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Offener Brief an die 92. Gesundheitsministerkonferenz der Länder, 5.-6. Juni 2019

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch,

sehr geehrte Gesundheitsministerinnen und Minister der Länder,

seit vielen Jahren wächst in der Bevölkerung die Nachfrage nach naturheilkundlichen Therapien und Medikamenten. Der Deutsche Naturheilbund (DNB) vertritt 11.000 Menschen und 48 Naturheilvereine. Er steht hier in einer 130-jährigen Tradition und will dieses Kulturerbe für die Zukunft erhalten und weiterentwickeln. Zur Unterstützung der Traditionellen Medizin in ihren Mitgliedsstaaten hat die WHO bekanntlich die "Strategie für Traditionelle Medizin 2014-2023" formuliert, auf die wir uns hiermit berufen.**

Wir wünschen uns daher sowohl eine anerkennende Wertschätzung der Naturheilkunde als Traditionelle Europäische Medizin in der deutschen Gesetzgebung, als auch die Bereitstellung von Forschungsmitteln für diesen Bereich. Hierfür ist es unseres Erachtens zwingend, den hoch-individuellen Ansatz und die speziellen Prinzipien der Traditionellen Europäischen Medizin anzuerkennen.

Die alleinige Beurteilung der Verfahren durch das IQWIG und den G-BA kann dem nicht gerecht werden. Die offen propagierte Unabhängigkeit dieser Institute müssen wir in Frage stellen, da weder Vertreter von naturheilkundlichen Organisationen wie dem DNB, noch Vertreter naturheilkundlicher Berufe einschließlich der ganz wenigen naturheilkundlichen Stiftungsprofessuren an deutschen Universitäten oder politische Vertreter in diesen Gremien vertreten sind.

- Genauso wichtig ist uns eine Patientenvertretung im G-BA mit einem 
  Mitbestimmungs-und Stimmrecht.
- Weiterhin bitten wir Sie, die infolge einer langjährigen Förderung der 
  Traditionellen Medizin in vielen Industriestaaten gute Studienlage, die auch 
  in den neueren deutschen medizinischen Leitlinien bis hin zu den nationalen 
  Versorgungsleitlinien berücksichtigt wird endlich zur Kenntnis zu nehmen und 
  dabei auch den multimodalen Ansatz zu berücksichtigen. Letzteres ist mit dem 
  gegenwärtigen Standard einer Evidenz-basierten Medizin, die bekanntlich auf 
  der Grundlage einer Therapie mit chemisch definierten Pharmaka entwickelt 
  wurde, nur schwer möglich. Hierzu müssen weitere Entwicklungsschritte 
  eingeleitet werden.
- Des Weiteren verweisen wir auf die siebzehn Nachhaltigkeitsziele der Vereinten
  Nationen und der Weltgesundheitsorganisation von 2015. Hier bezeichnet 
  insbesondere das Ziel No3 das Thema Gesundheit und Wohlbefinden. Der DNB und 
  seine Naturheilvereine stehen von Beginn an für Nachhaltigkeit in allen 
  Lebensbereichen, Information und Schulung der Bevölkerung und einer Hilfe zur 
  Selbsthilfe.
- Die freie Therapie- und Therapeutenwahl soll auch zukünftig bestehen bleiben. 
  Es ist unwissenschaftlich, empirisch basierte Therapieformen als unsicher und 
  unwirksam zu bezeichnen, nur weil bisher keine Mittel zu ihrer Erforschung zur
  Verfügung stehen.
- Die bestehende Gesetzeslage für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen
  muss nicht nur erhalten, sondern nach einem fachkompetenten Reflexionsprozess 
  verbessert werden.
- Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung sollen neben dem 
  Infektionsschutz auch die sechs Säulen der Naturheilkunde (Wasser, 
  Arzneipflanzen, Ernährung, Bewegung, Balance des Lebens und der Umwelt) 
  berücksichtigt werden. Wir verweisen hierzu auf die gerade erschienene 
  Leitlinie der WHO "Risk Reduction of Cognitive Decline and Dementia", die 
  multimodale Maßnahmen z.B. gegen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und 
  soziale Isolation, sowie Raucherentwöhnung und Alkoholkonsumreduktion 
  ("Balance des Lebens") empfiehlt. All diese Maßnahmen werden von Seiten der 
  Naturheilkunde traditionsgemäß propagiert.

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch, der DNB steht Ihnen als traditionell kompetenter Ansprechpartner in Sachen Naturheilkunde/ Traditioneller Europäischer Medizin gerne zur Verfügung! Wir wünschen uns von Ihnen und den versammelten Gesundheitsministern der Länder ein klares: "JA zur Naturheilkunde"!

Mit freundlichen Grüßen im Namen des Vorstandes

Nora Laubstein

Präsidentin

** https://www.who.int/medicines/publications/traditional/trm_strategy14_23/en/

V.i.S.d.P. und Kontakt:

Nora Laubstein, Deutscher Naturheilbund/DNB-Bundesgeschäftsstelle Schloss Bauschlott,

Am Anger 70, D-75245 Neulingen-Bauschlott,

Tel: 07237-4848799, Mail: info@naturheilbund.de , www.naturheilbund.de

Mit besten Grüßen
Deutscher Naturheilbund eV
Bundesgeschäftsstelle
Am Anger 70 (Schloss Bauschlott)
75245 Neulingen
Tel. 07237-4848 799,   Fax 07237- 4848 798 
presse@naturheilbund.de 
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