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Von Heilbronn aus die Welt retten: Wie Studierende der Hochschule Heilbronn Menschen in Südostasien eine Zukunft schenken

Von Heilbronn aus die Welt retten: Wie Studierende der Hochschule Heilbronn Menschen in Südostasien eine Zukunft schenken
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„Als ich das Jahr 2012 auf den Philippinen verbracht habe, bin ich das erste Mal mit extremer Armut in Berührung gekommen. Dass Menschen im Müll und vom Müll leben müssen, hat mich zutiefst schockiert“, erzählt Tobias Schüßler, ehemaliger Studierender der Hochschule Heilbronn. „Als ich zurück nach Deutschland kam, haben mich die Bilder nicht mehr losgelassen. Wie verzweifelt müssen Menschen sein, wenn sie sogar ihre eigenen Kinder verkaufen, nur um den Rest ihrer Familie zu ernähren.“

Tobias Schüßler handelte. Mit gerade einmal 21 Jahren gründete der Hösbacher einen Verein, der seither zahlreiche Hilfsbedürftige auf den Philippinen, in Thailand und in Indonesien aus der Armut retten konnte.

An seiner Seite: Studierende der Hochschule Heilbronn, die ihn ehrenamtlich unterstützen.

Doch von vorn: Wie genau unterstützt Tobias‘ Verein – die Global Micro Initiative (GMI) – die Menschen in Südostasien eigentlich? Was bewegt die ehrenamtlichen Helfer zu ihrem Engagement? Und wie gelingt eine langfristige Unterstützung der hilfsbedürftigen Menschen?

„Die Philippinen haben 100 Millionen Einwohner, 30 Prozent von ihnen leben unter der Armutsgrenze. Hier wollte ich helfen. Nachdem ich 2012 wieder in Deutschland war, begann ich also zu recherchieren“, so Tobias Schüßler. „Ich stieß auf das Konzept der Mikrokredite, das mich überzeugte.“

Wie kann ein Mikrokredit helfen? „Diese kleinen Kredite zwischen 5 und 500 Euro werden an Menschen vergeben, die selbst keinen Zugang zu Banken hätten und deren Einkommen, falls überhaupt vorhanden, nicht ausreicht, um ihre Familie zu versorgen oder selbst ein eigenes Geschäft zu eröffnen“, erklärt der Gründer. „Wir ermöglichen Mikrokredite und bieten den Menschen gleichzeitig Weiterbildungsmöglichkeiten und Schulungen an. So können sich Menschen eine eigene Existenz aufbauen: etwa einen kleinen Laden, eine Nähstube oder einen Streetfood-Stand. Ist ein Kredit zurückgezahlt, kann er sogleich für ein neues Projekt verwendet werden. Derselbe Betrag hilft also mehrfach.“

Seit ihrer Gründung konnte die Global Micro Initiative bereits mehr als 300 Kredite vergeben.

„An diesem Erfolg ist auch die Hochschule Heilbronn ein bisschen mit Schuld“, lacht der engagierte Gründer. 2013 begann Tobias, in Heilbronn BWL zu studieren. Der Studiengang „Internationale Betriebswirtschaft – Interkulturelle Studien (IBIS)“ bot ihm genau die Fähigkeiten, die er für seine gemeinnützige Organisation brauchte: interkulturelle Kompetenzen und praxisorientierte Betriebswirtschaft.

Schnell fand Tobias in seinen Kommilitonen Unterstützer für seine Idee.

„Als Tobias mir von seinen Projekten erzählte, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich wollte mehr darüber erfahren und war sehr begeistert darüber, dass ein solch junger Mensch solche Ziele verfolgt“, sagt Marion Schwierz, die von Anfang an im Vorstand der Global Micro Initiative aktiv ist. „Anfangs wollte ich eigentlich nur Spenden oder beim Spenden sammeln unterstützen. Nun gehöre ich bereits seit sieben Jahren zum Team“, so die Essenbacherin.

Weitere Studierende wurden auf Tobias‘ Initiative aufmerksam. „Ich war so begeistert davon, was Tobias noch während seines Studiums auf die Beine gestellt hat und wieviel er damit in kurzer Zeit bewirken konnte“, sagt Susann Sparwasser. Die IBIS-Studierende unterstützt GMI seither in der Kommunikation und im Marketing.

