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Aktion vor russischer Botschaft: Freiheit für Oleg Orlov

Aktion vor russischer Botschaft: Freiheit für Oleg Orlov
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Freiheit für Oleg Orlov:

  • Vorstandsmitglied von Memorial International heute in Moskau vor Gericht
  • Kritik an Versäumnissen der deutschen Russland-Politik
  • Appell zur Freilassung des 70-Jährigen fast 1.000 Mal unterschrieben

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat heute vor der Botschaft der russischen Föderation für ihren Freund und Kollegen Oleg Orlov demonstriert. Das Vorstandsmitglied der Menschenrechtsorganisation Memorial International steht heute um 14 Uhr zum zweiten Mal in Moskau vor Gericht. Im drohen drei Jahre Haft. „Oleg dürfte in keinem Land der Welt vor Gericht stehen. Seit über 40 Jahren tritt er für ein besseres Russland ein, für ein Russland, das die Menschenrechte einhält, in dem Täter zur Verantwortung gezogen werden, ein Russland ohne Folter, ohne willkürliche Verhaftungen, ein demokratisches Russland“, erklärte GfbV-Osteuropaexpertin Sarah Reinke am Rande der Veranstaltung.“ Er steht heute vor Gericht, weil er nicht schweigen kann, nicht schweigen will. Er will seine Stimme erheben, für alles, wofür auch seine Organisation Memorial steht, die 2022 den Friedensnobelpreis erhalten hat.“ Einen GfbV-Appell zur Freilassung des 70-Jährigen haben fast 1.000 Menschen unterschrieben.

Die politisch Verantwortlichen in Deutschland hätten Menschenrechtsverletzungen in Russland viel zu lange ignoriert. „Anstatt Demokraten und Menschenrechtsverteidiger, mutige Journalistinnen und Rechtsanwälte unter der Putin-Herrschaft zu unterstützen, hat man mit Putins Russland Geschäfte gemacht“, so Reinke. Man hat beide Augen zugedrückt, wenn es um den Krieg in Tschetschenien mit 80.000 Toten ging, oder um Morde an Regimegegnern wie Anna Politkowskaja oder Oleg Orlovs Kollegin Natalja Estemirova. Selbst nach der Annexion der Krim und den Angriffen im Donbass hat die deutsche Politik weggeschaut. Für diese jahrelange Ignoranz zahlen die Menschen in Russland und der Ukraine nun einen hohen Preis.“

Oleg Orlov hingegen hat unter höchstem persönlichem Risiko in Tschetschenien gearbeitet. Er hat die entsetzlichen Menschenrechtsverletzungen an Männern, Frauen und Kindern dokumentiert und angeklagt. Er war in Georgien, als dort 2008 Krieg war und er hat Menschenrechtsverletzungen im Donbas seit 2014 dokumentiert. „Orlov stand auf der Seite der vielen Opfer des repressiven Putin-Regimes. Jetzt droht er selbst ein Opfer dieses Regimes zu werden“, mahnte Reinke. „Wir stehen hier, weil wir Teil einer gemeinsamen Bewegung sind. Der Bewegung für die Durchsetzung der Rechte für jede Einzelne und jeden Einzelnen, die internationale Menschenrechtsbewegung. Sie bringt immer wieder solch wunderbare Persönlichkeiten wie Oleg Orlov hervor. Wir wissen, dass wir mit unserem Protest den russischen Botschafter hier in Berlin nicht beeindrucken oder gar zum Handeln bewegen können. Wir sind trotzdem hier. Es ist uns nicht gleichgültig, was in Russland passiert.“

Bilder der Veranstaltung hängen dieser Mitteilung an.

Sie erreichen Sarah Reinke unter s.reinke@gfbv.de oder 0551/49906-13.

Gesellschaft für bedrohte Völker
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D-37010 Göttingen
Tel.: +49 551 499 06-21
Fax: +49 551 580 28
E-Mail:  info@gfbv.de
www.gfbv.de
Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den UN und mitwirkendem Status beim Europarat
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