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Nicht unterschätzen

Frankfurt (ots)

Nach drei Tagen Thüringen-Chaos ergibt sich für die Freunde der freiheitlichen Demokratie ein bedrückender Befund. Ausgerechnet in der Mitte des politischen Spektrums in Deutschland mangelt es an Umsicht, an Einsicht, auch an strategischem Denken. Kurz gesagt: Die Mitte ist zu dumm. Noch immer werden die aggressiven Strategien der Angreifer von Rechtsaußen verkannt. Noch immer machen die Demokraten den Radikalen Geschenke. Die gesamte Führung der FDP einschließlich des Parteichefs Christian Lindner war allzu lange auf der Lernkurve unterwegs. Erst nach und nach ging auch dem letzten eben noch jubelnden Liberalen auf, dass man am Ende wohl doch nicht durchkommen werde mit einem FDP-Ministerpräsidenten, der seine Wahl der AfD verdankt. Es ist Zeit, einen unbequemen Gedanken zuzulassen: Man darf die Intelligenz der neuen rechten Szene nicht unterschätzen.

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