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Neues Deutschland: zum Konflikt Israel - Palästina

Berlin (ots)

Umgebracht werden sollte der Hamas-Abgeordnete
Kalil al Haja. Doch als Israels Luftwaffe sein Haus angriff, war er 
gerade unterwegs, sieben Familienangehörige starben an seiner Stelle.
Nicht dass die Praxis der gezielten Tötung, zu der Israel jetzt 
wieder offiziell übergeht, zivilisierter wäre, wenn man dabei den 
»Richtigen« eliminiert, aber dies zeigt wieder einmal besonders 
deutlich, dass Terrorismus, den reguläres Militär verübt, im Effekt 
der Barbarei der Selbstmordattentäter gleicht.
 Es ist schon frappierend, wie man sich in Jerusalem weigert, Lehren 
aus Debakeln zu ziehen. Gerade wurde der israelischen Führung 
bescheinigt, welch Fiasko ihr Feldzug gegen die Hisbollah in Libanon 
war. Und schon setzt man im Gazastreifen auf die Vernichtung von 
Hamas. Als wäre der Kampf unter den Palästinensern nicht bereits 
grausig genug, wird Öl ins Feuer gegossen.
 Sicher, die Israelis, die dem Kassam-Beschuss ausgesetzt sind, 
erwarten zu Recht, dass die Regierung etwas tut. Gut wäre es nur, 
wenn sie was unternähme, das die Attacken stoppt und nicht forciert, 
wie's eben jetzt geschieht. Wer das Chaos im Palästinensergebiet 
verstärkt, der trägt auch dazu bei, dass der Raketenhagel dichter 
wird.
 Schimon Peres war's, der vor zwei Jahren sagte, dass man aus dem 
Gazastreifen ein Singapur oder ein Somalia machen könnte. Fatal, dass
es heute so viele gibt - Palästinenser und Israelis -, die die 
Ostafrika-Variante wählen.

Pressekontakt:

Rückfragen bitte an:
Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/29 78 17 21

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