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Holzbau? Jetzt erst recht! Der Deutsche Holzbaupreis 2023 zeigt die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit des Bauens mit Holz

Holzbau? Jetzt erst recht!Der Deutsche Holzbaupreis 2023 zeigt die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit des Bauens mit Holz

Die Bauwende ist zu recht eines der Schlagworte unserer Zeit: Sie ist ein wesentlicher Hebel in der Transformation hin zu einer von fossilen Rohstoffen unabhängigen Gesellschaft. Bei der Bauwende geht es dabei nicht nur um nachwachsende, recyclingfähige Baustoffe im Neubau, sondern auch um den Einsatz nachwachsender Rohstoffe bei der Sanierung.

Diese Anwendungsbreite zeigen die 149 Einreichungen zum Deutschen Holzbaupreis: Sie reichen von kleinen bis zu großen Projekten, von Neubau bis Sanierung, von Wohneinheiten bis Turnhallen und Kindergärten. Der Deutsche Holzbaupreis ist daher so vielfältig wie das Leben – und der Holzbaupreis zeigt: Der nachwachsende Rohstoff Holz kann in nahezu allen Bereichen klimafreundliche, ressourceneffiziente und kreislauffähige Angebote machen.

Der Deutsche Holzbaupreis zeigt auch: Beim Holzbau geht es also nicht nur um Leuchtturmprojekte, sondern um flächendeckende Lösungen. Beispielsweise kann der Holzbau gerade bei der Nachverdichtung, bei Aufstockungen im Bestand und damit der Schaffung von Wohnraum in dicht besiedelten Gebieten seinen Gewichtsvorteil ausspielen und in Hybridbauweise das Beste aus Materialkombinationen herausholen. Leichtbau und Nachhaltigkeit gehen beim Holzbau Hand in Hand.

Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e. V. ist stolz, den Holzbaupreis von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes unterstützten zu dürfen. Der Holzbaupreis bietet auch Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen auszutauschen und um die besten Antworten zu ringen.

1. Ist Holzbau in Zeiten der Baukrise überhaupt ein Thema?

Ja, jetzt erst recht! Denn die Bauwende kann, sie darf nicht warten und der Holzbau bietet die Chance, Entlastung für mehrere Krisen (inklusive der Klimakrise) zu bieten. Zwar könnten die geopolitischen, zinspolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kaum schlechter sein: Die Zeiten sind ungewiss und das Investitionsklima daher trüb, das Niedrigzinsniveau ist Vergangenheit, die Rohstoffversorgung ist unsicher, die Energiekosten sind im europäischen Wettbewerb weiterhin zu hoch und die Standortfragen der produzierenden deutschen Industrie unklar. Der Produktionsrückgang in der Holzwerkstoffindustrie fiel im 4. Quartal 2022 drastisch aus: Minus 18,2 % bei den Spanplatten, minus 17,7 % bei den OSB-Platten, minus 38,6% bei Laminatböden und minus 15,2% bei den Türen. Dies liegt einerseits an den hohen Gestehungskosten unserer Industrie (Kostensteigerungen im Bereich Holz, Chemie, Energie, Transport), andererseits an der angespannten Bausituation und dem dramatischen Rückgang der Bautätigkeit. Ein immer dramatischerer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum trifft daher auf eine Bauindustrie, die in nahezu allen Bereichen steigende, teils erdrosselnde, Kosten reflektieren muss.

In einer solch komplexen Situation müssen die Krisen zusammengedacht werden. Es gilt Lösungen zu finden, die auf mehrere Krisenbewältigungen einzahlen – und das ist der Holzbau mit seinem nachhaltigen Baustoff und seinen vielen Anwendungsmöglichkeiten gerade im Wohnungsbau. Die Holzbauinitiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) bietet diese Chance: Es geht darum, Wettbewerbsnachteile des Holzbaus (inkl. des hybriden Bauens) zu beseitigen, Verfahren zu harmonisieren und zu verschlanken, insbesondere:

(1) Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit der Rohstoffe: Kaskadennutzung von Holz

• Wir müssen den Wald als Alleskönner anerkennen, dürfen ihn aber nicht überfordern. Es gilt, eine Balance zu finden zwischen den Umweltanforderungen und dem Rohstoffbedarf zur Ermöglichung einer bezahlbaren Bauwende.

