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Teilhabe und Internationalisierung durch Übersetzen

Teilhabe und Internationalisierung durch Übersetzen
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Übersetzungen der Agentur für Transfer und Soziale Innovation beleben die internationale Netzwerkarbeit und machen die innovative Bildungsarbeit von Menschen mit Lernschwierigkeiten im deutschsprachigen Raum zugänglich.

Aufgrund der Corona-bedingten Neuausrichtung der Tätigkeiten in der Transferagentur und des fachlichen Hintergrunds der neuen Projektkoordinatorin Laura Verena Corsten, M.A. Fachübersetzen, konnte das Transfernetzwerk Soziale Innovation - s_inn sein Portfolio hinsichtlich einer Transferarbeit in Form von professionellen Übersetzungen erweitern.

In Zusammenarbeit mit Jule Wevering, Interimsvertretung des Innovation-Labs Münster und Wissenschaftliche Koordinatorin des Instituts für Teilhabeforschung, wurden im August zwei Übersetzungsprojekte abgeschlossen, die den Transfergedanken verfolgen: die deutsche Übersetzung der Bildergeschichte Beating the Virus ( Das Virus besiegen), herausgegeben von der britischen Wohltätigkeitsorganisation Beyond Words, sowie die englischsprachige Untertitelung des Kurzfilms Teilhabe kennt kein Alter ( Participation has no age limit).

Warum Übersetzungen "s_inn" machen

Der Mehrwert von Übersetzungen im Bereich der Fachkommunikation ist unverkennbar: Die Wahrnehmung von Instituten innerhalb der internationalen Scientific Community kann nur durch den mehrsprachigen Wissensaustausch erfolgen. Außerdem sind Übersetzungen im Hinblick auf die internationale Netzwerkarbeit mit aktuellen und ehemaligen Kooperationspartnern von Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund kamen zwei Übersetzungsprojekte zustande, die im Folgenden kurz vorgestellt werden:

Die Forschenden des Instituts für Teilhabeforschung der KatHO NRW sind in einer internationalen Interessensgruppe zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderung aktiv. Dadurch entstand der Kontakt zwischen Prof. Friedrich Dieckmann und Prof.'in Sabine Schäper zu Baroness Sheila Hollins aus dem Vereinigten Königreich. Frau Hollins ist emeritierte Professorin, Mitglied im britischen Unterhaus und Gründerin von Beyond Words. Bei der Buchreihe Books Beyond Words handelt es sich um etabliertes Bildungsmaterial zur Kommunikation für Menschen, für die Schriftsprache eine Herausforderung ist. Das Material Beating the Virus bezieht sich inhaltlich konkret auf die aktuelle gesellschaftliche Herausforderung der COVID-19-Pandemie. Ziel des Instituts war es mithilfe von Frau Weverings inhaltlicher Adaption und Frau Corstens Übersetzung aus dem Englischen das Material auch in deutschsprachigen Ländern zugänglich zu machen. Die Übersetzung sowie das zugehörige Bildmaterial für den europäischen Raum sind über die Webseite von Beyond Words kostenfrei abrufbar und stehen betroffenen Menschen und deren Angehörigen, professionellen Akteur_innen im Bildungsbereich sowie allen Interessierten zur Verfügung: https://booksbeyondwords.co.uk/coping-with-coronavirus.

Das zweite Übersetzungsprojekt steht in Zusammenhang mit dem Kurzfilm Teilhabe kennt kein Alter ( Participation has no age limit), einer Gemeinschaftsproduktion des Transfernetzwerks, des Instituts für Teilhabeforschung und der Filmwerkstatt Münster. Die Kontakte zu den im Film gezeigten Personen wurden durch die Arbeit des Forschungsprojekts MUTIG gewonnen. Das Projekt befasst sich mit der Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter. Zum einen wurden Wohngruppen in Deutschland analysiert, zum anderen aber auch die Wohnunterstützung im Alter in drei weiteren europäischen Ländern untersucht: in den Niederlanden, Norwegen und Dänemark. Das Institut für Teilhabeforschung trat in diesem Zusammenhang an das Transfernetzwerk bzw. an Frau Corsten heran, um das Filmmaterial auch den Kolleg_innen der beforschten Einrichtungen im Ausland zur Verfügung stellen zu können. Informationen über die Lebensrealität der betroffenen Menschen sollen mithilfe der Übersetzung transferiert und das internationale kollegiale Netzwerk gestärkt werden. Der Film wird im Rahmen von (Online-)Fortbildungen, Fachtagungen und Lehrveranstaltungen der KatHO NRW bzw. des Transfernetzwerks Soziale Innovation - s_inn auf nationaler und internationaler Ebene eingesetzt.

Transfer durch Übersetzen

Übersetzen ist mehr als das reine Umkodieren von sprachlichen Zeichen. Übersetzungen bedeuten nicht nur Sprach- und Kulturtransfer, sondern sind gleichzeitig das Medium für den internationalen Wissenstransfer zwischen Hochschule, Praxis und Gesellschaft - sowohl inter- als auch intralingual. Beim Übersetzen geht es um das Zugänglichmachen von Inhalten: von Forschungswissen aber auch von Materialien aus der Praxis. Durch die abgeschlossenen Übersetzungsprojekte werden verschiedene Zielgruppen adressiert: Betroffene, wie zum Beispiel Menschen mit Lernbeeinträchtigung und Kommunikationsschwierigkeiten; professionelle Akteur_innen in der Eingliederungshilfe, in der Pflege und Betreuung, in der Beratung oder im Bildungssektor; aber auch ein internationales Fachpublikum, das mit älteren Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung beruflich zu tun hat.

Übersetzer_innen sind keine passive Schnittstelle, sondern wichtige Akteur_innen, die mit ihren Sprach- und Fachkenntnissen sowie den damit verbundenen Übersetzungslösungen aktiv am bidirektionalen Transfer mitwirken. Sie ermöglichen verschiedensten Menschen den Zugang zu Textwelten und dem für sie relevanten Wissen.

Pressekontakt:

Dr. Marina-Rafaela Buch

Referentin für Wissenschaftskommunikation

Transfernetzwerk Soziale Innovation - s_inn

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW)

Wörthstr. 10, 50668 Köln | Besuchsadresse: Cleverstr. 37, 50668 Köln

Tel.: 0221/7757 - 465

E-Mail: m.buch@katho-nrw.de

www.s-inn.net

Das Transfernetzwerk Soziale Innovation - s_inn ist ein Verbundprojekt der Katholischen Hochschule NRW und der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe. Seit Anfang 2018 wird s_inn über insgesamt fünf Jahre im Rahmen der Initiative "Innovative Hochschule" gefördert. Das Ziel der Förderinitiative liegt darin, den forschungsbasierten Ideen-, Wissens- und Technologietransfer voranzutreiben. Das Transfernetzwerk s_inn möchte sich als zentraler Akteur von sozialer Innovation in Nordrhein-Westfalen etablieren. Aus 118 Bewerbungen werden insgesamt 19 Einzel- und Verbundvorhaben gefördert. Eine Übersicht finden Sie auf der Webseite der Innovativen Hochschule.