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Hausärzte-Präsident Ulrich Weigeldt kritisiert starres Festhalten der Länder an Impfzentren

Bonn/Bremen (ots)

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat das viel zu langsame Impfen in Deutschland kritisiert. Es könne nicht sein, dass vier Millionen Impfdosen im Kühlschrank gelagert werden, um Impfzentren am Laufen zu halten, anstatt dafür zu sorgen, dass viele Menschen in kurzer Zeit geimpft werden. "Das Ziel scheint völlig aus dem Auge verloren zu sein", sagte er im Interview mit dem Fernsehsender phoenix. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Ministerpräsidentenkonferenz darüber debattiere, wie Verteilung von Impfstoffen stattfinden soll, anstatt mit den Ärztinnen und Ärzten direkt in Kontakt zu treten. Durch die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfstrategie könne man dafür sorgen, dass vorhandener Impfstoff möglichst schnell verimpft werde. So könne der Einlagerung der vielen Impfdosen in den Impfzentren entgegengewirkt werden. Scharf kritisierte er das Vernichten nicht verbrachter Impfdosen in den Impfzentren: "Impfstoff wegzuwerfen ist irre!."

Er forderte ein pragmatisches Vorgehen und kritisierte das starre Festhalten der Länder an den Impfzentren bis September. Viele Menschen, vor allem aus ländlichen Gegenden, schrecke eine lange Anreise zu den Impfzentren ab, da sie lieber von ihren Hausärztinnen und Hausärzten geimpft werden wollten. "Ich hätte gerne mal einen sachlichen, vernünftigen Grund gehört, weswegen man das nicht einfach macht", so der Verbandschef. Für die Belieferung böte sich der lange erprobte Weg über Apothekenlieferketten an. Ihn ärgere die Bürokratisierung des Corona-Impfprozesses und "dass wir jetzt Pilotprojekte brauchen, um zu prüfen, ob Hausärzte impfen können, was wir seit einem Jahrhundert machen."

Die Reihenfolge der Impfung müsse auch bei den Hausärztinnen und Hausärzten eingehaltenwerden. Doch fordert Weigeldt ein praktisches Vorgehen: "Ehe man einen Impfstoff wegwirft, muss man doch vielleicht mal von einer starren, geraden Regelung abweichen können." Das Ganze sei mittlerweile "kafkaesk".

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