• Dies bedeutet auch, eine klare Entscheidung für die stoffliche Verwertung von Rundholz, Sägenebenprodukten und stofflich verwertbaren Altholzsortimenten und damit für die Kaskadennutzung zu treffen. Denn durch die stoffliche Verwendung des Holzes wird der Klimaschutzeffekt durch den Kohlenstoffspeicher im Produkt verlängert und es werden weniger nachhaltige Produkte substituiert.

• Durch die Kaskadennutzung wird die Holzverbrennung auf Einzellösungen beschränkt (etwa bei integrierten Anlagen, bei denen Holzabfälle in der Produktion anfallen und fossile Energieträger ersetzen).

• Vor einer Aufweitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) in Richtung der Holzwärme durch Aufweichung der Anforderungen bei Bestandsheizungen gegenüber dem Kabinettsbeschluss oder gar einer voraussetzungslosen Anrechnungsmöglichkeit auf die 65% im Neubau warnen wir daher eindringlich.

(2) Vereinheitlichung der Bauvorschriften unter Anerkennung der föderalistischen Strukturen, Entbürokratisierung, Digitalisierung (etwa mit dem angestoßenen digitalen Bauantrag), Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und gesicherte Rahmenbedingungen für serielles Bauen und industrielle Vorfertigung.

(3) Verlässliche Förderung für alle Gesellschaftsbereiche, die auf bezahlbares Wohnen angewiesen sind. Das von der Bundesregierung geplante Programm „Wohneigentum für Familien“ ab dem 1. Juni 2023 ist ein richtiger Schritt, weitere müssen folgen.

2. Vor welchen Herausforderungen steht der Holzbau unabhängig von der Baukrise?

Der Holzbau bietet Lösungen für die Bauwende, steht aber auch vor Herausforderungen: Die Rückbaubarkeit, die Nachvollziehbarkeit der Materialzusammensetzungen und damit die Recyclingfähigkeit sind als Herausforderungen erkannt und Lösungen sind gefunden:

Holz aus dem Bereich der Bau- und Abbruchabfälle ist in wesentlichen Teilen recyclingfähig in neuen Bauprodukten wie der Bauspanplatte. An den Erfassungssystemen und Aufbereitungstechnologien wird ebenso weitergearbeitet wie an dem unzweifelhaft noch nicht ausgeschöpften Potenzial der Wiederverwendung.

Nicht recyclingfähige Sortimente werden hochwertig energetisch verwertet (in Kraftwerken mit Kraftwärmekopplung zur Erzeugung von Prozesswärme). An einer Beseitigung, einer Deponierung von Bauholz besteht kein Bedarf. Trotz der bereits erreichten Erfolge: Die Kreislaufwirtschaft im Bereich Holz ist noch nicht am Optimum angekommen, aber aufgrund bestehender und unter Hochdruck weiterentwickelter Lösungen auf einem sehr guten Weg.

Informationen zum Deutschen Holzbaupreis:

Deutscher Holzbaupreis: Holzbaupreis 2023 (deutscher-holzbaupreis.de)

Anemon Strohmeyer

Geschäftsführerin

Zum Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI):

Der VHI vertritt die Interessen der deutschen Holzwerkstoffindustrie auf nationaler und europäischer Ebene. Er vereint die Hersteller von Sperrholz, Span-, OSB- und Faserplatten, Naturfaserverbundwerkstoffen und Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen. Als Marktführer in Europa erwirtschaftete die deutsche Holzwerkstoffindustrie im Jahr 2022 einen Umsatz von rund 6,3 Milliarden Euro. Im Cluster Forst und Holz sind über 1 Mio. Menschen beschäftigt.

Die Geburtsstunde des VHI e.V. schlug im Juni 1920 als Verband Deutscher Sperrholzfabrikanten. Nach der Zwangseingliederung 1933 in die Wirtschaftsgruppe holzverarbeitende Industrie organisierte sich die Industrie in den späten 1940er Jahren neu. Dabei bildete sie auch die zwischenzeitliche technische Entwicklung ab und bezog die Spanplattenhersteller mit ein, ab Mitte der 1950er Jahre auch die Hersteller von Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen. 1973 kam die Vertretung der Faserplattenindustrie hinzu und der Verband erhielt seinen heutigen Namen. Als jüngsten Neuzugang konnte der Verband die Industrie der Holz-Polymer-Verbundwerkstoffe begrüßen.

Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)
Schumannstr. 9 | 10117 Berlin
Telefon: (030) 28 09 12 50
Telefax: (030) 28 09 12 56
E-Mail:  info@vhi.de

Vereinsregister: Amtsgericht Charlottenburg VR36496B

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