Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis

POL-EN: Ennepe-Ruhr-Kreis - Kradaktion 2004 der Kreispolizei

    Schwelm (ots) - Seit vielen Jahren sind die Motorradunfallzahlen bezogen auf den wachsenden Bestand rückläufig. Den Motorradfahrern kann somit ein positives Zeugnis ausgestellt werden. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis hat sich dieser bundesweite Trend bestätigt, wenn auch im Jahr 1999 noch eine deutliche Steigerung zu verzeichnen war. Die Statistiken belegen aber auch ein für Motorradfahrer bedenkenswertes Ergebnis. Bei mehr als der Hälfte aller Kollisionen zwischen Auto und Motorrad waren die PKW-Lenker die Hauptschuldigen. Allerdings nützt dem Zweiradlenker diese Erkenntnis wenig: Naturgemäß ist sein Verletzungsrisiko bei einem Zusammenstoß höher, auch wenn moderne Schutzhelme und -bekleidung die Folgen eines Aufpralls spürbar mindern können.

    Eine genaue Analyse des Ablaufs von 506 Unfällen zwischen Auto- und Motorradfahrer durch das Institutes für Fahrzeugsicherheit in München hat ergeben, dass bei allen untersuchten Unfällen die PKW- Fahrer die Hauptschuldigen waren. Dennoch hätten auch die Motorradfahrer durch rechtzeitiges Erkennen der kritischen Verkehrssituation dazu beitragen können, zumindest einen Teil der Unfälle zu vermeiden. Durch diese detaillierte Auswertung konnten die Unfallforscher herausfinden, in welchen Situationen es immer wieder zu Kollisionen kommt. Dabei lassen sich fünf Unfalltypen deutlich voneinander unterscheiden.

1.PKW-Fahrer biegt ein oder überquert die Vorfahrtstraße,   Motorradfahrer kommt von links oder rechts ( Anteil: 42 % der   Unfälle) 2.Autofahrer biegt links ab, Motorradfahrer kommt entgegen   (26 %) 3.Motorrad überholt, PKW wechselt die Fahrspur oder biegt   links ab (11 %) 4.PKW wendet, Motorradfahrer kommt entgegen oder von hinten   (9 %) 5.PKW überholt oder kommt in einer Kurve auf die   Gegenfahrbahn,   Motorrad kommt entgegen (7 %)

    Aus dieser Studie lassen sich nützliche Hinweise für Auto- und Motorradfahrer ableiten. Wer die Situationen kennt, in denen es immer wieder zu Unfällen kommt, kann im wahrsten Sinne des Wortes "vorausschauend" fahren.

    Partnerschaftlichkeit, defensive Fahrweise und Verzicht auf Vorfahrt bei unklarer Verkehrssituation können Grundlagen sein, kritische Situationen zu verhindern. Drei Grundregeln gelten für den Motorradfahrer:

1. Vertraue nie auf die eigene Vorfahrt 2. Fahre sichtbar und für     den PKW-Fahrer erkennbar 3. Reagiere (z.B. Gas wegnehmen, bremsbereit     sein) lieber 100 mal zu früh als einmal zu spät.

    Durch "vorausschauendes" Fahren lässt sich hoffentlich der eine oder andere Unfall vermeiden.

    Sollte es aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch einmal zu einem Unfall gekommen sein, so sollte jeder, der an diese Unfallstelle kommt ohne lange zu überlegen zu einem Glied in der sogenannten "Rettungskette" werden, die dem oder der Verletzten Leben und Gesundheit sichert. Dass man anhält, um zu helfen und nicht einfach weiterfährt, ist nicht nur selbstverständlich sondern gesetzliche Pflicht. Für Laien mit wenig Erfahrung ist es anschließend besonders wichtig, bei der Erstversorgung möglichst wenig Zeit zu verlieren, bevor der Rettungsdienst alarmiert wird.

Zum Schluss noch ein Hinweis für Ersthelfer bei Motorradunfällen: Empfehlungen aus vergangenen Tagen, nach denen ein Schutzhelm auf dem Kopf des bewusstlosen Verletzten bleiben sollte, sind überholt. Das Risiko zu ersticken ist für den Verletzten weitaus größer als die Gefahr, beim Abnehmen des Helms Schäden davonzutragen. Trotzdem sollte der Helm immer mit größter Vorsicht abgenommen werden. Für das korrekte Abnehmen sollten deshalb auch wenn möglich, zwei Helfer zusammenarbeiten

    Neben der gesetzlichen Verpflichtung zur Hilfeleistung gilt es deshalb gerade für Motorradfahrer, sich unter dem Stichwort "Kollegenhilfe" auf eine mögliche Unfallsituation vorzubereiten. Ein Erste-Hilfe-Kurs bei einer der Hilfsorganisationen bedeutet einen geringen Zeitaufwand, der sich aber durch Handlungssicherheit in Unfallsituationen auszahlen kann.

    Seit einigen Jahren bemühen sich die Kreispolizeibehörden Wuppertal, Essen, Mettmann, Oberbergischer Kreis und Ennepe-Ruhr-Kreis durch konzertierte Aktionen die Zahl der Unfälle mit Krädern zu senken. Diese Aktionen waren bisher von Jahr zu Jahr erfolgreich (s. Statistik oben).

Auch in diesem Jahr soll wieder eine Aufklärungskampagne die Biker auf die Kradsaison einstimmen. Auf der Grundlage der obigen Erkenntnisse werden die Verkehrssicherheitsberater des Kommissariats Vorbeugung am

Freitag, dem 30.04.2004 (beitrockenem Wetter)) in der Zeit von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr Hattingen,Felderbachstr./Elfringhauser Str.Parkplatz

und in der Zeit von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr, Breckerfeld, Glörtalsperre Parkplatz

    Aufklärungsgespräche mit anwesenden Bikern führen und Infomaterial, auch zur Ersten Hilfe, verteilen. Natürlich erfolgt auch ein Hinweis darauf, dass die beteiligten Kreispolizeibehörden zusätzlich durch repressive Aktionen (Radar- und Lasermessungen, technische Überprüfungen, Alkoholkontrollen) in der Folgezeit die Kradunfälle senken wollen. Weitere Informationen erteilt das Kommissariat Vorbeugung unter 02336-91662950


ots-Originaltext: Polizei Schwelm

Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=12726

Rückfragen bitte an:
Polizei Schwelm

Pressestelle

Manfred
Michalko
Telefon: 02336-9166 1222
Fax: 02336-9166 1299

Email: pressestelle@kpb-schwelm.de

Original-Content von: Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis

Das könnte Sie auch interessieren: