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Was Studien-Kredite wirklich bieten: Über 40 Angebote im CHE-Studienkredit-Test

    Köln (ots) - CHE und 'Capital' veröffentlichen erstes umfassendes Rating / Große Unterschiede bei Kosten, Risikobegrenzung und Finanzierungsvolumen / Tipps für Studierende

    Gütersloh/Köln, 10. Mai 2006 - Mehr als 40 Banken und Sparkassen bieten mittlerweile eigene Studien-Kredite für angehende Akademiker an. Dabei sind deutliche Unterschiede bei den Kosten und der Risikobegrenzung, aber auch beim maximal möglichen Finanzierungsvolumen festzustellen. Das ist das Ergebnis des ersten umfassenden Vergleichstests der Studien-Kreditangebote in Deutschland, den das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh durchgeführt hat und in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 11/2006, EVT 11. Mai) veröffentlicht.

    In der Gruppe der bundesweit verfügbaren Kredite sind die Kosten bei der Dresdner Bank vergleichsweise hoch. Gut schneiden bei diesem Kriterium die Deutsche Kreditbank und das Angebot der KfW-Förderbank ab. Unter den landesweiten Angeboten, die der Finanzierung von Studiengebühren dienen, erzielen die Studienbeitragsdarlehen in Hamburg und Niedersachsen bei den Kosten gute Werte. Sie kommen aber bei der Risikobegrenzung nicht über eine mittlere Einstufung hinaus. Bei den Landesdarlehen zur Finanzierung der Studiengebühren profitieren Bafög-Empfänger in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen dadurch, dass sie einen nachträglichen Darlehenserlass erhalten können, wenn eine bestimmte Schuldensumme überschritten wird. Schlecht in punkto Risikobegrenzung schneiden die Berliner Bank, die Berliner Sparkasse und die L-Bank Baden-Württemberg ab.

    Die CHE-Experten haben die Studienkredite im Hinblick auf fünf Fragen untersucht: Welche Gesamtkosten entstehen? Bleibt man trotz Studien-Kredit weiterhin auf die Eltern angewiesen, weil das Auszahlungsvolumen niedrig ist oder entsprechende Sicherheiten benötigt werden? Wird das Schuldenrisiko begrenzt, etwa durch fixierte Zinssätze? Sind Fach- und Ortswechsel sowie Praktika und Auslandsaufenthalte möglich? Und: Wie leicht ist der Kredit erhältlich? Um die Fragen zu beantworten, wurden insgesamt 15 Indikatoren betrachtet.

    Welches Angebot unterm Strich das beste ist, lässt sich nach Einschätzung des CHE nicht pauschal beantworten. So schneidet beispielsweise das Angebot der KfW-Förderbank in vielen Kategorien gut ab, die Zahlung setzt allerdings bei Auslandssemestern aus. Umgekehrt ist das Angebot der Dresdner Bank zwar relativ teuer, bietet aber deutlich mehr Flexibilität als andere Angebote und kann für Auslandssemester sogar ausgeweitet werden. "Je nach persönlicher Situation und Plänen sind die Angebote unterschiedlich attraktiv", sagt Projektleiter Markus Langer. "Der Einzelne kann selbst am besten entscheiden, ob ihm zum Beispiel niedrige Kosten wichtiger sind oder eine wirksame Risikobegrenzung." Neben dem Kreditvergleich enthält der CHE-Studienkredit-Test daher auch Tipps für unterschiedliche Typen von Studierenden.

    Nach Auffassung des CHE zeigt der Vergleich der Kreditangebote, dass die in vielen Ländern geplanten Studiengebühren weitgehend sozial abgesichert sind. Ein Rückgang der Studentenzahl sei daher nicht zu befürchten, meint CHE-Chef Professor Detlef Müller-Böling: "Es gibt inzwischen eine erstaunliche Breite und Vielfalt an interessanten Kreditmodellen - darum glaube ich nicht, dass die Zahl der Studienanfänger wegen der Gebühren sinken wird."

    Weitere Informationen und alle Ergebnisse sind im Internet unter www.che-studienkredit-test.de oder www.capital.de/politik abrufbar.

    Für Rückfragen: Markus Langer, CHE, 05241/97 61-31, markus.langer@che.de oder Henning Baethge, Redaktion 'Capital', 0221/49 08-255, bg@capital.de

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