All Stories
Follow
Subscribe to nd.DerTag / nd.DieWoche

nd.DerTag / nd.DieWoche

neues deutschland: Kommentar zur Zahlungsmoral der UN-Mitglieder: Rolle rückwärts ins Nationale

Berlin (ots)

Es war eine ehrbare Idee: Auf den Trümmern zweier Weltkriege sollte eine neue Ordnung entstehen, eine Ära der Zusammenarbeit und des Friedens auf diesem Planeten herrschen. Doch von Anfang an wurde die UNO von den sich bildenden Blöcken instrumentalisiert. Und trotzdem ging von den Vereinten Nationen eine Signalwirkung aus, für Frieden und Gerechtigkeit. Bis heute setzt die UNO deutliche Zeichen gerade gegen die Willkür der Supermächte, wie zuletzt beim geforderten Atomwaffenverbot. Doch die Macht der vielen Schwachen gegen die wenigen Mächtigen setzte auch immer voraus, dass letztere sich - in der Theorie - einer multilateralen Institution unterordneten. In der Praxis wurde diese Verpflichtung jedoch oft ignoriert. Dass die Vereinten Nationen und vor allem der Sicherheitsrat und dessen Struktur mit den fünf Vetomächten im 20. Jahrhundert steckengeblieben sind, ist offensichtlich. Dass die ständigen Sicherheitsratsmitglieder an einer Reform kein Interesse haben, ebenso. Neu ist, dass in der weltweiten Rolle rückwärts zum nationalen Alleingang mindest der größte Akteur nicht mal mehr Interesse an der Institution Vereinte Nationen heuchelt. Schon lange zahlen die USA ihre Beiträge nicht, verspätet oder nicht in der vertraglichen Höhe. Wenn der eigene Staat Fixpunkt jeglichen Interesses ist, dann ist es auch konsequent, die UN zu schleifen. Damit sind die USA allerdings nicht allein. Das 21. Jahrhundert droht ein altbekanntes zu werden.

Pressekontakt:

neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Original content of: nd.DerTag / nd.DieWoche, transmitted by news aktuell

More stories: nd.DerTag / nd.DieWoche
More stories: nd.DerTag / nd.DieWoche
  • 27.07.2018 – 16:38

    neues deutschland: Polnischer Arzt: Die Regierung hat ihr Wort gebrochen

    Berlin (ots) - Der junge Mediziner Jaroslaw Bilinski bezeichnet das Gebaren der polnischen Regierung um die Erhöhung der Gesundheitsausgaben als "Wortbruch". "Dieses Geld wurde bedürftigen Patienten weggenommen, und das ist mit uns nicht zu machen", sagte Bilinski, Vorsitzender des Verbands Polnischer Assistenzärzte, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues ...

  • 26.07.2018 – 17:00

    neues deutschland: Kommentar: TTIP durch die Hintertür

    Berlin (ots) - EU-Kommissionschef Juncker gefiel sich nach seinen Gesprächen mit US-Präsident Trump im Gestus des Helden. Zwar hat der Brüsseler Emissär die gefürchteten Sonderabgaben auf europäische Autoexporte in die USA (offenbar) abgewendet und Gespräche über den Abbau von Zöllen (tatsächlich) vereinbart. Der von Teilen der EU-Wirtschaft gefeierte Erfolg ist jedoch nichts anderes als die Absage an ein faires ...

  • 25.07.2018 – 17:46

    neues deutschland: Kommentar zum Urteil des EuGH zur Gentechnik: Konsequent

    Berlin (ots) - Neue Gentechnik-Verfahren wie die Gen-Schere, auch bekannt unter CRISPR/Cas, fallen unter das EU-Recht. Mit dieser Entscheidung hat der Europäische Gerichtshof das Vorsorgeprinzip gestärkt und die Heilsversprechen der Saatguthersteller unter EU-Regularien gestellt. Versprechen aus der Agrarindustrie gab es viele. Denn CRISPR/Cas hat die Genforschung ...