EKD - Evangelische Kirche in Deutschland
Ökumenischer Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale
Bischof Oster und Präses Latzel rufen zu Fairness, Respekt und verbindender Leidenschaft auf
Hannover/Berlin (ots)
Hannover/Berlin (23. Mai 2026). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz haben heute (23. Mai 2026) anlässlich des DFB-Pokalfinales gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Fans und Ehrenamtlichen einen ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin gefeiert. Das Motto lautete in diesem Jahr: „Völlig losgelöst“.
Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, stellte in seiner Predigt die Verbindung zwischen dem Pfingstfest und der Leidenschaft für den Fußball heraus. Pfingsten erzähle von Gottes Geist als einem Feuer, „das eint“ und Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache verbinde. Auch im Fußball gehe es darum, mehr zu sein als distanzierter Zuschauer: „Die Liebe zum Sport, die Freude am Fußball und die Leidenschaft für unser Team führen uns zusammen.“ Zugleich warnte Bischof Oster davor, Leidenschaft mit Fanatismus zu verwechseln: „Nicht alles, was bei Menschen im Stadion und auch nicht alles, was bei Christen nach Begeisterung und Leidenschaft aussieht, ist schon vom Heiligen Geist.“ Hass, Ausgrenzung und Verachtung des Anderen widersprächen dem Geist Gottes. Mit Blick auf das Finale sagte Bischof Oster: „Wir wollen den Sieg unseres Teams, natürlich! […] Aber wir wollen auch, dass trotzdem die Leidenschaft für den Sport und für das Spiel und für das Gemeinsame gewinnt.“ Gottes Geist eine auf einer tieferen Ebene: „Wir sind geeint im Glauben an Gott, wir sind darin losgelöst von Gedanken an Feindschaft, wir sind geeint in der Freude am Spiel.“
Präses Dr. Thorsten Latzel, Sportbeauftragter der EKD, hob im Gottesdienst die verbindende Kraft von Glauben und Fußball hervor: „Glaube lebt wie Fußball vom Teamgeist, von der Gemeinschaft mit anderen. Niemand glaubt, liebt und hofft nur für sich allein.“ Im Sport gehe es um Training für den Körper, im Glauben um „Training für die Seele“. Als Christinnen und Christen feierten wir an Pfingsten, „dass Gott uns seinen Geist schenkt, der uns zum Zusammenspiel befreit“. Jesus Christus selbst habe ein Team um sich gesammelt und vorgelebt, „was eine Fairness aus Liebe bedeutet“. Kirche und Stadion seien daher zwei Orte, „wo Menschen gemeinsam singen, feiern, schweigen, trauern“. Der Unterschied sei: „Im Stadion geht es dabei um die eigene Mannschaft, in Kirche immer um die ganze Menschheit.“
Für den DFB wirkten Präsident Bernd Neuendorf sowie Fanvertreter von Bayern München und vom VfB Stuttgart mit. Außerdem beteiligten sich Inga Rohoff, stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Kirche und Sport der EKD, Dr. Thorsten Kapperer, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Kirche und Sport der katholischen Kirche, sowie Pfarrerin Kathrin Oxen von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Zudem wirkten Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, der Volunteers und anderer gesellschaftlicher Gruppen mit, darunter auch aus jüdischen und muslimischen Organisationen.
Der Einladung zum Gottesdienst folgten zahlreiche Fußballfans. Gemeinsam wurde für ein faires Spiel, für gegenseitigen Respekt, für Sicherheit im Stadion und für ein friedliches Miteinander gebetet.
Hinweis:
Die Predigt von Bischof Dr. Stefan Oster SDB ist auf www.ekd.de verfügbar.
Diese Pressemitteilung wird von den Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD zeitgleich verschickt. Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen.
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