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Exklusiv in HÖRZU: Am zweiten Weihnachtstag wird die "Tagesschau" 70 - welche Veränderungen geplant sind und warum die Sprache 'sprechsprachlicher' wird

Hamburg (ots)

"Guten Abend, meine Damen und Herren! Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der 'Tagesschau'. Zunächst eine Meldung in eigener Sache: Heute feiert unsere Sendung ihren 70. Geburtstag!" Theoretisch könnte die "Tagesschau" am 26.12. mit dieser Meldung starten. Stattdessen wird das Jubiläum jedoch weder erwähnt noch gefeiert, so Marcus Bornheim, Erster Chefredakteur, gegenüber HÖRZU (Erstverkaufstag: 16.12.). Grund: Zwar verkünde die "Tagesschau" Nachrichten, sei aber selbst keine. Außerdem gab Bornheim HÖRZU Einblicke in bereits umgesetzte sowie weitere, notwendige Veränderungen.

Marcus Bornheim über ...

... sichtbare/hörbare Veränderungen: "In letzter Zeit haben wir viel an der Sprache geändert - sie ist nun 'sprechsprachlicher' geworden. Konkret heißt das: Wir haben kürzere Sätze pro Meldung sowie weniger Substantive. Zweitens stellen unsere Sprecher seit einiger Zeit hin und wieder eine Nachfrage an die Korrespondenten. Drittens gibt es neue Kameraeinstellungen: Manchmal sieht man um 20 Uhr die Sprecher komplett auf dem Bildschirm. Viele dieser minimalen Veränderungen haben wir vorsichtig dosiert, und es gibt sie auch nicht in jeder Ausgabe."

... inhaltliche Veränderungen: "Inhaltlich haben wir eine andere Themenauswahl. Nicht in jeder Sendung, aber ziemlich häufig bringen wir etwa in der 20-Uhr-Ausgabe mittlerweile ein Wissenschaftsstück, ein Kulturthema - oder einen lösungsorientierten Ansatz zu einem zuvor dargestellten Problem. Denn neben Krisen und Elend gibt es auch andere Aspekte im Leben, die für die Zuschauer wichtig sind. Außerdem möchten wir den Fernsehzuschauern, die laut Umfragen nachrichtenverdrossener geworden sind, mehr andere Perspektiven aufzeigen."

... das geplante neue Studio: "Das Studio kommt langsam in die Jahre, und wir müssen uns demnächst von unserer Beamer-Technologie verabschieden, um zu LED überzugehen. Aktuell beginnen wir mit Überlegungen für die Planung eines neuen Studios und darüber, wie wir den Umbau umsetzen können, ohne den Sendebetrieb für ein halbes Jahr einstellen zu müssen."

... den größten Fehler der "Tagesschau" in den zurückliegenden 70 Jahren: "Ich würde selbstkritisch einräumen, dass wir in der Pandemie zu oft monothematisch über Corona berichtet haben, statt einen Überblick über die Nachrichtenlage in der ganzen Welt zu geben - obwohl wir damals die erfolgreichsten Jahre in unserer 70-jährigen Geschichte hatten. So hoch war die Quote noch nie."

... die Marke "Tagesschau": "Stolz macht mich, dass wir immer noch die deutsche Nachrichteninstitution Nummer eins sind - und dass viele Meinungsumfragen uns bestätigen, dass die 'Tagesschau' die Marke ist, der die Deutschen am meisten vertrauen. Dieses Vertrauen ist das wertvollste Gut, das wir haben."

Alle Zitate und Infos nur bei Nennung der Quelle HÖRZU frei.

Pressekontakt:

Redaktioneller Ansprechpartner für Rückfragen:
Mike Powelz
Leiter der Chefreporter
Tel.: 040/554472310
mike.powelz@funkemedien.de

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