Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ BUND zum Tag des Ehrenamts: Ehrenamt ist die Seele des Umweltschutzes I Politischer Druck auf Umweltorganisationen wächst - Engagierte brauchen Schutz und Respekt ++
Pressemitteilung
22. Mai 2026 | 085
BUND-Pressestelle
Tel.: 030 - 27586 - 109
BUND zum Tag d es Ehrenamts: Ehrenamt ist die Seele des Umweltschutzes
Politischer Druck auf Umweltorganisationen wächst – Engagierte brauchen Schutz und Respekt
- Bundespräsident und BUND feiern ehrenamtliches Engagement
- Ohne Ehrenamt keine gelebte Demokratie – Respekt für Engagierte im Diskurs notwendig
- Natur- und Umweltschutz ohne viele helfende Hände nicht denkbar
Berlin. Im Rahmen des Jubiläums des Grundgesetzes am 23. Mai wird mit dem Ehrentag das Engagement vieler Menschen gewürdigt. Unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ feiert Bundespräsiden Frank-Walter Steinmeier das Ehrenamt. Gemeinsam mit dem Bundespräsidenten betont der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) das unschätzbare ehrenamtliche Engagement vieler Menschen. Natur- und Umweltschutz ist ohne die Hilfe, das Wissen und die Tatkraft vor Ort nicht denkbar. Gleichzeitig warnt der BUND vor wachsendem politischen Druck auf zivilgesellschaftliches Engagement.
Olaf Bandt, Vorsitzender beim BUND: „Tausende sind täglich im ganzen Land aktiv und leisten Großes für unsere Gesellschaft. Sie tun das nicht für sich selbst – sie tun es für uns alle. Durch aktives Engagement übernehmen Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für ihre Umwelt und gestalten so die Zukunft unserer Gesellschaft in einem freien, rechtsstaatlichen Rahmen mit. Wir begreifen Natur- und Umweltschutz als demokratische Aufgabe. Dieses Engagement verdient Rückhalt – keine politischen Angriffe. Wer das Ehrenamt feiert, darf zivilgesellschaftliches Engagement nicht gleichzeitig unter Druck setzen.“
BUND-Engagierte stärken Zivilgesellschaft
Das Engagement des BUND ist bunt. Ob mit dem Spaten auf der Streuobstwiese oder mit starken Argumenten im parlamentarischen Prozess: Die Arbeit des Umweltverbandes reicht vom praktischen Artenschutz bis hin zur Begleitung von Gesetzesinitiativen. Der BUND pflanzt Bäume, rettet Amphibien, prüft Wasserqualität, verbindet Wälder im Rettungsnetz für Wildkatzen oder geht gegen den Roll-Back in der Energiepolitik auf die Straße.
Bandt: „Die Arbeit des BUND ist vielfältig und unverzichtbar. Wir geben der Natur und Umwelt eine Stimme und setzen uns für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ein. Den Menschen, die das tausendfach vor Ort, tagtäglich und unermüdlich tun, gebührt Anerkennung und Dank.“
Angriffe auf das Ehrenamt treffen uns alle – Klagerechte erhalten
Seit Monaten beobachtet der BUND zunehmenden politischen Druck auf zivilgesellschaftliche Arbeit. Sei es die Kleine Anfrage der Unionsfraktionen mit 551 Fragen oder Kürzungen bei Förderprogrammen.
Bandt: „Angriffe auf Umweltverbände zielen auf den Kern unserer Demokratie. Sie treffen das Herz unseres Verbandes: Mehr als 676.000 Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich für das Gemeinwohl einsetzen. Auch dann, wenn es politisch unbequem wird. Dafür braucht es Respekt, aber auch Schutz. Hierzu muss die Bundesregierung ihren Beitrag leisten. Nur so bewahren und stärken wir unsere Demokratie und gestalten eine lebenswerte Zukunft.“
Klagerechte schützen
Für den wirksamen Schutz von Mensch, Natur, Klima, Umwelt und Gesundheit und für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen setzen sich im BUND Menschen ein. Dafür nutzt der BUND auch seine Klagerechte maßvoll und verantwortungsbewusst und setzt Umweltrecht durch, wo es in der Umsetzung ignoriert wird. Unter dem Deckmantel Bürokratieabbau versucht die Regierung auf verschiedenen Wegen, diesen Schutz der Natur zu beschneiden, indem Kontrollinstanzen geschwächt werden. Darin sieht der BUND einen Bruch in der politischen Kultur. Statt gemeinsam zu gestalten, wird bürgerschaftliches Engagement diskreditiert und verhindert.
