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Live-Performance im Rosenhang-Museum
Der ostdeutsche MALSTROM ist tot - es lebe die freie Malerei

Live-Performance im Rosenhang-Museum / Der ostdeutsche MALSTROM ist tot - es lebe die freie Malerei
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Weilburg (ots)

Eröffnung der MALSTROM Ausstellung am 8. September im Rosenhang Museum in Weilburg/Lahn, in Anwesenheit der Künstler Cornelia Schleime, Helge Leiberg, Reinhard Stangl, Ralf Kerbach, und Hans Scheib.

Verkündung und Verlesung eines Manifestes über die Poesie der Vergänglichkeit, sowie einer einmaligen gemeinsamen Malperformance im Flusslauf der Lahn.

"Der ostdeutsche MALSTROM ist tot - es lebe die freie Malerei!" 1986 machte das Projekt MALSTROM auf einen Schlag fünf aus der DDR emigrierte Künstler im Westen bekannt. Diese nach Westberlin übergesiedelten Künstler waren 1986 im West-Berliner Haus am Waldsee, und 1987 im Mannheimer Kunstverein mit ihrem Werk zu besichtigen und stellten radikale Gegenpositionen zum staatlich verordneten Sozialistischen Realismus dar.

MALSTROM war keine klassische Künstlergruppe, sondern eine temporäre Ausstellungsgemeinschaft, die bewiesen hat, dass es auch in der damals noch existierenden DDR herausragende Strömungen gab, die sich um ein Kunstdiktat nicht scherten, und dass es parallel zum neoexpressionistischen Aufbruch der westdeutschen "Jungen Wilden" auch in der DDR Strömungen mit starkem Ich-Bezug und einer widerspenstigen Attitüde gegeben hat. Die Künstler Cornelia Schleime, Helge Leiberg, Reinhard Stangl, Ralf Kerbach und Hans Scheib kannten sich vom Studium an der Kunsthochschule Dresden aus den 1970er Jahren und standen sich künstlerisch sehr nahe. Zwischen Ihnen existierten langjährige Verbindungen, die vielfach fruchtbare Kooperationen angestoßen haben, ohne dass sich der Einzelne als Teil einer Gruppe verstand.

Ihr künstlerisches und politisches Koordinatensystem bildete die Grundlage dafür, dass sie Teil der so außerordentlich lebendigen, aber bis heute kaum bekannten Gegenkultur der DDR wurden. Der Kontakt zwischen ihnen brach nie ab, selbst als die Mauer noch stand und einige von ihnen im Osten, andere schon im Westen lebten. Die Ausstellung Malströme im Rosenhang Museum in Weilburg stellt die Künstler mit bisher nicht oder selten gezeigten Frühwerken und überwiegend aktuellen Werken vor. Die starken individuellen Positionen kennzeichnen den Weg, den die Künstler in den letzten Jahrzehnten zurückgelegt haben. Die Wiederbegegnung nach 30 Jahren mag Überraschungen bergen, aber die individuellen und stark authentischen Positionen sind auch nach all den Jahren noch erkennbar geblieben.

Mit der Ausstellung im Rosenhang Museum ist das Projekt MALSTROM ein für alle Mal Vergangenheit. Die Künstler werden in einer spektakulären Aktion Geschehenes, Erlebtes, Persönliches, Unterdrückung und Demütigung ihrer frühen Vergangenheit ad Acta legen, und sich zukünftig ausschließlich mit der Großzügigkeit ihrer gewonnenen Freiheit auseinandersetzen. Die DDR und deren Stasiunterdrückungsapparat verschwinden auf ewig im Flusslauf der Lahn. Für die fünf MALSTROM Künstler war es wichtig, dass diese Aktion im geografischen Zentrum Deutschlands stattfindet. Das Rosenhang Museum in Weilburg mit seiner unmittelbaren Nähe zur Lahn ist dafür geradezu prädestiniert.

Die Eröffnung der Ausstellung mit Verlesung des Manifests und anschließender Lahnperformance findet am Freitag, den 08. September um 17 Uhr statt. Einführung Michael Schultz/Berlin. Katalog liegt vor.

Pressekontakt:

Joachim Legner, 0171 2003 153.
Rosenhang Museum, Ahäuser Weg 8-10, 35781 Weilburg/Lahn,
Tel.: 06471 39081.

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