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Weser-Kurier: Zur Schifffahrtskrise schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 14. Dezember 2013:

Bremen (ots)

Die Schifffahrtskrise macht den deutschen Reedern weiter zu schaffen. Die deutsche Handelsflotte schrumpft. Dennoch gehört sie noch immer zu den größten der Welt. Lange Zeit war es der Schifffahrt gut gegangen - nicht zuletzt durch die Jahrzehnte währenden staatlichen Subventionen. Weil in der Vergangenheit zu viele Schiffe bestellt worden sind, gibt es nun hohe Überkapazitäten. Dass das nicht auf Dauer gut gehen würde, war lange klar. Die Quittung für diese Überkapazitäten erhalten die Reeder bereits seit ein paar Jahren: Mit den meisten Schiffe verdienen die Reedereien kein Geld, ihr Betrieb bringt oft nicht einmal die laufenden Kosten sowie Zins und Tilgung wieder ein. Vor 200 Jahren sind die meisten jener Reeder pleite gegangen, die die Umstellung vom Segler zum Dampfschiff nicht vollziehen konnten oder wollten - nun droht der einen oder anderen Reederei die Insolvenz, weil ein massives Überangebot auf dem Weltmarkt vorhanden ist oder die Kosten für notwendige Klima- und Umweltschutzmaßnahmen in der Schiffsflotte nicht gezahlt werden können. Irgendwann greifen die Marktmechanismen immer: Schwache Unternehmen gehen unter. Doch in der Schifffahrt ist die große Pleitewelle in den vergangenen sechs Jahren zumindest in Deutschland noch ausgeblieben. Für die Seeleute ist das sicherlich gut, doch wie kann eine Branche gesunden, deren größtes Problem seit Jahren eine Überkapazität an Schiffsraum ist? Das Hauptproblem: Frachter und Tanker fahren oft mehr als 20 Jahre lang über die Weltmeere. Werden Schiffe zwangsversteigert, fahren sie unter dem Kommando eines neuen Eigners weiter. Dieser kann - wegen des vergleichsweise geringen Preises bei der Versteigerung - mit niedrigeren Frachtraten seine Konkurrenz unterbieten. Die Folge: Die Preisspirale dreht sich noch weiter nach unten. Eine Gesundung des Marktes ist da nicht zu erwarten - zumal in den kommenden Monaten zahlreiche Neubauten ausgeliefert werden. Die Folge: Es ist kein Ende der Krise in Sicht.

Pressekontakt:

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Telefon: +49(0)421 3671 3200
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