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JA zur Naturheilkunde! Das Grundsatzpapier des Deutschen Naturheilbunds (DNB)

Seit vielen Jahren wächst in der Bevölkerung die Nachfrage nach naturheilkundlichen Therapien und Medikamenten. Der Deutsche Naturheilbund (DNB) vertritt zurzeit etwa 11.000 Menschen und 48 Naturheilvereine in Deutschland.

Diese Naturheilvereine und ihr Dachverband vertreten Menschen, die eigene Kompetenz zur Erkennung, Vermeidung, Linderung und Selbsthilfe bei gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen erwerben und weitergeben. Dafür nutzen sie die natürlichen, kostengünstigen und oft seit Jahrhunderten bewährten Mittel und Verfahren der Naturheilkunde und der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM), ergänzt durch die Erfahrungswelten der internationalen Natur- und Traditionellen Medizin. Dadurch leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Linderung der Versorgungskrise und zur Kostensenkung im deutschen Gesundheitswesen.

Der Dachverband und die Naturheilvereine in Deutschland stehen damit in einer 130-jährigen Tradition und wollen dieses Kulturerbe für die Zukunft erhalten und weiterentwickeln. Wir berufen uns damit auf die "Strategie für Traditionelle Medizin 2014-2023" *, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Unterstützung der Traditionellen Medizin in ihren Mitgliedsstaaten formuliert hat, und den aktuellen Report der WHO zur Umsetzung dieser Ziele.**

Im Folgenden sind unsere zehn Vorschläge und Forderungen an die gesundheitspolitisch verantwortlichen Akteure in Deutschland formuliert:

  1. Wertschätzung und Anerkennung - Wir wünschen uns sowohl eine anerkennende Wertschätzung der Naturheilkunde als Traditionelle Europäische Medizin in der deutschen Gesetzgebung, als auch die Bereitstellung von Forschungsmitteln für diesen Bereich. Hierfür ist es unseres Erachtens zwingend, den hoch-individuellen Ansatz und die speziellen Prinzipien der Naturheilkunde und der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) anzuerkennen.
  2. Unabhängige Beurteilung - Die alleinige Beurteilung der Verfahren der Naturheilkunde und der TEM durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und den Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA), das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, kann dem nicht gerecht werden.
  3. Vertretung in den Gremien - Die offen propagierte Unabhängigkeit dieser unter 2) genannten Institute müssen wir in Frage stellen, da weder Vertreter von naturheilkundlichen Organisationen wie dem DNB, noch Vertreter naturheilkundlicher Berufe einschließlich der wenigen Vertreter naturheilkundlicher Lehr- und Forschungseinrichtungen oder politische Vertreter in diesen Gremien vertreten sind.
  4. Stimmrecht für Patienten - Wir fordern ein aktives Mitbestimmungs- und Stimmrecht für die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), gerne auch unter Einbeziehung von den deutschen Naturheilvereinen.
  5. Beachtung der Studienlage - Die durch langjährige Förderung der Traditionellen Medizin in vielen Industriestaaten gute Studienlage, die auch in den neueren deutschen medizinischen Leitlinien bis hin zu den nationalen VersorgungsLeitlinien berücksichtigt wird, muss endlich zur Kenntnis genommen werden und sich in Forschung, Lehre und Anwendung etablieren.
  6. Passendes Studiendesign - Dabei muss der multimodale, individuelle Ansatz der Naturheilkunde und der Traditionellen Medizin zwingend berücksichtigt werden. Letzteres ist mit dem gegenwärtigen Standard einer evidenzbasierten Medizin, die bekanntlich auf der Grundlage einer Therapie mit chemisch definierten Pharmaka entwickelt wurde, nur schwer möglich. Hierzu müssen weitere Entwicklungsschritte eingeleitet werden.
  7. Freie Therapie- und Therapeutenwahl - Die freie Therapie- und Therapeutenwahl soll auch künftig bestehen bleiben. Es ist unwissenschaftlich, empirisch basierte Therapieformen als unsicher und unwirksam zu bezeichnen, nur weil bisher keine Mittel zu ihrer Erforschung zur Verfügung stehen.
  8. Arzneimittelgesetzgebung verbessern - Die bestehende Gesetzeslage für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen muss nicht nur erhalten, sondern nach einem fachkompetenten Reflexionsprozess verbessert werden. Zulassung und Anerkennung der Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen soll nach Beurteilungskriterien erfolgen, die den individuellen und multimodalen Prinzipien der Naturheilkunde und der Traditionellen Medizin entsprechen. Die Beurteilungskriterien der evidenzbasierten Medizin sind hier ungeeignet.
  9. Die sechs Säulen sind Teil der Prävention - Im gesundheitspolitischen Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung sollen auch die sechs Säulen der Naturheilkunde (Wasser, Arzneipflanzen, Ernährung, Bewegung, Lebensbalance und Umwelt) berücksichtigt werden. Wir verweisen hierzu auf die gerade erschienene Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Risikoverminderung***, die multimodale Maßnahmen z.B. gegen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und soziale Isolation, sowie Raucherentwöhnung und Alkoholkonsumreduktion empfiehlt. Diese und weitere Maßnahmen werden von Seiten der Naturheilkunde traditionsgemäß propagiert.
  10. Kompetenzbildung und Selbsthilfe - Ein Schwerpunkt soll gelegt werden auf die Förderung von Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zur Erkennung und Vermeidung gesundheitlicher Risiken, sowie von Anleitung zur Prävention und Selbsthilfe bei gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen durch natürliche, kostengünstige und seit Jahrhunderten bewährte Mittel und Verfahren der Naturheilkunde und Traditionellen Medizin. Dabei muss auch die Kompetenz geschult werden zu erkennen, wann externe Hilfe erforderlich ist.

Der DNB und die Naturheilvereine in Deutschland setzen das dritte Ziel der siebzehn Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und der WHO von 2015 bereits aktiv um - Gesundheit und Wohlbefinden. Schon immer stehen diese Ziele für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen, für Information und Schulung der Bevölkerung und naturheilkundlicher Hilfe zur Selbsthilfe.

Im Namen des DNB-Präsidiums

Nora Laubstein

Präsidentin

Deutscher Naturheilbund

Bundesgeschäftsstelle

Am Anger 70

75245 Neulingen-Bauschlott

Mail: info@naturheilbund.de

Home: www.naturheilbund.de

Links:

* https://www.who.int/medicines/publications/traditional/trm_strategy14_23/en/

** https://www.who.int/traditional-complementary-integrative-medicine/WhoGlobalReportOnTraditionalAndComplementaryMedicine2019.pdf?ua=1

*** https://www.who.int/mental_health/neurology/dementia/guidelines_risk_reduction/en/

Mit besten Grüßen
Deutscher Naturheilbund eV
Bundesgeschäftsstelle
Am Anger 70 (Schloss Bauschlott)
75245 Neulingen
Tel. 07237-4848 799, Fax 07237- 4848 798 
presse@naturheilbund.de
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