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AOK schließt neuen Versorgungsvertrag zur Tumordiagnostik bei krebskranken Kindern

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AOK schließt neuen Versorgungsvertrag zur Tumordiagnostik bei krebskranken Kindern

Bundesweite Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg: Analyse bösartiger Tumoren bei Kindern für neue Behandlungsoptionen.

Düsseldorf/Hamburg, 14.03.2023

Die AOK Rheinland/Hamburg hat mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg einen Versorgungsvertrag zur gezielten Behandlung von krebskranken Kindern mit einem Rückfall oder einer Hochrisiko-Erkrankung abgeschlossen, für die keine etablierte Behandlung mehr zur Verfügung steht. Die Tumoren und die Keimbahn der betroffenen Kinder werden im Rahmen des INFORM-Projektes unter Koordination des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ) umfangreich molekulargenetisch untersucht, um mögliche Behandlungsoptionen zu finden.

Jedes Jahr sind in Deutschland etwa 500 krebskranke Kinder von Rückfällen betroffen, für deren Behandlung keine etablierte Therapie mehr zur Verfügung steht. Tumoren bei Kindern unterscheiden sich deutlich von denen bei Erwachsenen, zudem verteilen sich die relativ wenigen Fälle auf sehr viele unterschiedliche Tumorarten. Die Heidelberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Krebsforschungszentrums und der Universität Heidelberg sind in der Genomforschung und Präzisionsbehandlung von kindlichen Tumoren international führend. Im INFORM-Konsortium haben sie sich mit den Studiengruppen der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) zusammengeschlossen und arbeiten eng mit den Kinderonkologischen Zentren in Deutschland zusammen. Hierdurch wird die Expertise gebündelt; neue Therapieansätze können, wenn immer möglich, in Studien untersucht werden.

Im Projekt wird zudem eine schnelle Analyse der Tumoren sichergestellt. Dies ist besonders wichtig, weil Tumoren bei Kindern oft schneller wachsen und aggressiver sind als bei Erwachsenen. Vereinbart ist, dass vom Eingang der Probe bis zum molekularen Tumorboard trotz der komplexen Auswertungen durchschnittlich nur 28 Tage vergehen. „Bislang wurde unsere molekulare Krebsdiagnostik allein durch Drittmittel, private Spenden und zeitweise auch durch Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ermöglicht“, sagt Prof. Dr. Olaf Witt, Direktor des KiTZ. „Durch den neuen Vertrag können diese Aktivitäten jetzt verstetigt werden. So ermöglichen wir krebskranken Kindern, für die es keine etablierte Behandlung mehr gibt, eine Diagnostik und Therapieempfehlung auf dem neuesten Stand der Technik.“

„Eine Krebserkrankung bei Kindern ist für die jungen Patientinnen und Patienten, aber auch für ihre Angehörigen eine hochbelastende Situation – insbesondere dann, wenn der Krebs erneut auftritt“, sagt Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Mit Hilfe der großen medizinischen und wissenschaftlichen Kompetenz der beteiligten Vertragspartner ermöglichen wir den betroffenen Kindern und ihren Eltern die beste verfügbare Diagnostik und schaffen die Grundlage für neue Therapieempfehlungen insbesondere in den Fällen, in denen keine etablierten Behandlungsoptionen mehr zur Verfügung stehen.“

Darüber hinaus können unnötige Therapien vermieden werden, für deren Wirksamkeit es keine Anhaltspunkte gibt und die oft zu unnötigen schweren Belastungen für die betroffenen Kinder führen. Zudem können genetische Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von bösartigen Tumoren identifiziert werden. Durch die Verbindung von Patientenversorgung und Forschung wird im INFORM-Projekt unter Federführung des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg zudem die Basis für neue, zielgerichtete Behandlungen von Kindern mit Krebserkrankungen geschaffen.

Zur Erklärung: INFORM

Die Abkürzung INFORM steht für Individualized Treatment For Relapsed Malignancies in Childhood (Individualisierte Therapie für Rückfälle von bösartigen Tumoren bei Kindern). Aktuell sind 18 Studiengruppen und über 50 Rekrutierungszentren am INFORM-Register beteiligt. Seit 2016 wurde das Register auf weitere Länder ausgeweitet. Koordiniert wird INFORM von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ), einer gemeinsamen Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Universität Heidelberg sowie der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH).

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