite Tiger
befand sich  noch im Kühlraum des beauftragten Präparators, der
wiederum diesen  Tierkörper als bargeldloses Honorar für seine
Leistungen erhalten  hatte. Auch diese Überreste wurden eingezogen.
Derzeit fehlen  lediglich noch der Schädel und die Krallen des
Präparates aus dem  Besitz des Veterinärs. Zwischenzeitlich wurden
zwar EG-Dokumente nach  dem Artenschutzabkommen den Ermittlern über
zwei Präparate vorgelegt,  jedoch bedürfen diese noch der
Überprüfung bei der zuständigen  Fachbehörde. Diesbezüglich dauern
die Ermittlungen wegen des  Verstoßes gegen das
Bundesnaturschutzgesetz und das Tierschutzgesetz  noch an. Das
Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Tigerbesitzer  ist als
geklärt anzusehen, so daß die Akten durch das  Fachkommissariat in
Kürze zur weiteren Prüfung an die  Staatsanwaltschaft abgegeben
werden. (Jürgen Linker/ -8012).

  Bereitschaftsdienst:  Karlheinz Wagner, Telefon: 06107-3913, Handy:  
0177-23697787 (nach 17.00 Uhr).

  Bereitschaftsdienst ab Karfreitag bis einschließlich Ostermontag:  
Manfred Füllhardt, Telefon 06142-63319.


ots-Originaltext: Pressestelle Polizei Frankfur

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