Christiane Kleinewefers gefällt besonders, dass gerade eine kleine Organisation wie GMI sehr viel bewegen kann: „Wenn ich sehe, wie nah unsere Arbeit an den Menschen in Südostasien ist, bin ich jedes Mal verblüfft. Ich habe bei GMI bei jedem Projekt das Gefühl, dass die Hilfe zur Selbsthilfe für die Menschen authentisch ist und zu 100 Prozent von Herzen kommt.“ Besonders stolz ist die IBIS-Studierende darauf, dass sie einen bedeutenden Beitrag zum Branding von GMI leisten durfte. „Unser Claim ‚Wir nehmen es ernst. Wir nehmen es persönlich. Wir lieben, was wir tun.‘ fiel mir in einem gemeinsamen Workshop ein. Er prangt seitdem auf all unseren Webauftritten,“ so Christiane.

Mustafa Parmuk reiste fast zwei Jahre als Backpacker durch die Welt, bevor er sein IBIS-Studium in Heilbronn begann. „Ich habe etwa sieben Monate in Südostasien verbracht und die gewaltigen Unterschiede im Lebensstandard gesehen“, so Mustafa. „Man kann (leider) nicht die ganze Welt retten. Aber jeder kleine Beitrag hilft. Daher engagiere ich mich für GMI.“

Auch Annika Benz ist Fördermitglied der Global Micro Initiative und hat einen ganz persönlichen Bezug zu ihrer Arbeit dort: „Ich bin selbst halb Thailändisch und habe mein Auslandssemester in Thailand verbracht“, so die 22-Jährige. „Mich hat überzeugt, dass GMI nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe arbeitet und Kleinunternehmer fördert und weiterbildet.“ Annika verantwortet den YouTube-Kanal der Organisation und schreibt Texte für die Website. „Besonders schön finde ich, wenn man als Autorin die Follow-Up-Stories der Kleinunternehmer verfasst und sieht, welche Erfolge diese durch GMIs Unterstützung verzeichnen konnten.“

Dank des Engagements der ehrenamtlichen Helfer kann die Global Micro Initiative mehr und mehr Menschen unterstützen. „Seit ich vor zwei Jahren bei GMI angefangen habe, sind wir stark gewachsen, haben neue Partnerorganisationen dazugewonnen und auch unsere Mikrokreditnehmer und die Teilnehmer der Ausbildungen machen großartige Fortschritte heraus aus der Armut“, berichtet Julian Kosalec. Auch er studiert Internationale Betriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn.

Anja Huber arbeitet als „Head of Web Content“ und unterstützt Gründer Tobias Schüßler bei der Planung, Organisation und Umsetzung der Homepage-Inhalte: „Ich wollte mich schon lange ehrenamtlich engagieren. Allerdings wollte ich nicht irgendetwas oder irgendwen unterstützen, sondern hinter dem Konzept stehen.“ Der transparente und engagierte Einsatz von GMI gegen die Armut überzeugte sie. Bereits seit fünf Jahren ist die ehemalige Studierende, die inzwischen als Teamassistentin in einem Seniorenheim arbeitet, Teil des Teams.

Frederic de la Haye kümmert sich ehrenamtlich um die IT-Infrastruktur von GMI. „Als Tobias nach seinem Bachelor in Indonesien Deutsch unterrichtete und parallel GMI weiter aufbaute, habe ich ihn vor Ort besucht und selbst die dortigen Verhältnisse sehen können“, so der IT-Berater. „Nachdem ich gesehen habe, unter welch‘ beschwerlichen Bedingungen die Menschen leben und was GMI dort Gutes bewirkt, habe ich beschlossen, meinen Beitrag zu leisten.“

Die Global Micro Initiative ist eine gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert. Nur mithilfe ehrenamtlicher Unterstützer und Fördermitglieder kann der Verein seine Arbeit möglich machen. „Ich bin sehr dankbar, dass die Hochschule Heilbronn eine so entscheidende Rolle für GMI spielt,“ sagt Tobias Schüßler. „Hier hat alles begonnen.“ Für Tobias ist es auch weiterhin Ziel und Herzensangelegenheit, Menschen in Indonesien zu helfen und ihnen einen Weg aus der Armut zu zeigen. „Ich wünsche mir, dass auch in Zukunft Heilbronner Studierende Lust haben, sich mit uns gemeinsam für eine bessere Welt einzusetzen.“

Text: Sandra Liebich, Liebich Kommunikation & PR

Spendenkonto:

Global Micro Initiative e.V.
Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg e. G.
IBAN DE38 7956 2514 0000 4739 01
BIC: GENODEF1AB1

Kontakt:

Silvia Schüßler, Öffentlichkeitsarbeit
Global Micro Initiative e.V.
Vorstandsvorsitzender Tobias Schüßler
Weißenbergerstraße 6
63768 Hösbach
www.global-micro-initiative.de 
Silvia.Schuessler@global-micro-initiative.de
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