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EVG BR-Konferenzen - Dienstleistungsbereiche sorgen sich um Corona-Folgen - zu Gast: Anke Rehlinger

EVG BR-Konferenzen - Dienstleistungsbereiche sorgen sich um Corona-Folgen - zu Gast: Anke Rehlinger
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„Diese Debatte um eine Zerschlagung ist falsch. Sie vernichtet Zeit und Energie“. So brachte es die Landesverkehrsministerin des Saarlandes, Anke Rehlinger, auf den Punkt. Die SPD-Politikerin war Gast auf der zweiten von insgesamt fünf digitalen BR-Konferenzen der EVA-Akademie. Die Frage sei vielmehr: „Wie funktioniert der Integrierte Konzern besser?“ Und: „Wie wird die Infrastruktur den wachsenden Aufgaben gerechter?“, so Rehlinger.

EVG-Vize Martin Burkert hatte vorab über die beschlossenen Forderungen der EVG an die Parteien zur Bundestagswahl informiert. Diese setzen sich zusammen aus sechs Schwerpunktthemen. Burkert sendete in diesem Zusammenhang einen Appell an alle Parteien, sich klar zum integrierten Konzern zu bekennen. „Wir sehen ansonsten sichere Beschäftigung arg gefährdet und die Verkehrswende auf dem Abstellgleis“.

Rehlinger stellte klar, sie sehe einen integrierten Konzern als Abbild einer modernen, vernetzten Gesellschaft. Überhaupt sei Mobilität ein wachsender Lebensbestandteil unserer Gesellschaft. Deswegen müssten vielmehr Antworten darauf gefunden werden, wie mehr Mobilität hergestellt werden könne, ohne mehr (klimaschädlichen) Verkehr zu produzieren. „Die Antwort ist: das geht in erster Linie mit der Schiene“, so Rehlinger. Zugleich sollte ihrer Ansicht nach mehr Wert auf die Gemeinwohlorientierung, als auf Gewinnorientierung gelegt werden.

Der EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel mahnte erneut in Richtung DB AG, beim Thema Boni das Vertrauen der Beschäftigten in die Konzernführung nicht aufzubrauchen. „Auch Bahn-Vorstände müssen offenbar noch viel lernen.“

Am 2. Tag der Konferenzreihe tauschten sich die Interessenvertreter*innen aus den Dienstleistungsbereichen wie DB Services, DB Sicherheit und DB Zeitarbeit intensiv aus. Neben dem aktuell beherrschenden Thema Tarifeinheitsgesetz wurden auch die Mindestlöhne als Mittel zum Zweck im Wettbewerb kritisch diskutiert. Ebenso gab es einen lebhaften Austausch über die Corona-Folgen für die Beschäftigten sowie die daraus resultierenden Ängste der Kolleginnen und Kollegen aus den Dienstleistungsbereichen zur Leiharbeit und Sub-Unternehmen.

„Wir wissen um die schwarzen Schafe im Sektor Leiharbeit“, bestätigt Martin Burkert. Die EVG versuche seit Langem, Regelungen gegen Sub-Sub-Sub-Vergaben und daraus resultierendes Sozialdumping durchzusetzen. Mit der DB Zeitarbeit als Leuchtturm seiner Branche hätten Beschäftigte gute und faire Arbeitsbedingungen.

Ministerin Rehlinger lobte die Leistungen der Eisenbahner*innen; vor allem in den vergangenen Monaten während der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise. Sie sagte zu, die Forderungen der EVG nach einem 2. Corona-Rettungsschirm für die Eisenbahn zu unterstützen. Dieses Geld würde dafür sorgen, viel Ängste der Beschäftigten zu nehmen, um zukunftsoptimistisch zu bleiben.

Im Verlaufe von gut dreieinhalb Stunden fand ein lebhafter, kurzweiliger Austausch der Teilnehmenden mit den Mitgliedern des Geschäftsführenden Vorstandes der EVG statt. In ihrem Abschlussstatement hob SPD-Ministerin Rehlinger die Arbeit der Dienstleister im DB-Konzern noch einmal hervor: „Ihr tragt erheblich zum Image der Bahn bei. Wer hier spart, zahlt später doppelt drauf!“

Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)

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