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'Capital'-Kunstkompass 2004: Gerhard Richter verdrängt Sigmar Polke vom Spitzenplatz im Ranking der 100 weltweit gefragtesten Künstler

    Köln (ots) - Vor allem Maler gewinnen an Beliebtheit / Der Düsseldorfer Künstler Jörg Immendorff verbessert sich um zehn Plätze auf Rang 51 / Diskussion um eine neue Spekulationsblase am Kunstmarkt entbrannt

    An der Spitze der Weltbestenliste des 'Capital'-Kunstkompasses hat sich in diesem Jahr ein "Machtwechsel" vollzogen: Der gebürtige Dresdner Gerhard Richter löst Sigmar Polke nach fünf Jahren als Spitzenreiter des 'Capital'-Kunstkompasses ab. Polke führte das Ranking von 1999 bis 2003 an. Der Wahl-Kölner Richter gehört neben den Amerikanern Jasper Johns und Jeff Koons zu den teuersten lebenden Künstlern weltweit. Rund 5,3 Millionen Dollar brachte sein Bild "Drei Kerzen", mehr als neun Millionen Euro waren einem Käufer seine "Tänzerinnen" wert. Richters fotorealistisch gemalten Werke erzielen auf den großen Auktionen regelmäßig Höchstpreise. Auch weitere Malerfürsten aus Deutschland konnten ihre Plätze verbessern. So stieg Georg Baselitz von Rang sieben auf Rang sechs, Günther Förg von Rang 23 auf Rang 21. Der zuletzt stark nachfragte Düsseldorfer Maler Jörg Immendorff verbesserte sich um zehn Plätze von Rang 61 auf Rang 51.

    Seit 1970 ermittelt 'Capital' alljährlich exklusiv die aktuell weltweit gefragtesten 100 Künstler. Der 'Capital'-Kunstkompass erfasst rund 13.500 Künstler. Gemessen und mit Punkten bewertet werden Einzelausstellungen in rund 180 renommierten Museen, Beteiligungen an mehr als 120 Gruppenausstellungen sowie Rezensionen in der Fachliteratur. Die Addition der Punkte führt zu den Positionen im Kunstkompass. Aus dem Verhältnis von Punkten zu Preisen der Werke ergibt sich eine Preisbewertung von "sehr günstig" bis "sehr teuer". Damit dient der Kunstkompass auch als wertvolle Orientierungshilfe für Investoren auf dem Kunstmarkt.

    Unter Galeristen und Sammlern ist eine heftige Debatte darüber entbrannt, ob mit den rasch anziehenden Preisen für die Werke der jungen ostdeutschen Maler um den Leipziger Neo Rauch – er rangiert erstmals unter den Top-100 und marschierte gleich auf Platz 89 durch – eine neue Spekulationsblase am Kunstmarkt entsteht. Kritiker wie der Wuppertaler Sammler Christian Boros warnen: "Eine Preisspirale wie jetzt, gab es schon einmal in den 80er Jahren." Boros spielt damit auf die "Jungen Wilden" um Walter Dahn oder Georg Jiri Dokoupil an. Die Werke der "Jungen Wilden" erzielten vor rund 20 Jahren spektakuläre Preise, die bald durch ein überbordendes Angebot und sinkende Qualität in den Keller gingen. "Die Parallelen drängen sich auf", urteilt auch der Berliner Galerist Clemens Fahnemann mit Blick auf die ostdeutschen Shooting-Stars der Kunstszene.

    Insgesamt gewinnt die Malerei nach dem Boom von medialer oder installativer Kunst an Beliebtheit. Dies spiegelt sich auch bei den Kunstkompass-Nachrückern aus dem Feld hinter den Top-100 wider. So nahm die Resonanz von Malern wie James Rosenquist aus den USA oder des Briten Peter Doig im Kunstbetrieb kräftig zu.

    Die zehn Spitzenreiter des 'Capital'-Kunstkompasses 2004:

Gerhard Richter, Deutschland, 2004 Rang 1 (2003 Rang 2) Sigmar Polke, Deutschland, 2004 Rang 2 (2003 Rang 1) Bruce Naumann, USA, 2004 Rang 3 (2003 Rang 3) Rosemarie Trockel, 2004 Rang 4 (2003 Rang 4) Louise Bourgeois, USA,  2004 Rang 5 (2003 Rang 5) Georg Baselitz, Deutschland, 2004 Rang 6 (2003 Rang 7) Cindy Sherman, USA, 2004 Rang 7 (2003 Rang 6) Mike Kelley, USA, 2004 Rang 8 (2003 Rang 16) Christian Boltanski, Frankreich, 2004 Rang 9 (2003 Rang 10) Franz West, Österreich, 2004 Rang 10 (2003 Rang 13)

    Für Rückfragen: Rudolf Kahlen, Redaktion 'Capital', Tel. 0221/4908-271 __________________________________________________________________________ Hinweis für Redaktionen: Den Artikel aus 'Capital' mit der Liste der 100 bedeutendsten Gegenwartskünstler können Sie als PDF unter Telefon 040/39 92 72-0 oder E-Mail aschiller@publikom.com anfordern.

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