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Hamburg: Neuer Höchststand bei Fehltagen durch psychische Erkrankungen

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Die Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen haben während der Pandemie in Hamburg einen neuen Höchststand erreicht. Das Niveau lag 2021 mit durchschnittlich 3,3 Fehltagen pro Kopf um 43 Prozent über dem von vor zehn Jahren. Ein psychischer Krankschreibungsfall dauerte im vergangenen Jahr durchschnittlich 45 Tage, so lang wie noch nie. Vor allem Frauen fielen oft wegen Seelenleiden aus. Lesen Sie mehr in unserer Pressemeldung.

Freundliche Grüße

Ihr Presse-Team der DAK-Gesundheit Hamburg

Hamburg: Neuer Höchststand bei Fehltagen durch psychische Erkrankungen in 2021

  • Psychreport der DAK-Gesundheit untersucht Daten von rund 76.000 Beschäftigten in Hamburg
  • Pro Kopf im Durchschnitt 3,3 Fehltage im Job wegen Depressionen und anderer psychischer Leiden
  • Anstieg bei Psych-Fehltagen um 43 Prozent in zehn Jahren

Der Arbeitsausfall wegen psychischer Erkrankungen erreichte 2021 in Hamburg einen neuen Höchststand. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hansestadt hatten mit durchschnittlich 3,3 Fehltagen pro Kopf deutlich mehr Ausfall als Erwerbstätige im Bundesdurchschnitt (rund 2,8 Fehltage). Das Niveau in der Hansestadt lag 43 Prozent über dem von vor zehn Jahren. Ein psychischer Krankschreibungsfall dauerte durchschnittlich 45 Tage. Auch dieser Wert war so hoch wie noch nie. Das zeigt der aktuelle Psychreport der DAK-Gesundheit mit einer Datenauswertung des IGES Instituts für rund 76.000 DAK-versicherte Beschäftigte in der Hansestadt. Der wichtigste Krankschreibungsgrund war 2021 eine Depression, den stärksten Zuwachs im Vergleich zu 2019 gab es bei Störungen in Folge von Alkoholmissbrauch und bei Ängsten.

„Unser Report zeigt, dass viele Menschen mit psychischen Erkrankungen extrem unter den anhaltenden Belastungen der Pandemie leiden“, sagt Jens Juncker, Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Hamburg. „Die Betroffenen finden aktuell auch schwerer wieder in ihren Berufsalltag zurück.“ Das habe viel mit den besonderen Arbeitsbedingungen unter Corona zu tun, aber auch mit Stigmatisierung. Die Menschen würden in der Familie und der Arztpraxis mittlerweile offener über Depressionen oder Ängste sprechen. „Aber in vielen Firmen sind psychische Probleme weiter ein Tabu“, betont Juncker. „Arbeitgeber müssen Stress und mögliche Belastungen mehr in den Fokus rücken und innerbetriebliche Abläufe schaffen, die die psychische Gesundheit stützen.“

Frauen haben seit Jahren mehr Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen als Männer. 2021 waren es durchschnittlich 4,2 Fehltage pro Kopf – deutlich mehr als bei den Männern (2,7 Tage). Allerdings hatten während der Pandemie erwerbstätige Männer ab 50 Jahren die höchsten Steigerungsraten bei psychisch bedingten Fehltagen. Bei den 50- bis 54-Jährigen erhöhte sich im Vergleich zu 2019 die Anzahl der Fehltage um 34 Prozent. Junge Männer zwischen 20 und 24 Jahren hatten mit 23 Prozent ebenfalls einen deutlichen Zuwachs.

Mit 142 Fehltagen je 100 Versicherte verursachten Depressionen 2021 den größten Arbeitsausfall. An zweiter Stelle folgten mit 65 Fehltagen je 100 Versicherte die sogenannten Anpassungsstörungen. Deutlich zugenommen haben während der Pandemie die Fehlzeiten wegen Störungen in Folge von Alkoholmissbrauch. Die Anzahl der Fehltage wegen dieser Diagnose stieg seit 2019 um 60 Prozent. Angststörungen nahmen ebenfalls überdurchschnittlich stark zu. Sie verursachten 2021 in Hamburg 28 Ausfalltage je 100 Versicherte – 45 Prozent mehr als vor der Pandemie im Jahr 2019. Angst ist eigentlich eine natürliche körperliche Reaktion auf bedrohliche, ungewisse oder unkontrollierbare Situationen. Doch dieser biologische Mechanismus kann aus den Fugen geraten und irgendwann zur Krankheit werden.

Der Psychreport Hamburg weist deutliche Unterschiede in den Branchen nach: Während im Gesundheitswesen 2021 pro Kopf und Jahr durchschnittlich 4,7 Fehltage mit einer psychischen Diagnose anfielen, waren es im Baugewerbe lediglich 1,8 Tage. Banken und Versicherungen lagen mit 3,4 Tagen leicht über dem Durchschnitt aller Branchen „Jeder Mensch kann psychisch so aus dem Gleichgewicht geraten, dass er seine Arbeit nicht mehr bewältigen kann“, betont Jens Juncker. „Wir werben für einen offeneren Umgang mit psychischen Belastungen, gerade in stark belasteten Branchen. Die Veröffentlichung unseres Psychreports ist ein wichtiger Schritt dabei“, so Juncker. Ebenfalls bedeutsam seien die Versorgungsverträge, die die Kasse im Bereich psychischer Erkrankungen für ihre Versicherten abgeschlossen habe.

Die DAK-Gesundheit bietet mit dem Programm „veovita plus“ ihren Versicherten schnelle und flexible Hilfe bei Angst, Depression und Burnout. Nach einer professionellen psychiatrischen und hausärztlichen Diagnose erhalten Betroffene eine individuelle Versorgung und bekommen zusätzlich hochwirksame digitale Gesundheitsanwendungen, die die Behandlung unterstützen. „Ziele sind eine nachhaltige Versorgung und die gesundheitliche Stabilisierung der Versicherten“, so Juncker. Um das sicherzustellen, sei eine Teilnahmedauer von bis zu zwei Jahren im Programm möglich. Weitere Informationen im Netz: www.dak.de/veovita

Für den Psychreport hat das Berliner IGES Institut Daten von rund 76.000 hamburgischen DAK-versicherten Beschäftigten ausgewertet. In dieser Analyse sind alle Fehlzeiten bis zum Jahr 2021 einschließlich berücksichtigt, für die eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung mit einer psychischen Diagnose an die Kasse gegangen ist.

Pressekontakt:

Sönke Krohn

DAK-Gesundheit
Pressesprecher Hamburg

Gotenstr. 12, 20097 Hamburg

Tel. 040 897 2130 1184, Mobil 0172 517 34 22
soenke.krohn@dak.de
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