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Alaska National Wildlife Refuge: Keine Öl-Förderung in der einzigartigen Natur

Keine Öl-Förderung im Alaska National Wildlife Refuge:

  • Biden verhindert Ausbeutung der Ölvorkommen im hochsensiblen Naturreservat
  • Heimat der größten freilebenden Karibu-Herde Nordamerikas und der indigenen Gwich’in
  • Entscheidung zeigt Respekt vor indigenen Rechten und Aufwertung des Klimaschutzes

Der frisch eingeschworene US-Präsident Joe Biden hat am gestrigen Mittwoch per Dekret verfügt, dass im hochsensiblen Alaska National Wildlife Refuge (ANWR) nicht nach Öl gebohrt werden darf. Sein Amtsvorgänger Donald Trump hatte noch kurz vor seinem Ausscheiden entsprechende Konzessionen versteigern lassen.

„Im ANWR liegen große Ölvorkommen, aber auch die Kinderstube der Porcupine Karibu-Herde, der größten freilebenden Karibu-Herde Nordamerikas“, berichtet Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. Umweltschutzorganisationen und die indigenen Gwich’in, die von der Jagd auf die Karibus leben, laufen deshalb seit Jahren Sturm gegen die Öl-Förderung in diesem einzigartigen Naturparadies. Präsident Obama hatte es unter Schutz gestellt. „Diesen Status will Biden jetzt wiederherstellen“, so Bangert. „Offensichtlich ist es ihm ernst mit der Aufwertung des Klima- und Naturschutzes und dem Respekt vor indigenen Rechten. Das zeigt auch die Entscheidung, den Bau der Mauer zu Mexiko zu stoppen. Mehr als 25 offiziell anerkannte Native Nations leben zwischen Mexiko und Texas oft auf beiden Seiten der Grenze. Ihre Territorien sind viel älter als Mexiko und die USA.“ Viele hätten heftigen Widerstand gegen den Mauerbau geleistet.

Die Regierung Trump hat Bangert zufolge gegen eine Reihe amerikanischer Gesetze verstoßen, unter anderem den Native American Graves Protection and Repatriation Act, den American Indian Religious Freedom Act und den Religious Freedom Restoration Act. Die Kumeyaay, ein Verbund mehrerer auf beiden Seiten der Grenze lebender indigener Gruppen in Kalifornien und Mexiko, verklagten die Bundesregierung deshalb, die Native Nations vor Baubeginn nicht ausreichend einbezogen und den Etat für den Bau widerrechtlich dem Verteidigungshaushalt entnommen zu haben. Ihre Klage wurde abgewiesen.

Andere indigene Anliegen in den USA harren derweil noch ihrer Durchsetzung. Die Tohono O’odham, die weiter östlich in Arizona und Mexiko leben, kämpfen um den Schutz der Quelle Quitobaquito-Springs, eines in dieser Wüstenregion seltenen Oberflächengewässers.

Der hochumstrittenen Keystone XL-Pipeline, die über indigenes Gebiet verlaufen sollte, entzog Biden die Genehmigung. Der Bau der umstrittenen Dakota Access Pipeline auf indigenem Land schreitet dagegen noch fort.

Sie erreichen Yvonne Bangert unter y.bangert@gfbv.de oder 0551/49906-14.

Gesellschaft für bedrohte Völker
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