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Krankenstand bei Kita-Beschäftigten um 30 Prozent gestiegen

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Krankenstand beim Kita-Personal schnellt in die Höhe

Corona, Grippe und psychische Belastungen: Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg zeigen, dass der Krankenstand im Jahr 2022 Rekordwerte erreicht hat

Düsseldorf, 07.03.2023

Bei den Streiks im öffentlichen Dienst stehen derzeit auch die Kindertagesstätten im Fokus. Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg belegen nun, wie angespannt die personelle Lage in vielen Kitas ist. Der Krankenstand ist im Jahr 2022 auf das Rekordhoch von 8,3 Prozent gestiegen und hat rund 30 Prozent über dem Niveau des Vorjahres gelegen. 80 Prozent der Beschäftigten haben 2022 mindestens einen Krankenschein eingereicht.

Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-Institut) der AOK Rheinland/Hamburg hat dazu die Daten von mehr als 16.000 AOK-versicherten Erzieherinnen und Erziehern aus weiten Teilen Nordrhein-Westfalens ausgewertet. Ergebnis: In allen Monaten des Jahres 2022 lag der Krankenstand bei Kita-Beschäftigen über dem der Vorjahresmonate.

Verursachte zu Beginn des Jahres 2022 die Omikron-Welle viele Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle), waren in den Monaten November und Dezember vor allem die Grippe und Erkältungskrankheiten für Fehlzeiten verantwortlich. Insgesamt lag der Krankenstand 2022 bei rund 8,3 Prozent. Im Jahr 2021 hatte er noch bei rund 6,4 Prozent gelegen und damit etwa 2 Prozentpunkte oder 30 Prozent niedriger – so wie in den Jahren 2018 bis 2020, wo er sich ebenfalls um die 6,4-Prozent-Marke bewegt hatte. 2022 erreichte die gesundheitliche Belastung in den Kitas also Rekordwerte.

Besonders viele Ausfälle in den Monaten Februar und November

Besonders viele Ausfälle beim Kita-Personal waren 2022 in den Monaten Februar und November zu verzeichnen, mit einem Krankenstand von 10,3 bzw. 10,4 Prozent. Im Jahr 2021 hatte der Krankenstand selbst zu Spitzenzeiten nie die 8-Prozent-Marke überschritten.

2022 waren rund 100 AU-Fälle je 100 Versicherte auf eine Atemwegsinfektion zurückzuführen. Das heißt also, dass jede und jeder Beschäftigte in den Kitas und Vorschulen im Schnitt einmal wegen dieser Diagnose ausgefallen ist. Insgesamt lag 35 Prozent aller AU-Meldungen eine Atemwegserkrankung zugrunde, die AU-Fälle und -Tage bei dieser Diagnose haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Außerdem zählten Corona-Infektionen, Magen-Darm-Erkrankungen und Rückenschmerzen zu den Top-4-Diagnosen. Zudem haben psychische Erkrankungen wie Depressionen und Belastungsstörungen viele Fehltage verursacht.

„In vielen Kitas wird ohnehin an der Belastungsgrenze gearbeitet, denn der Personalmangel ist groß. Nach Angaben des Deutschen Kitaverbandes fehlen bundesweit über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher, bis 2030 könnte sich diese Zahl mehr als verdoppeln. Melden sich dann noch Mitarbeitende krank, wird die Situation besonders kritisch“, sagt Andreas Schmidt, Geschäftsführer des BGF-Instituts. „Das Personal sieht sich deshalb in der Pflicht, auch dann zu arbeiten, wenn es gesundheitlich angeschlagen ist.“

Angebote für Unternehmen, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu stärken

Die AOK Rheinland/Hamburg und das BGF-Institut kümmern sich mit besonderen Angeboten um die Gesundheit der Beschäftigten in den Kitas. Es geht darum, Schutzfaktoren zu mobilisieren, die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen und die Belastungen des Personals zu reduzieren. Die Themen Bewegung, Ernährung und Stressmanagement spielen dabei eine Rolle. Nähere Infos gibt es dazu im Internet: www.bgf-institut.de

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