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Rheinische Post: Adolf Nazi war kein Saarländer Kommentar VON SVEN GÖSMANN

Düsseldorf (ots)

Die Geschichte der politischen
Auseinandersetzung in Deutschland ist leider voll von törichten 
Vergleichen aus dem Munde eigentlich kluger Leute: "Heiner Geißler 
ist der schlimmste Hetzer seit Goebbels" (Willy Brandt), "Gorbatschow
... versteht etwas von PR, der Goebbels verstand auch was von PR" 
(Helmut Kohl), "Bush lenkt von innenpolitischen Problemen durch Krieg
ab  wir kennen das von Adolf Nazi" (Herta Däubler-Gmelin). Als 
besonders wirksame Waffe wird die Faschismus-Keule verehrt, wenn man 
sonst nicht weiter weiß. Auch Helmut Schmidt ist vor diesem Unfug 
nicht gefeit. Sein Versuch, den linken Populisten Oskar Lafontaine zu
stoppen, in dem er ihn in eine Ecke mit Hitler oder zumindest Le Pen 
rückt, taugt nicht. Sie schafft vielmehr einen Solidarisierungseffekt
mit einem Politiker, der das nicht verdient hat. Lafontaine spielt 
gewiss mit den rhetorischen Mitteln aller Demagogen, auch Ausrutscher
nach rechts sind ihm nicht fremd. Er spricht über "Fremdarbeiter", 
schürt Wirtschafts- und Amerikafeindlichkeit. Aber man muss und kann 
ihn nur stoppen, indem man seine falschen Verheißungen mit Fakten 
zerpflückt. Und indem man nicht seinen Konzepten nach- und einer 
Koalition mit der Linken entgegenläuft. Es wäre gut gewesen, wenn 
Sozialdemokrat Schmidt das in den Mittelpunkt seines Interviews 
gerückt hätte.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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