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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zur SPD

Köln (ots)

Die SPD ist zurück
CLAUDIA LEPPING, Berlin, zum Sonderparteitag
Wer zuletzt kurz eingenickt
ist bei der Betrachtung
des so glück- wie planlos agie
renden Ex-SPD-Chefs Kurt
Beck, der mag sich beim Auf
wachen dieser Tage wahrlich
die Augen reiben: Plötzlich
schwören die neuen starken
Männer Müntefering und Stein
meier ihre SPD auf den Wahl
sieg 2009 ein, und die Partei
lässt sich ernsthaft mitreißen.
Aus voller Überzeugung lobt
der Kanzlerkandidat seine Par
tei, weil sie ihm ein starkes
Team biete, während der ver
einsamten Kanzlerin Merkel da
gegen der Wind um die Ohren
pfeife. Und im Vertrauen auf
parteiübergreifende Anerken
nung darf Finanzminister Peer
Steinbrück als entschiedenster
Krisenmanager des Finanz
marktdesasters agieren. Kein
Zweifel: Die SPD ist zurück.
Und der Ausgang der Bundes
tagswahl 2009 offen. Das Ren
nen ist spannend geworden,
nicht nur, weil die schlachter
probten Müntefering und Stein
meier der SPD jene Professio
nalität und programmatische
Sicherheit wiedergeben, die
Beck ihr mit seinem Lavieren
genommen hat. Die Sozialde
mokraten profitieren auch von
der Krise der Union nach den
Wahlen in Hessen und Bayern.
Die SPD hat gute Chancen, als
geistiger Wegbereiter eines
neuen wirtschaftspolitischen
Denkens zu punkten. Nun, da
die Koalition Rettungspakete
beschließt, um den Zusam
menbruch der Banken zu ver
hindern, kann sich dem Wähler
der Sinn sozialdemokratischer
Programmatik von selbst er
schließen: mit staatlichen Hil
fen dafür zu sorgen, dass die
Wirtschaft nicht kollabiert, die
Höhe von Managergehältern
beschränken, Mindestlöhne für
die ehrlich Arbeitenden - ge
gen den Marktliberalismus der
letzten Jahre erleben sozialde
mokratische Glaubenssätze
von der Kontrolle der Wirt
schaft durch den Staat eine Re
naissance. Das macht stark -
denn das meint Müntefering,
wenn er sagt: Wir haben die
Meinungsführerschaft.
Aber wie können Müntefering
und Steinmeier die Links
partei in Schach halten? Diese
Aufgabe ist durchaus Müntefe
rings persönliche Mission. Er
kennt Oskar Lafontaine bes
tens. Wer, wenn nicht er, kann
ihn stellen und entlarven.

Pressekontakt:

Kölnische Rundschau
Jost Springensguth
print@kr-redaktion.de

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