All Stories
Follow
Subscribe to nd.DerTag / nd.DieWoche

nd.DerTag / nd.DieWoche

Neues Deutschland: Rudolf Dreßler erwägt Übertritt zur Linkspartei: »Man sollte niemals Nie sagen.

Berlin (ots)

Der Sozialexperte der SPD, Rudolf Dreßler, hat
heftige Kritik an seiner Partei wegen ihres Mitwirkens am Sozialabbau
geübt. Es sei »verheerend«, dass die Unternehmerverbände sich bei 
ihren Forderungen nach weiterer Senkung der Arbeitgeberanteile bei 
Rente, Gesundheit, Pflege und Arbeitslosenversicherung »auf die SPD 
berufen« könnten, sagte Dreßler im Interview mit der Tageszeitung 
»Neues Deutschland« (Freitagausgabe). Er hätte »nie geglaubt, dass 
die SPD diesen Systemwechsel einleiten wird und immer dann, wenn das 
Thema auf der Tagesordnung steht, als Kronzeuge an die Wand genagelt 
werden kann«.
 Die Stimmung in der SPD sei »katastrophal«, so Dreßler. Wenn die 
Funktionäre die Diskussionen in der Partei nicht zur Kenntnis nähmen,
dann sei »ihnen objektiv nicht mehr zu helfen«. Bei 26 Prozent in den
Umfragewerten könne die SPD sich »nicht mehr als Volkspartei 
definieren«.
 Zur Frage eines Abschieds von der SPD und eines möglichen Wechsels 
zur Linkspartei sagte Dreßler: »Entscheidend sind die kommenden 
Monate: Programmdebatte, weitere Arbeitsergebnisse als 
Koalitionspartner, Wahlprogramm. Man sollte niemals nie sagen.« Die 
Übertritte von Oskar Lafontaine und Ulrich Maurer zur Linkspartei 
habe er als »logisch und konsequent« angesehen. Lafontaine, zu dem er
»auch heute gute Kontakte« pflege, habe seinerzeit »auch inhaltlich 
für sich selbst Grundbedingungen formuliert« und Konsequenzen 
angekündigt, wenn diese »nicht erfüllt werden«. Auch er, so Dreßler, 
habe Grundbedingungen, für ihn sei aber »der Zeitpunkt noch nicht 
erreicht, wo ich die Fahne raushänge«. Der Umgang der SPD mit 
Repräsentanten der Linkspartei sei jedenfalls »kein Zeichen von 
Souveränität, sondern von Schwäche«. Die Linkspartei vertrete 
»programmatische Inhalte der SPD, die diese verlassen hat«. Das 
Ergebnis innerhalb der SPD sei »Nervosität«.
 Rudolf Dreßler war lange Jahre Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft 
für Arbeitnehmerfragen in der SPD und gehörte dem Vorstand der Partei
und ihrer Bundestagsfraktion an. 1982, im letzten Kabinett von 
Bundeskanzler Helmut Schmidt, war er Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundessozialministerium. Zuletzt, von September 2000 bis August 
2005 amtierte er als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in 
Israel.

Pressekontakt:

Rückfragen bitte an:
Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/29 78 17 21

Original content of: nd.DerTag / nd.DieWoche, transmitted by news aktuell

More stories: nd.DerTag / nd.DieWoche
More stories: nd.DerTag / nd.DieWoche
  • 09.05.2007 – 17:50

    Neues Deutschland: zu den Grßrazzien der Polizei am Mittwoch

    Berlin (ots) - Die gestern von rund 900 Polizisten durchgeführten Razzien sollten vor allem zwei Botschaften transportieren. Die erste, gerichtet an G 8-Kritiker, lautet: Haltet die Füße still, wir stehen ohnehin drauf! Die zweite Botschaft richtet sich an Nachbarn vom Typ »braver Bürger«. Denen wurde mitgeteilt: Alles Kriminelle, die sich zusammenrotten ...

  • 08.05.2007 – 17:40

    Neues Deutschland: zum Grundsatzprogramm der CDU

    Berlin (ots) - Die CDU hat ihre grundsätzlichen Überlegungen nicht etwa nur wegen der Wahl im kleinsten Bundesland am Wochenende, wo sie voraussichtlich nicht sonderlich gut aussehen wird, angestellt. Sie schießt sich vielmehr schon auf die ganz große Auseinandersetzung mit dem jetzigen Koalitionspartner 2009 ein. Zu offensichtlich waren die Seitenhiebe, die der CDU-Generalsekretär gestern an jeder nur ...

  • 06.05.2007 – 18:40

    Neues Deutschland: CSU beißt Bundespäsidenten

    Berlin (ots) - Man mag es nicht mögen, doch in unserer Art von Demokratie stellen Parteien Generalsekretäre nun mal auch zum Wadenbeißen, zum Einfädeln von Intrigen und zur Not als Buhmänner ein. Eigentlich ist dieser Typ Politiker auf politische Gegner abgerichtet. Nun hat sich CSU-Söder jedoch an die Beine des Bundespräsidenten heran geschlichen. Der gehört - für jedermann erinnerbar - der ...