Bandt: „Verbandsklagen sind kein Selbstzweck, sie sind oft das letzte Mittel. Sie greifen zum Schutz der Umwelt dort, wo Behörden überfordert sind, wegschauen oder Gesetze missachten. Wer Klagerechte untergräbt, nimmt in Kauf, dass Umweltrecht nur noch auf dem Papier steht, aber niemand mehr da ist, der seine Einhaltung durchsetzt. Das werden wir nicht akzeptieren."
Hintergrund:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurde 1975 im fränkischen Städtchen Marktheidenfeld gegründet. Seine Wurzeln liegen im klassischen Naturschutz und dem kämpferischen Umweltschutz der Bürgerinitiativen. 2025 feierte der Verband sein 50-jähriges BUND-Jubiläum. Erfahren Sie in unserem multimedialen Scrollytelling mehr über die Geschichte des BUND.
Der BUND arbeitet heute auf allen Ebenen und wird von mehr als 676.000 Menschen unterstützt: Bundesweit gibt es über 2.000 ehrenamtliche BUND-Gruppen, die direkt in ihrer Region die Themen anpacken, die dort wichtig sind.
Der BUND ist ein Mitgliederverband mit demokratischen Entscheidungsstrukturen auf allen Ebenen. Das gewählte Ehrenamt trifft die abschließenden Entscheidungen über Ziele, Strategien und den Einsatz von Ressourcen des Verbandes.
Der BUND finanziert sich überwiegend aus seinen eigenen Einnahmen – primär durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der BUND ist ein von Politik und Wirtschaft unabhängiger Verband.
Angriffe auf die Zivilgesellschaft und den BUND:
- Misstrauen säen: Kurz vor der Bundestagswahl 2025 stellte die Unionsfraktion im Bundestag ihre Kleine Anfrage und mit 551 Fragen die Gemeinnützigkeit von Vereinen und Verbänden wie dem BUND infrage.
- Rechte beschneiden: Gleich mehrere laufende Gesetzgebungsverfahren in Berlin und Brüssel zielen darauf ab, die rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz der Natur einzuschränken. So sollen zum Beispiel Klagen ihre aufschiebende Wirkung verlieren. Schlimmstenfalls ist ein Wald dann bereits gerodet, bevor ein Gericht feststellen kann, dass er erhalten werden muss.
- Fördermittel einfrieren: Bundesministerin Prien verkündet im April 2026, dass das Förderprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums vorzeitig gestoppt und gekürzt werden soll. Betroffen ist auch ein Projekt des BUND, welches sich dem Kampf gegen Rechtsextremismus im Umwelt- und Naturschutz widmet.
Mehr Informationen:
- Mit Haltung und Wissen durch gesellschaftliche Veränderungen
- BUND Erfolge 2025
- Held*innen gesucht: BUND-Mitgliedschaft
- BUND Termine vor Ort
- Kontakt: Klagerechte: Patrick Rohde, stv. BUND-Geschäftsführer und Abteilungsleiter Politische Strategie, Tel.: +49 30 27586413, E-Mail: patrick.rohde(at)bund.net Naturschutz: Christian Hönig, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND, Tel.: + 49 30 27586340, Mobil+49 1797327222, E-Mail: christian.hoenig(at)@bund.net Klimaschutz: Tina Löffelsend, Abteilungsleiterin Klimaschutz beim BUND, Mobil: +49 176 20067099, E-Mail: tina.loeffelsend(at)bund.net
- Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky, Instagram und Facebook
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin