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Polizeipräsidium Ludwigsburg

POL-LB: Das Polizeipräsidium Ludwigsburg stellt die "Polizeiliche Kriminalstatistik" (PKS) sowie den Präventionsbericht für das Jahr 2022 vor.

Ludwigsburg (ots)

Nachdem im Jahr 2021 die registrierten Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg auf den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre zurückgegangen waren, stieg die Anzahl der Straftaten im Berichtsjahr 2022 um 6,7% auf insgesamt 37.242 Straftaten an (Landkreis Böblingen +7,0%, Landkreis Ludwigsburg: +6,5%).

"Trotz des Anstiegs der Fallzahlen leben die Bürgerinnen und Bürger in zwei sicheren Landkreisen. Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner, liegt nach wie vor auf dem zweitniedrigsten Stand im 10-Jahres-Vergleich und deutlich unter dem Landeswert", fasst Polizeipräsident Thomas Wild zusammen. Analog der Anzahl der Straftaten stieg auch die Häufigkeitszahl um 6,7% auf 3.971 an, im Land liegt sie bei 4.944. "Wir haben die Zeit der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie überstanden. In vielen Kriminalitätsbereichen erreichen die Fallzahlen daher nun auch wieder das Vor-Corona-Niveau. Das ist eine erklärbare Entwicklung", so Polizeipräsident Wild.

Kritisch betrachtet der Leiter des Polizeipräsidiums Ludwigsburg die Entwicklung im Bereich der Gewalt gegen Polizeibeamte. "Es ist nicht zu tolerieren, wenn Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte in Ausübung ihres Dienstes für die Gesellschaft selbst angegangen oder gar verletzt werden. Es bedarf in solchen Fällen ein konsequentes Vorgehen von Polizei und Justiz, um ein klares Signal gegen Gewalt gegen Mitarbeitende der Polizei oder anderer Einsatz- und Rettungskräfte zu setzen."

Der Deliktsbereich "Gewalt gegen Polizeibeamte" nahm im Berichtszeitraum von 338 auf 396 Fälle zu (+17,2%). Dabei wurden 160 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte leicht verletzt, drei Einsatzkräfte trugen sogar schwere Verletzungen davon.

Neben der Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte zeigte sich im Jahr 2022 insgesamt eine Zunahme der Gewalt- und Aggressionsdelikte. So stieg die Gewaltkriminalität um 13,9% auf 1.173 Fälle an. Bei insgesamt 173 Straftaten wurde im Jahr 2022 ein Messer eingesetzt oder der Einsatz eines Messers angedroht, was einem Anstieg von 12,3% entspricht. Auch der für das subjektive Sicherheitsgefühl wichtige Bereich der Straftaten im öffentlichen Raum nahm um 9,5% zu. "Gemessen an den absoluten Zahlen liegen wir damit etwa auf dem Niveau von 2019", sagt Leitender Polizeidirektor Markus Geistler, Leiter der Schutzpolizeidirektion Ludwigsburg. "Wir nehmen die Entwicklungen sehr ernst. Es wird einer unserer Schwerpunkte sein, für die Sicherheit im öffentlichen Raum zu sorgen, dort begangene Straftaten zu verfolgen und durch gezielte Kontrollaktionen und offene Präsenz auch präventiv tätig zu werden."

Bei der Jugendkriminalität war insgesamt ein Anstieg der Fallzahlen von +8,3% im Vergleich zum Jahr 2021 zu verzeichnen. Besonders hohe Zunahmen waren in den Bereichen der Bedrohung (+43,2%), der einfachen Körperverletzung (+40,7%) sowie der schweren oder gefährlichen Körperverletzung (+32,9%) festzustellen. Analog zu den Fallzahlen stieg auch die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen im Jahr 2022 an (tatverdächtige Kinder um +32,4%, tatverdächtige Jugendliche um +9,8%). "Die Zahl der Straftaten und der ermittelten Tatverdächtigen zeigt, dass wir mit unseren Plänen zur Einrichtung eines Hauses des Jugendrechts richtig liegen", betonen Polizeipräsident Wild und Leitender Polizeidirektor Markus Geistler, der auch gleichzeitig das Projekt "Haus des Jugendrechts" beim Polizeipräsidium Ludwigsburg leitet. "Für den Landkreis Ludwigsburg sind die Planungen bereits weitestgehend abgeschlossen und der Baubeginn steht bevor, und auch für den Landkreis Böblingen wurden erste Gespräche bereits geführt", so Geistler weiter.

Insgesamt betrachtet stieg im Berichtsjahr die Zahl der einfachen und schweren Diebstahlsdelikte an. Unter anderem in den Bereichen des einfachen Ladendiebstahls und des Wohnungseinbruchsdiebstahls machte sich dabei bemerkbar, dass 2022 alle Geschäfte öffnen konnten und sich wieder mehr Personen außerhalb ihrer Wohnungen aufhielten, was die Tatgelegenheiten für entsprechende Straftaten eröffnete. Dennoch bleibt die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich unter dem Wert vor der Pandemie. Der Bereich des besonders schweren Falls des Diebstahls von Fahrrad verzeichnete im Jahr 2022 eine deutliche Zunahme von knapp +50% auf insgesamt 543 Fälle. Hier waren besonders hochwertige Fahrräder und e-Bikes das Ziel der Täter. Parallel zum Anstieg der Fallzahlen nahm auch der daraus resultierende Sachschaden um über 300.000 Euro (+60,9%) zu.

Sinkende Fallzahlen sind im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verzeichnen (-12,3%). Einen deliktischen Schwerpunkt stellt dabei - trotz einer Abnahme um 18,6% - nach wie vor die Verbreitung pornografischer Schriften dar, hier insbesondere der Erwerb oder Besitz von Kinderpornografie (-23,2%).

Bei den Straftaten gegen das Leben wurden 2022 insgesamt 23 Fälle registriert und damit drei Fälle und 11,5% weniger als im Vorjahr. "Jede einzelne Straftat gegen das Leben ist eine zu viel. Bei den 23 Angriffen gab es insgesamt 24 Opfer. Dabei verloren sieben Menschen ihr Leben, 17 Opfer überlebten, kämpfen aber häufig noch lange mit dem Geschehen ", so die Leitende Kriminaldirektorin und Leiterin der Kriminalpolizeidirektion Böblingen, Silke Kübler. Und weiter: "Es ist der guten Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittlern der Kriminalpolizei zu verdanken, dass wir in dem Deliktsbereich eine Aufklärungsquote von 100% erreichen und somit alle Fälle aufklären konnten."

Die Arbeit des Referats Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg konnte im Berichtsjahr wieder mehr auf den persönlichen Kontakt ausgerichtet werden. Nachdem in den beiden Vorjahren viele Veranstaltungen gar nicht oder nur online stattfinden konnten, konnten 2022 wieder vorwiegend Vorträge und Präventionsveranstaltungen in Präsenz durchgeführt werden. Über 38.000 Personen konnten mit den Angeboten zu kriminalpräventiven Themen erreicht werden. Knapp 30.000 Personen waren es mit Informationen zur Verkehrsprävention, darunter auch über 8.000 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 4, die an der Jugendverkehrsschule teilnahmen.

Der vollständige Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ist über den Internetauftritt des Polizeipräsidiums Ludwigsburg unter https://ppludwigsburg.polizei-bw.de/wp-content/uploads/sites/7/2023/03/2022_Sicherheitsbericht_Teil_2_PKS_und_Praeventionsbericht.pdf zu finden und kann dort heruntergeladen werden.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Ludwigsburg
Telefon: 07141 18-9
E-Mail: ludwigsburg.pp.sts.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/

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