All Stories
Follow
Subscribe to SRH Fernhochschule - The Mobile University

SRH Fernhochschule - The Mobile University

Was 50- vom Studieren 50+ lernen kann

Was 50- vom Studieren 50+ lernen kann
  • Photo Info
  • Download

One document

Oft wird der Generation 50+ nachgesagt, dass sie sich mit dem Erlernen von neuen Inhalten schwerer tut als die Jüngeren. Doch ist dem wirklich so? Frauke Kempner, Fachdozentin für Digital Education und Leadership an der SRH Fernhochschule, berichtet von ihren Erfahrungen.

PRESSEMITTEILUNG

Was 50- vom Studieren 50+ lernen kann

Aktives Lernen in Form eines Studiums war bis vor wenigen Jahren vermeintlich noch der jüngeren Generation vorbehalten. Inzwischen machen Lernwillige über 50 Jahre jedoch fast 5% aller Studierenden aus! Dabei handelt es sich keineswegs um ein „Seniorenstudium“, Studium Generale oder Gasthörerstudium, wie es lange Zeit für ältere Studieninteressierte bezeichnet wurde. Die Generation 50+ verfolgt mit einem Studium konkrete Ziele wie berufliches Vorankommen oder nochmal eine Umorientierung in den letzten Jahren bis zur Rente. Doch oft wird gerade dieser Generation nachgesagt, dass sie sich mit dem Erlernen von neuen Inhalten schwerer tut als die Jüngeren. Ist dem wirklich so? Frauke Kempner, Fachdozentin für Digital Education und Leadership an der SRH Fernhochschule, berichtet von ihren Erfahrungen.

Riedlingen, 21. Oktober 2021

Fakt ist: jeder Mensch ist anders und jeder Mensch lernt auch anders. Während der eine gut auswendig lernen kann, muss sich der andere die Inhalte eines Textes schriftlich selbst zusammenfassen, mit Textmarkern arbeiten oder auch Kommentare und Merkhilfen an den Rand schreiben. Das hat grundsätzlich nichts mit einer Generationen- oder Alterszugehörigkeit zu tun, aber es lassen sich durchaus Unterschiede im Generationenlernen beobachten.

LernSnacks sind das Brain(Fast)Food der jüngeren Generationen.

„Diese Unterschiede lassen sich recht gut an dem Wort ‚Information‘ festmachen“, führt Frauke Kempner aus. „Die jüngere Generation hat oftmals das Problem des Informationsoverflow. Ständig ploppen WhatsApp- oder TikTok-Benachrichtigungen auf, das Warten auf den Bus muss bei Instagram genauso gepostet werden wie der Bad-Hair-Day. Das führt dazu, dass das Gehirn schnell mit Informationen überladen ist, die wenig Platz für Neues lassen. Dies macht sich besonders dann bemerkbar, wenn Lernstoff z.B. für eine Prüfung über einen längeren Zeitraum gemerkt werden muss.“ Aus diesem Grund ist bei der jüngeren Generation das Lernen über mehrere Stunden, inklusive dem Abschotten im eigenen Zimmer, kaum noch en vogue. Vielmehr sollte der Lernstoff in überschaubare Happen gegliedert sein, möglichst viele Sinne gleichzeitig ansprechen und Informationen auf das Nötigste reduzieren. Lernerfolge müssen schnell sichtbar sein, sonst ist es mit dem Interesse oder auch der Disziplin zum Lernen schnell vorbei. Dazu gehört auch, dass der Lernstoff seitens des Lehrpersonals ansprechend aufbereitet sein muss. Strukturierte Lernpfade, einzelne Module und kleine Schritte, schnelle Erfolge und einfache Sprache sind Elemente, die gerade bei der jüngeren Generation dafür sorgen, dass Wissen und Inhalte förmlich nebenbei erlernt werden können und somit keinen Stress verursachen. Handelt es sich um größere und komplexere Inhalte, so wird auch häufig die Taktik des Auswendiglernens angewandt, ohne Sinn und Inhalt zu verstehen. Ganz nach dem Motto: vier gewinnt – es reicht, um die Prüfung zu bestehen.

Lernen als Komplettmenü.

Ältere Studierende setzen demgegenüber auf konservative Lernmethoden. Dazu gehört z.B. das Aufschreiben von Vokabeln, das Hinterfragen von Inhalten und Fremdwörtern, wenn Sie etwas nicht verstehen oder die penible Auseinandersetzung mit Regeln und Theorien. Sie wollen das System hinter den Fachinhalten verstehen und sich nicht mit „das ist nun mal so“ abspeisen lassen.

