B.Z.

"Die letzten Zeugen": Axel Springer und Reclam veröffentlichen Protokolle des Auschwitz-Prozesses in Lüneburg

Berlin (ots) - Es wird wohl einer der letzten Prozesse gewesen sein, in denen sich Täter und Opfer des größten menschlichen Verbrechens in die Augen sahen: Vom 21. April bis 15. Juli 2015 musste sich der heute 94jährige Oskar Gröning, der als SS-Mann im Konzentrationslager Auschwitz eingesetzt war, vor Gericht verantworten. Journalisten von Axel Springer, konkret Redakteure und Reporter von B.Z. und BILD, haben den Prozess protokolliert. Wort für Wort schrieben sie auf, was der am Ende verurteilte Gröning und vor allem die anwesenden Auschwitz-Überlebenden und ihre Nachkommen berichteten.

Die B.Z. veröffentlichte die Protokolle bereits tagesaktuell begleitend zum Prozess, jetzt bringen Reclam und Axel Springer zum 7. Oktober 2015 ein Buch heraus, das die Mitschriften aller siebzehn Prozesstage kompakt dokumentiert. Das Buch "Die letzten Zeugen" bewahrt das Bekenntnis des Angeklagten, die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklägern und Verteidigern und die Aussagen der Opfer und ihrer Nachkommen für zukünftige Generationen. Es dokumentiert neben den Verbrechen des Nationalsozialismus auch das Versagen der deutschen Justiz in der Nachkriegszeit.

Einen Beitrag zu leisten zur Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen ist einer der publizistischen Grundsätze des Verlags Axel Springer. Peter Huth, B.Z.-Chefredakteur und Herausgeber des Buchs "Die letzten Zeugen": "Unser Anspruch als Journalisten war es, genau das aufzuschreiben, was im Prozess gesagt wurde - unkommentiert, unbewertet und ungewichtet. Manchmal ist das der größte Dienst, den Journalisten der Öffentlichkeit erweisen können. Damit so ein unfassbar grausames Verbrechen wie in Auschwitz nie wieder passiert, damit wir uns alle immer wieder daran erinnern, was Menschen anderen Menschen antun können wenn Fanatismus, Hass und Vernichtungswille aufeinander treffen ."

"Die ungefilterte Wiedergabe der Schicksale macht die Besonderheit dieses Textes aus. Als die Prozesszeugen deportiert wurden waren sie Teenager, so alt wie heutige Schülerinnen und Schüler", so Wolfgang Kattanek, Geschäftsführer Reclam Verlag. "Für uns als Reclam Verlag ist diese Zusammenstellung der Gerichtsprotokolle ein wichtiges Zeugnis zur Aufklärung über die Verbrechen des Nationalsozialismus und das Versagen der deutschen Justiz nach 1945 - gerade auch im Hinblick auf die Verwendung in der Schule. Durch die Übereinstimmung der Alterssituation eröffnet der Band eine gute Möglichkeit, Jugendliche auf neuen Wegen und anhand eines aktuellen Mediums an das Thema des Holocaust heranzuführen. Der Band erscheint deshalb in zweifacher Ausführung, als günstiger Band in der Universal-Bibliothek zur Verwendung im Schulunterricht und als Paperback-Band für das breite interessierte Publikum."

Bibliografische Angaben
Titel: Die letzten Zeugen. Der Auschwitz-Prozess von Lüneburg. Eine 
Dokumentation.
Hrsg.: Peter Huth
Nachw.: Hans-Christian Jasch
Verlag: Reclam
ET: 7. Oktober 2015
Preis: 12,95 Euro
ISBN: 978-3-15-011057-7
UB-Preis: 4,80 Euro
ISBN: 978-3-15-017088-5
280 S. 8 Abb.
Weitere Informationen unter: 
http://www.reclam.de/detail/978-3-15-011057-7/Die_letzten_Zeugen 

Pressekontakt:

Axel Springer SE:
Sandra Petersen
Tel: +49 30 2591 77613
sandra.petersen@axelspringer.de

Philipp Reclam jun. Verlag:
Claudia Feldtenzer
Tel: +49 7156 163 148
c.feldtenzer@reclam.de

Original-Content von: B.Z., übermittelt durch news aktuell

Das könnte Sie auch interessieren: