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Dem Beispiel Niederlande folgen: Deutsche Umwelthilfe beantragt bei Innen- und Gesundheitsminister Verbot von Silvester-Feuerwerk

Berlin (ots)

  • Niederlande untersagen private Feuerwerke, um Krankenhäuser und medizinisches Personal nicht zu überlasten
  • Auch in Deutschland jährlich tausende Verletzte durch Pyrotechnik
  • Vermeidung von Feinstaub durch Böller in Corona-Zeiten wichtiger denn je

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel der Niederlande zu folgen und Verkauf und Gebrauch von Silvester-Feuerwerk komplett zu verbieten. Die Niederlande hatten sich aktuell zu diesem Schritt entschlossen, um Kliniken und medizinisches Personal zum Jahreswechsel nicht zusätzlich zu belasten. Die Covid-19-Erkrankungen bringen das Gesundheitssystem bereits an die Belastungsgrenze. Die wie jedes Jahr zu erwartenden zahlreichen und zum Teil schwer Verletzten durch Pyrotechnik drohen es zu überlasten.

Dazu sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Auch in Deutschland warnen Ärzte vor weiteren Belastungen der Krankenhäuser und des medizinischen Fachpersonals. Jedes Jahr werden Tausende durch Böller verletzt, darunter viele junge Menschen. Ein verhältnismäßig großer Teil davon muss im Krankenhaus behandelt werden und oft führen die Verletzungen zu langjährigen Beeinträchtigungen - seien es Verletzungen der Augen, der Ohren oder der Gliedmaßen. Besonders dieses Jahr muss auch jede zusätzliche Luftbelastung durch Böller und Raketen vermieden werden. Die Saubere Luft muss ein absolut primäres Ziel sein, denn immer deutlicher sehen wir den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastungen und schweren Krankheitsverläufen von Covid-19. Die Mehrheit der Bevölkerung ist laut Umfragen für ein Ende der privaten Böllerei. Wann, wenn nicht jetzt, ist die Gelegenheit, das endlich einheitlich und umfassend umzusetzen?"

Die DUH hat heute bei Bundesinnenminister Seehofer und Bundesgesundheitsminister Spahn beantragt, noch im November ein allgemeines Verbot für Verkauf und Nutzung von Feuerwerk auszusprechen. Das kann über eine einfache Änderung der Sprengstoffverordnung erfolgen.

"Es ist wichtig jetzt zu handeln. Denn alle müssen sich auf ein solches Verbot einstellen: Händler ebenso wie Kliniken und private Verbraucher. Wenn für alle jetzt Klarheit hergestellt wird, dann kann es endlich ein ruhiges und sauberes Silvester geben, anstatt einer Überlastung des so wichtigen Gesundheitssystems, die auch ohne Böller zu befürchten ist", so Dorothee Saar, Bereichsleiterin Luftreinhaltung der DUH.

Es gibt keine offizielle Statistik zu den Verletzungen zum Jahreswechsel - die Tage rund um Silvester zählen jedoch zu den am stärksten belasteten mit tausenden Notfällen. Das Ärzteblatt spricht von vollen Notaufnahmen, die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie zählt alleine 50 bis 60 schwere Handverletzungen in einem großstädtischen Krankenhaus jedes Jahr in der Silvesternacht. Bei der Versorgung schwerer Verletzungen sind Anästhesisten im Einsatz, die dann natürlich auf den Intensivstationen fehlen. Aus diesen Gründen fordert laut Medienberichten etwa auch der Leiter der Essener Uniklinik, Professor Werner, dem Beispiel der Niederlande zu folgen. Zuletzt hatten sich ebenfalls der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund sowie die Berliner Grünen für einen Verzicht auf Böllern an Silvester ausgesprochen.

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
030 2400867-72, saar@duh.de

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe

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