Das kostet in der Regel Zeit und das Lernen dauert somit länger. Deshalb wird sich gerade bei der Generation 50+ „Zeit zum Lernen“ genommen. „Lernen ist für diese Generation ein Luxusgut“, so die Fachdozentin. „Meistens verbindet sie damit ein konkretes Ziel. Das kann das berufliche Vorankommen in den letzten Jahren bis zur Rente, ein persönliches Interesse für Fächer, die man als junger Mensch vielleicht nicht studieren wollte oder konnte oder tatsächlich nochmal die berufliche Umorientierung sein. Die Kinder sind aus dem Haus, Kredite sind abbezahlt, nach 30 Jahren im Beruf möchte man vielleicht nochmal was anderes machen oder ist sogar aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen.“ Studierende 50+ haben mehr als die jüngere Generation den Anspruch, das Gelernte direkt in die Praxis zu übertragen. Zu lernende oder neue Inhalte versuchen sie im Gegensatz zur jüngeren Generation mit Erfahrungen aus dem eigenen Berufsleben zu verknüpfen. Bei einer neuen Theorie wird sofort überlegt, wo ihnen das Phänomen schonmal im Alltag begegnet ist.

Wer lernt besser, 50- oder 50+?

„Dass sich die ältere Generation im Lernen schwerer tut, halte ich für einen Irrglauben“, resümiert Frauke Kempner. „Vielmehr lässt sich hinterfragen, was die jüngere Generation gerade in dieser Hinsicht noch von den Älteren lernen kann. Ich denke da an Faktoren wie Durchhaltevermögen, Geduld oder kritisches Denken. In Vorlesungen freue ich mich über jeden älteren Teilnehmenden, der aus der beruflichen Praxis komplexe Theorien mit eigenen Beispielen anreichert und anderen, jüngeren Studierenden damit zugänglicher machen kann“, so die Dozentin. Die jüngere Generation muss vielfach erst lernen zu lernen. Dies geschieht nicht mal eben so nebenbei, durch YouTube-Videos, Learning-Snacks und Auswendiglernen im Bus. Lebenslanges Lernen ist ein Prozess, kein Produkt, welches gerade in unserer Gesellschaft ein großes Luxusgut darstellt und auch genauso gesehen werden sollte. Nichtsdestotrotz darf sich aber auch die ältere Generation mal zutrauen, „auf Lücke zu lernen“ und dem Motto „vier gewinnt zu folgen“. Denn Lernen darf auch einfach nur Spaß machen!

Für Rückfragen und Interviews steht Ihnen Frauke Kempner gerne zur Verfügung (E-Mail-Adresse: frauke.kempner@mobile-university.de, Telefonnummer: 017663401552).

Mit freundlichen Grüßen

Lea-Anna Hurler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
SRH Fernhochschule - The Mobile University
Kirchstraße 26
88499 Riedlingen 
T +49 7371 9315-232
F +49 7371 9315-115
 lea.hurler@mobile-university.de 
 www.mobile-university.de 

Träger: SRH Fernhochschule GmbH | Sitz: Riedlingen, Amtsgericht Ulm, HRB 736223 | Geschäftsführung: Prof. Dr. Ottmar Schneck

Die SRH Fernhochschule ist institutionell durch den Wissenschaftsrat akkreditiert.

SRH Fernhochschule – The Mobile University
Seit fast 25 Jahren setzt sich die unbefristet staatlich anerkannte SRH Fernhochschule – The Mobile University dafür ein, dass Studierende ihren Traum vom Hochschulabschluss in jeder Lebenssituation verwirklichen. Mehr als 150 Mitarbeitende begleiten und unterstützen 7.400 Studierende auf ihrem Bildungsweg. 41 staatlich anerkannte Bachelor- und Master-Studiengänge sowie Hochschulzertifikate im Online-Studium geben schon heute die Antwort auf das, was morgen gefragt ist.
SRH | Gemeinsam für Bildung und Gesundheit
Als Stiftung mit führenden Angeboten in den Bereichen Bildung und Gesundheit begleiten wir Menschen auf ihren individuellen Lebenswegen.  Unserer Leidenschaft fürs Leben folgend, helfen wir ihnen aktiv bei der Gestaltung ihrer Zukunft, hin zu einem selbstbestimmten Leben. Mit über 16.700 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie 1,1 Mio. Kunden erwirtschaften wir einen Umsatz von ca. 1,3 Mrd. Euro. Sitz der Stiftung ist Heidelberg.
More stories: SRH Fernhochschule - The Mobile University
More stories: SRH Fernhochschule - The Mobile University
  • 06.10.2021 – 11:04

    Ist der Wald gesundheitsförderlich?

    Wie bewusst nehmen Sie ihre Umwelt bei einem Waldspaziergang wahr und haben Sie schon einmal daran gedacht dass Ihr Waldaufenthalt Einfluss auf Ihre kognitive Leistungsfähigkeit hat? Erfahren Sie welchen Einfluss der Wald auf die Gesundheit hat: PRESSEMITTEILUNG Wald und Gesundheit: quo vadis? Riedlingen, 06. Oktober 2021 In mehren Studien konnten ...

    One document
  • 02.09.2021 – 12:00

    Braucht sozial digital? Die Soziale Arbeit im Wandel.

    Funktioniert Soziale Nähe als Kernkompetenz der Sozialen Arbeit auch mit körperlicher Distanz? Die Corona-Pandemie brachte einen noch nie dagewesenen Wandlungsprozess für die Soziale Arbeit mit sich, welcher Herausforderungen und Chancen birgt. Prof. Dr. Daniela Voigt, Professorin für Soziale Arbeit an der SRH Fernhochschule, greift diese auf und wirft ...

    One document