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IT-Misere muss gelöst werden
Kommentar von Isabell Jürgens zu Berliner Behörden und der Baubranche

Berlin (ots)

Kurzform:

Die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind nicht nur direkter Arbeitgeber für 4000 Berliner, sondern sichern über Aufträge an Handwerk und Bauunternehmen 30.000 Arbeitsplätze in der Region. Voraussetzung dafür, dass es so bleibt, ist auch die Zuarbeit der Behörden bei Neubau- und Sanierungsvorhaben. Dass Berlins Planungs-, Vergabe- und Genehmigungsbehörden - wie viele andere Ämter in der Stadt - in puncto Digitalisierung immer noch mit Papierakten unterwegs sind und/oder von außen keinen Zugriff auf das Landesnetz haben, lässt Schlimmes ahnen, wenn ab Montag die Pflicht zum Homeoffice gelten soll. Die geschrumpfte Auftragslage in der Baubranche ist ein deutliches Warnzeichen. Besser und nachhaltiger als jede Corona-Hilfe wäre eine Lösung der IT-Misere in Berliner Amtsstuben.

Der vollständige Kommentar:

Es sind schon beachtliche Zahlen, die die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften vorgelegt haben. Sie sind, das bescheinigt ihnen eine wissenschaftliche Studie, nicht nur direkter Arbeitgeber für 4000 Berliner, sondern sichern indirekt, über Aufträge besonders an Handwerk und Bauunternehmen, 30.000 Arbeitsplätze in der Region. Von den knapp drei Milliarden Euro, die sie 2019 ausgegeben haben, landeten 90 Prozent in Berlin und Brandenburg. Doch er könne seine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass dies auch in Zukunft so bleibe, sagte Gesobau-Chef Jörg Franzen bei der Vorstellung der Studie. Denn oberste Voraussetzung dafür sei eine stabile wirtschaftliche Basis und die Zuarbeit der Behörden bei Neubau- und Sanierungsvorhaben. Und daran hapert es gerade auch in Pandemie-Zeiten gewaltig.

Dass Berlins Planungs-, Vergabe- und Genehmigungsbehörden - wie viele andere Ämter in der Stadt - in puncto Digitalisierung auch knapp zwei Jahre nach dem 2019 verabschiedeten "Zukunftspakt Verwaltung" immer noch größtenteils mit Papierakten unterwegs sind und/oder von außen keinen Zugriff auf das Landesnetz haben, lässt für die kommenden Wochen Schlimmes ahnen, wenn ab Montag die Pflicht zum Homeoffice gelten soll. Auch wenn Verwaltungen, in denen die Arbeit vom heimischen PC nicht möglich ist, von der Pflicht ausgenommen sein sollen, droht hier zumindest Schichtbetrieb und damit eine weitere Reduzierung der Leistungsfähigkeit. Und die war schon zuvor erheblich eingeschränkt.

Die geschrumpfte Auftragslage in der Baubranche, die das Statistische Landesamt in dieser Woche gemeldet hat, ist ein deutliches Warnzeichen. Besser und nachhaltiger als jede Corona-Hilfe wäre eine Lösung der IT-Misere in Berliner Amtsstuben.

Pressekontakt:

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Telefon: 030/887277 - 878
bmcvd@morgenpost.de

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