All Stories
Follow
Subscribe to Neue Osnabrücker Zeitung

Neue Osnabrücker Zeitung

Ex-Innenminister Seiters zu Bad Kleinen: "Kapitel für mich seit Jahren abgeschlossen"

Osnabrück (ots)

CDU-Politiker bezeichnet Spiegel-Aufarbeitung als "richtig und zwangsläufig" - "Polizisten zu Unrecht an Pranger gestellt"

Osnabrück. Der frühere Innenminister Rudolf Seiters will sich in den neu entbrannten Streit um die "Spiegel"-Berichterstattung zum GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen vor 27 Jahren nicht einmischen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Seiters vor dem Hintergrund des gerade vom "Spiegel" veröffentlichten internen Untersuchungsberichts, er überlasse die Bewertung "dem Urteil objektiver Beobachter". Seiters betonte: "Für mich persönlich ist das Kapitel seit vielen Jahren abgeschlossen."

Der CDU-Politiker war infolge des Einsatzes, bei dem RAF-Terrorist Wolfgang Grams sowie ein Polizist getötet worden waren, von seinem Ministerposten zurückgetreten. Der "Spiegel" hatte unter Berufung auf eine anonyme Quelle berichtet, Grams sei von einem Polizisten erschossen worden. Tatsächlich hatte der RAF-Terrorist sich wohl selbst erschossen. Eine vom Nachrichtenmagazin eingesetzte Überprüfungskommission sprach in einem jetzt veröffentlichten Bericht von einem "journalistischen Fehler". Der damalige Titelgeschichten-Autor Hans Leyendecker nannte den Bericht "unredlich und unseriös".

Seiters sagte, es sei richtig, dass der "Spiegel" sich "der Aufarbeitung der eigenen Berichterstattung über Bad Kleinen nunmehr intensiv angenommen hat". Es sei aber offensichtlich auch zwangsläufig. Der CDU-Politiker sagte, er habe "auch in der Vergangenheit ausschließlich auf den eindeutigen Bericht des Deutschen Bundestages verwiesen". Das Parlament hatte die Ergebnisse mehrerer Gutachten, wonach sich Grams die tödlichen Verletzungen selbst zugefügt hatte, bestätigt.

Sein Rücktritt sei zwar schmerzhaft gewesen. "Meiner Reputation in der Öffentlichkeit aber hat er nicht geschadet. Man vergesse aber auch nicht die Beamten, die damals - was den angeblichen Todesschuss anbetrifft - zu Unrecht an den Pranger gestellt worden seien." Sein Rücktritt sei ein "doppelter Akt der Schadensbegrenzung gewesen", so Seiters. "Da die medizinische Untersuchung der Todesursache viele Monate in Anspruch nehmen würde, war mein Rücktritt ein Signal an die Bevölkerung, dass der Staat nichts vertusche und dass ohne Ansehen der Person aufgeklärt werde."

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original content of: Neue Osnabrücker Zeitung, transmitted by news aktuell

More stories: Neue Osnabrücker Zeitung
More stories: Neue Osnabrücker Zeitung
  • 01.11.2020 – 12:00

    Drosten hält Entscheidung für offene Schulen für richtig

    Osnabrück (ots) - Virologe: Pandemie dauert sicher bis Ostern - Entspannung durch Schnelltests erwartet Osnabrück. Charité-Virologe Christian Drosten stützt die Entscheidung, Schulen in der Corona-Krise weiterhin geöffnet zu halten. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Mediziner, er halte die entsprechende politische Weichenstellung für richtig. "In den Schulen gelten jetzt strengere ...

  • 01.11.2020 – 11:00

    Middelberg hält islamistische Terrorgefahr für "sehr hoch"

    Osnabrück (ots) - Middelberg hält islamistische Terrorgefahr für "sehr hoch" Innenpolitischer Sprecher der Union warnt: 28.000 Islamisten im Land, 640 gelten als Gefährder Osnabrück. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), schätzt die islamistische Terrorgefahr nach den Anschlägen in Frankreich derzeit auch in Deutschland als "sehr hoch" ein. "Das belegt zuletzt der Anschlag in ...

  • 30.10.2020 – 02:00

    Creditreform: 24.000 oder mehr Firmenpleiten im nächsten Jahr

    Osnabrück (ots) - Creditreform: 24.000 oder mehr Firmenpleiten im nächsten Jahr Ulbricht: Höhepunkt der Insolvenzwelle im ersten Quartal Osnabrück. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet im kommenden Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzverfahren in der Wirtschaft. Das sagte Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung ("NOZ") und spricht von "bis zu 24.000 ...